18.10.2016, 19:30 Uhr

Kontroverse um Kredit Hase-Wohnbau: Zahlt die nächste Generation?

Bauen kostet Geld. Die Samtgemeinde Bersenbrück stattet ihre Baugesellschaft Hase-Wohnbau GmbH mit Startkapital aus. Die CDU kritisiert die Rückzahlungsmodalitäten als zu lax. Symbolfoto: istockphotoBauen kostet Geld. Die Samtgemeinde Bersenbrück stattet ihre Baugesellschaft Hase-Wohnbau GmbH mit Startkapital aus. Die CDU kritisiert die Rückzahlungsmodalitäten als zu lax. Symbolfoto: istockphoto

Gehrde/Bersenbrück. Theoretisch müsste die Hase-Wohnbau GmbH ihr Startkapital erst in 30 Jahren an die Samtgemeinde Bersenbrück zurückzahlen. Die CDU findet das bedenklich. Das entspreche nicht mehr der Beschlusslage, hieß es in einer Samtgemeinderatssitzung am Montag in Gehrde.

Im Juni hatte der Samtgemeinderat die Gründung einer kommunalen Baugesellschaft beschlossen, der Hase-Wohnbau GmbH und Co. KG. Kommanditistin soll die Samtgemeinde sein, Komplementärin ihre Hase-Energie GmbH. Als Startkapital soll die neue Gesellschaft Häuser und ein Grundstück von der Samtgemeinde zu Buchwerten übertragen bekommen. Und zwar mitsamt den Krediten, die auf diesen Immobilien lasten, präzisierte CDU-Sprecher Gerd Uphoff in der Sitzung des Samtgemeinderates in Gehrde.

Stattdessen präsentiert die Samtgemeinde nun eine Einbringungsbilanz mit korrigierten Werten für drei Immobilien, bei den übrigen gebe es keine Abweichung vom Buchwert, heißt es in der Vorlage. Uphoff wertet dies als Korrektur auf sein Drängen.

Eine erhebliche Abweichung vom Samtgemeinderatsbeschluss sieht er in einem Gesellschafterdarlehen der Samtgemeinde an die Baugesellschaft in Höhe von 940000 Euro mit einem Festzins von 1,5 Prozent pro Jahr.

Die Rückzahlung des Kredits wird aber erst in 30 Jahren fällig. So kassiere die Gesellschaft zwar die Mieteinnahmen aus den Immobilien. Doch ihre Bezahlung werde auf die kommende Generation übertragen, die aber von den Immobilien nichts mehr habe, weil sie dann völlig abgenutzt seien.

Die Fraktionsmitglieder Gerd Steinkamp und Michael Strehl unterstützten Uphoffs Argumente. Samtgemeindebürgermeister Horst Baier widersprach aber deutlich. Das Gesellschafterdarlehen sei als Anlauffinanzierung für die Hase-Wohnbau gedacht, aber nur auf begrenzte Zeit.

Bevor die neue Gesellschaft eine Bilanz vorlegen könne, würden die Banken nämlich höhere Zinsen für ihre Kredite verlangen. Eine Finanzierung der Vorlaufkosten über das Gesellschafterdarlehen sei sinnvoller. Sobald die neue Gesellschaft liquide sei, solle die Tilgung ihrer Schulden bei der Samtgemeinde beginnen, das lasse der Vertrag zu. „Wir wollen das flexibel handhaben“, kündigte Baier an.

Weil es sich um eine Mitteilung handelte, musste der Samtgemeinderat in dieser Sache keinen Beschluss fassen. Er bestellte aber den Ersten Samtgemeinderat Andreas Güttler zum stellvertretenden Geschäftsführer der Gesellschaft, mit sieben Enthaltungen aus den Reihen der CDU.


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