06.10.2016, 18:26 Uhr

Künstliche Aue Preis für neuen Bach in Ahausen


Bersenbrück. In einem landesweiten Wettbewerb landete die künstliche Bachaue in Bersenbrück-Ahausen unter den besten Renaturierungsprojekten Niedersachsens. Bald vergibt Umweltminister Stefan Wenzel die Preise.

Im September stufte die Expertenjury von „Bach im Fluss: Der Niedersächsische Gewässerwettbewerb 2016“ die 400 Meter lange und 20 Meter breite Talaue am Rand der Bundesstraße 214 in Alfhausen unter den 13 besten von 31 Projekten aus ganz Niedersachsen ein. „Das zeigt, dass nicht immer die Größe zählt. Dies ist ein kleines, aber feines Projekt“, freut Georg Lucks vom Unterhaltungsverband „Mittlere Hase“ auch im Namen seiner Mitstreiter vom Landkreis Osnabrück und der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) 2013 zur Zeit der Arbeiten Geschäftsführung der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn.

Von diesem Projekt profitieren alle. Die Natur erhält eine Bachaue zurück, die ihr eine Verlegung des Wasserlaufes vor mehr als 100 Jahren nahm. Die Aue trägt zum Überflutungsschutz bei, sie kann bei Hochwasser große Mengen aufnehmen. Die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn erspart sich die teure Erneuerung zweier Bachbrücke in ihrem Schienenstrang. Und der Unterhaltungsverband testet, ob er einen Wasserlauf sich selbst überlassen und so seinen Arbeitsaufwand verringern kann.

Bislang verläuft der Test bestens, berichtet Lucks. Seit der Rückverlegung des Bachlaufs auf die Talseite der Eisenbahn hat die Pflanzenwelt das mit Baggern ausgeschobene kleine Tal komplett zurückerobert. Anders als viele Projekte dieser Art versandet der Bach in Ahausen nicht, fiel der Jury positiv auf. Sein Kiesbett ist immer noch frei.

Die Imker-AG des Gymnasiums Bersenbrück pflanzte Kopfweiden, die Bienenvölkern Nahrung geben sollen. Sie sollen stehen bleiben, irgendwann Raubvögeln und Eulen Unterschlupf bieten. Das einzige Problem seien junge Erlen, berichtet Lucks: Sie wuchern dicht an dicht, verdrängten andere Pflanzen. Deshalb seien die Erlen auf der einen Uferseite geschlegelt worden.

Das Revitalisierungsprojekt findet Nachahmer in der Region. Die Gemeinde Kettenkamp ließ im Sommer einen 730 Meter langen Abschnitt des begradigten Dinniger Bachs im Kettenkamper Bruch naturnah umformen. Die Investition, wie in Ahausen aus öffentlichen Töpfen mit Zuschüssen gefördert, lohnt sich für die Gemeinde: Die Bachaue zählt als Ausgleich für Flächen, die beim Bauen in Kettenkamp versiegelt werden.

Womit wir beim Preis solcher Projekte wären: 400 Meter Bachlauf in Ahausen kosten laut Lucks 80000 Euro.


1 Kommentar