23.11.2016, 13:08 Uhr

BKG von 1969 löst sich auf Kein Karneval mehr in Bersenbrück

Einen Nachfolger von Karnevalsprinz Oliver (Schappert) I. (hinten rechts) gab es in diesem Jahr am 11. November nicht mehr. Er wird als letzter Karnevalsprinz in die Bersenbrücker Geschichte eingehen. Foto: Reinhard RehkampEinen Nachfolger von Karnevalsprinz Oliver (Schappert) I. (hinten rechts) gab es in diesem Jahr am 11. November nicht mehr. Er wird als letzter Karnevalsprinz in die Bersenbrücker Geschichte eingehen. Foto: Reinhard Rehkamp

rr Bersenbrück. Sie hatten gehofft, es abwenden zu können, aber vergeblich: Nach 47 Jahren hat eine Mitgliederversammlung der Bersenbrücker Karnevalsgesellschaft von 1969 ihre Auflösung beschlossen.

Zwar gebe es noch eine sehr aktive Gruppe, doch mit der allein seien das Vereinsleben mit seine Galasitzungen und Umzügen nicht mehr zu stemmen, erklärte Präsident Dirk Menke in dieser Mitgliederversammlung. Menke nannte noch zwei weitere Gründe: Die Besucherzahlen in den Galasitzungen seien stark rückläufig. Schon vor Jahren hatte der Verein seine zweite Abendsitzung gestrichen. Seitdem gab es nur noch eine Abendsitzung, eine Nachmittagssitzung für Senioren und den Umzug durch die Stadt am Sonntag vor Rosenmontag.

Menke nannte ferner das „mangelnde Miteinander unter den Bersenbrücker Vereinen“ als weiteren Grund, der zur Entscheidung geführt habe, den Verein aufzulösen. Die Versammlung wertete den Schritt als eine Entscheidung der Vernunft. Man gehe erhobenen Hauptes und mit gemeinsamer Überzeugung diesen Schritt.

Menke ließ die Höhepunkte der Vereinsgeschichte Revue passieren: Gründungsväter seien Reinhold Lange, Alex Pirr und Hans Flottemesch gewesen, sie hätten im Stadtviertel Brink den Karneval ins Leben gerufen und damit die Fundamente des Vereins gelegt.

Im Jahr 2007 richteten die Bersenbrücker Karnevalisten ein Turnier um die Wesser-Ems-Meisterschaften im Karnevalstanz aus, an dem über 1000 Funkenmariechen, Majore und Tanzgruppen teilnahmen. Hier zeigte sich der besonders starke Zusammenhalt, den es in der Vereinsgeschichte immer gegeben hatte. Wehmütig erinnerten sich die Mitglieder an viele Fahrten zu den Kürtener Herrensitzungen im Köln-Dürscheider Karneval und zu den ausgedehnten Galasitzungen nebenan in Alfhausen.

Ein besonderer Dank ging an alle Präsidenten des Vereins, die am Steuer des Narrenschiffes gestanden hätten und somit Verantwortung in nicht immer ruhiger See übernommen hätten. Großer Applaus galt allen Elferräten, deren Damen, den Akteuren und Tanzgruppen, die auf der Bühne und hinter den Kulissen immer wieder Freude und Humor in die Gesichter der Gäste gezaubert haben.

Menke sprach außerdem den Bersenbrücker Hotels Lange und Hengeholt-Heuer als Vereinslokalen seinen Dank aus.

Es sei immer eine kleine Schar gewesen, die das Brauchtum des Karnevals in Bersenbrück hochgehalten habe. Dieses Kapitel sei aber jetzt nach 47 Jahren endgültig geschlossen worden.


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