03.10.2016, 18:02 Uhr

Schwimmen für Vierbeiner Bersenbrücker Freibad kommt auf den Hund


Bersenbrück. Was für ein Geplansche, Gebelle und Gehechele: Das erste Hundeschwimmen im Freibad in Bersenbrück fand viel Anklang. So verschieden die Hunderassen waren, so verschieden waren auch die Halter.

Wer das Freibad betritt, bei dem entsteht zunächst der Eindruck, eine verschworene Gemeinschaft vor sich zu haben. Im Wasser selber sind zunächst nur wenige Hunde zu sehen. Sind etwa die Zweibeiner deutlich mehr vom Hundeschwimmen begeistert als die Vierbeiner? Gleichwie. Insgesamt lassen sich drei Grundtypen von Hunden erkennen:

Zum einen ist da der „Jippie-Ya-Yeah-ich-hab-Spaß-Hund“: Er ist hier genau richtig. Schon vor Herrchens Ballwurf ist er in freudiger Erwartung. Der Einschlag des Plastikobjekts auf der Wasseroberfläche erlöst ihn aus seiner Einsatzbereitschaft. Ohne langes Zögern springt er ins Wasser, um schnellstens das Bällchen rauszuholen, so wie es sich Herrchen oder Frauchen wünschen.

Dann gibt es da den „Ach-ich-weiß-auch-nicht-Hund“: Eigentlich wäre er jetzt viel lieber irgendwo ganz anders. Nur nicht hier, wo Herrchen oder Frauchen ihn mehr oder weniger freiwillig aufgefordert haben, sich zumindest auf die erste Stufe am Beckenrand zu stellen, um wenigstens die Pfoten ins Wasser zu setzen. Den Sinn der Übung sieht er nicht ein, und die nächste Stufe abwärts ins Wasser kommt erst recht nicht infrage. Da hilft dann auch kein Schieben von hinten. Selbst das sonst so geliebte Leckerchen verfehlt die Wirkung.

Schließlich gibt es da noch den „Ich-da-rein?-Vergiss-es-Hund“: Er kommt, sieht und entfernt sich zügig aus der völlig unkalkulierbaren Situation. Für ihn ist dann aber das Schnuppern an seinen Kollegen sowie das Herumtollen auf der Wiese auch noch ein lohnender Ausflug.

Um diese drei Hundetypen herum spielen sich allerlei putzige Situationen ab. Da hat zum Beispiel ein Herrchen den Ball ins Wasser geworfen, doch der Hund will einfach nicht hinterherspringen. Das Problem lässt sich nur mit einer Frage lösen. Und die lautet, an ein anderes Herrchen gerichtet: „Kann Ihr Hund bitte einmal unseren Ball holen?“

Interessant ist es auch zu beobachten, was passiert, wenn ein Hund, der aussieht wie ein wandelnder Flokatiteppich, triefnass aus dem Becken kommt und sich kräftig schüttelt. Das komplette Umfeld bringt sie da erst einmal in Sicherheit. Schüttelalarm eben.

„Eigentlich wollte ich zum Hundeschwimmen nach Wagenfeld, aber da wurde in Gruppen eingeteilt, und es war kein Platz mehr frei“, berichtet Kristin Brockhage. Im Freibad in Bersenbrück gebe es solche Vorgaben nicht, freut sich die Frau aus Damme. Zu ihrem Hund, der auf den Namen Paul hört, erklärt sie: Eigentlich sei er kein Balljunkie und schwimme lieber anderen Hunden hinterher, sagt die 34-Jährige über den achteinhalbjährigen Briard. Ansonsten geht sie mit ihm wegen seiner kaputten Hüfte drei- bis viermal wöchentlich zum Viktoriasee in Rieste.

„Das ist super, ich würde mich noch mehr freuen, wenn ich mit ins Wasser dürfte“, findet Laura Schmidt. „Das macht sie total gerne, ich gehe mit ihr ja auch in die Hase“, sagt die Bersenbrückerin über Nala, einen fünfjährigen Kawapu.

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, ein Hundeschwimmen in Bersenbrück zu veranstalten? „Das waren meine Kollegin Insa Lubjuhn und ich“, antwortet Malte Wollenburg, Fachangestellte Bäderbetriebe. „Seit zwölf Tagen haben wir eh geschlossen, also die Pumpen, die Heizung und die Chlorung aus, da ist das für die Hundebesitzer etwas Besonderes“, freut er sich über etwa 150 Gäste mit rund 100 Hunden. „Das können wir nächstes Jahr gerne wieder machen“, so der 21-Jährige.


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