24.11.2016, 18:00 Uhr

Breitbandoffensive Baier kritisiert Telekom in Ankum und Bersenbrück

Knoten in der Leitung? Samtgemeindebürgermeister Horst Baier kritisiert den Breitbandausbau der Telekom in Bersenbrück und Ankum. Foto: SamtgemeindeKnoten in der Leitung? Samtgemeindebürgermeister Horst Baier kritisiert den Breitbandausbau der Telekom in Bersenbrück und Ankum. Foto: Samtgemeinde

Bersenbrück/Ankum. Horst Baier ist unzufrieden mit der Telekom. Zuerst sei das Unternehmen sehr zögerlich beim Breitbandausbau, so der Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Kaum springt der Landkreis Osnabrück ein, zieht das Unternehmen die Projekte wieder an sich, bleibt aber unter dem angestrebten Standard.

Durch Bersenbrück würden derzeit Gräben zur Verbesserung der Breitbandversorgung gezogen, teilt Baier mit. Glasfaserleitungen sollen acht Kabelverzweiger der Deutschen Telekom AG auf schnelleren Datenfluss aufrüsten. Eines der Kabel verläuft durch die nagelneue Ampelkreuzung der B 214. Gott sei dank, so Baier, werde die Kreuzung nicht wieder aufgerissen, sondern untertunnelt. Die Bauverwaltung Bersenbrücks informiert vor Bauarbeiten an Straßen und Gehwegen sämtliche Versorgungsunternehmen, damit die sich mit ihren Bauprojekten rechtzeitig einklinken können.

Ursprünglich hatte die Telekom am Ausbau dieser Kabelverzweiger ebenso wie an weiteren nebenan in Ankum kein Interesse gezeigt. Deshalb sollte die Telkos sie im Rahmen der Breitbandoffensive mit öffentlicher Förderung ausbauen. Dann nahm die Telekom sie für sich in Anspruch. „Solche Nachmeldungen sind stets unschön, da sie zu Umplanungsaufwand führen. Auch aus Sicht des Landkreises steht aber im Vordergrund, dass die angeschlossenen Bürger schnelles Internet erhalten“, sagt dazu ein Sprecher des Landkreises Osnabrück. Die Telkos werde nun andere Kabelverzweiger in Bersenbrück und Ankum ausbauen.

Für die Breitbandoffensive hätten die sieben Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bersenbrück 700000 Euro in ihre Haushalte eingestellt. „Zumindest in Ankum und Bersenbrück hat die Telekom jetzt der Telkos das Wasser abgegraben“, erklärt Baier.

Doppelter Ärger

Was ihn ebenfalls ärgert: Die Telekom sorgt zwar für schnellere Datenleitungen, bleibt aber stellenweise hinter dem technischen Standard zurück, den die Telkos anstrebte. „Dies stellt im Gegensatz zum aktuellen Zustand eine Verbesserung dar, ist aber wahrscheinlich langfristig nicht ausreichend“, beurteilt Baier.

Eine Pressesprecherin der Telekom weist die Vorwürfe als „nicht nachvollziehbar“ zurück. „Wir versorgen wie kein anderer Anbieter den ländlichen Raum mit Breitband. Unsere Technologie ist absolut zukunftsfähig. Wir bieten bis zu 100 Mbit/s und es wird weiter gehen auf 250 MBits.“

Baier zufolge konzentriere sich die Telekom auf rentable innerörtliche Bereiche und überlasse der Telkos die unrentablen Außenbereiche. Nun müssten Gemeinden und Landkreis klären, wie sie ihre Eigenmittel und ungenutzte Fördergelder umdirigieren können, um unterversorgte Außenbereiche besser zu erreichen.


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