18.09.2016, 16:14 Uhr

Veranstaltung des Bistums Krankenwallfahrt in Rieste wieder gut besucht


Rieste. Zum 22. Mal fand am Sonntag die Bistumswallfahrt mit Kranken und für Kranke in Lage statt.

Gut gefüllt mit den vielen Teilnehmern war der Kirchplatz der Lager Kirche, denn das Festhochamt fand draußen statt. Der „gute Draht nach oben“ hat offensichtlich funktioniert, denn das sonnige Wetter mit wenig Wolken hätte für diese Freiluftveranstaltung nicht besser sein können. Hauptzelebrant war der emeritierte Weihbischof Theodor Kettmann, der den verhinderten Bischof Bode vertrat.

Das Lager Kreuz wurde zu Beginn des Hochamts feierlich neben dem Freiluftaltar aufgestellt. Vorher kam die Einzugsprozession mit dem Weihbischof, Priestern, Ministranten, Lektoren und Diakonen aus der Kirche, durch die Menge, zum Altar. Die Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Motte „Selig die Barmherzigen“ (Mt 5,7), passend zu dem von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der „Göttlichen Barmherzigkeit“. Dieses Thema zog sich auch wie ein roter Faden durch die Predigt von Weihbischof Kettmann. „Die Nachrichten in den Medien sind heute oft ein einziger Ruf nach Barmherzigkeit. Reine Lippenbekenntnisse reichen nicht aus“, mahnte er. Nach dem Festhochamt spendeten der Weihbischof, die Priester und Diakone den einzelnen Kranken, ihren Angehörigen und allen die es wünschten, den persönlichen Segen.

Als Höhepunkt des Wallfahrtsjahres hatte Pastor Alfons Thörner diese Krankenwallfahrt im Vorfeld bezeichnet. Dementsprechend intensiv waren auch die Vorbereitungen durch den Wallfahrtsausschuss . Die mit der musikalischen Gesamtleitung beauftragte Regionalkantorin Maria Hartelt hatte ein stimmungsvolles Programm mit viel Einfühlungsvermögen gestaltet. Unterstützt wurde sie dabei von der Bläsergruppe „Complesse Di Ottone“ aus Osnabrück und dem Kirchenchor St. Laurentius aus Neuenkirchen/Bramsche. Die Freiwillige Feuerwehr sorgte für einen reibungslosen Verkehr zum Wallfahrtsort, der Malteser Hilfsdienst für den Transport von Menschen mit Behinderungen. Die gesamte Organisation klappte wie „am Schnürchen“.

Gefragt nach ihren Beweggründen für die Teilnahme an dieser Wallfahrt sagte die im Rollstuhl sitzende Maria Kräuter aus Merzen schlicht: „Es ist gut für die Seele“. Damit brachte sie die Beweggründe der meisten Teilnehmer auf den Punkt.


Seit dem Mittelalter kommen Pilger aus der näheren und weiteren Umgebung nach Lage, um das Kreuz zu tragen. Im Gebet und Gesang tragen sie ihre Anliegen vor. Oft beten sie für Schwerkranke aus der Nachbarschaft, Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis.

Über die Entstehung des Kreuzes gibt es folgende Legende: Die Geschichte des Lager Kreuzes ist eng mit dem Orden der Johanniter verknüpft. Der Prior von Lage, Heinrich Wormsberg, verfasste 1490 darüber einen Bericht. Danach hatten zwei Johanniter um 1300 eine Erscheinung. Dabei wurden sie mit der Herstellung eines Kreuzes beauftragt. Diesen Auftrag erfüllten sie. Untersuchungen mit modernen Methoden haben bestätigt, dass das Lager Kreuz über 700 Jahre alt ist.

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