18.04.2017, 07:32 Uhr

Bedeutende Baudenkmale Fachwerkhäuser sind Alleinstellungsmerkmal in Quakenbrück


Quakenbrück. Die Fachwerkstadt Quakenbrück steht im Nordwesten mit ihrem historischen Gebäudebestand einmalig da. Das ist das Fazit des Vortrags über Bauen und Wohnen im Osnabrücker Nordland um 1500. Es gibt noch verborgene Schätze in der Altstadt.

Der Vorsitzende des Fördervereins Stadtmuseum, Peter Hohnhorst, konnte im Hermann-Bonnus-Haus eine große Anzahl interessierter Gäste begrüßen. Denkmalpflegerin Elisabeth Sieve, die sich in den vergangenen Jahren intensiv um die Erforschung kümmerte, sprach von einem Alleinstellungsmerkmal der Stadt Quakenbrück, was den historischen Gebäudebestand im weiten Umkreis betrifft.

Reich bebildeter Vortrag

Volker Gläntzer, ehemals im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover tätig, schaffte es, mit seinem reich bebilderten Vortrag die Zuhörer in die Zeit um 1500 zurückzuversetzen. Er hatte bereits 1985 in Band XXV der Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ausführlich die Aspekte zur Geschichte des Quakenbrücker Wohnhauses dargestellt, erschienen zur 750-Jahr-Feier der Stadt.In seinem Vortrag führte er zunächst den Reformator Hermann Bonnus durch die heutige Innenstadt und kam zu dem Schluss, dass dieser sich noch zurechtfinden würde: beginnend an der Hohen Pforte, vorbei am alten Festungsturm der Marienkirche, ein Blick in die kaum veränderte Große Kirchstraße zur St.-Sylvester-Kirche, durch das alte Straßenschema und vorbei an einigen Häusern, die verändert an gleicher Stelle verblieben sind, und natürlich zu seinem Geburtshaus in der Goldstraße.

Drei Umbaustufen im Hermann-Bonnus-Geburtshaus

Dieses stand zunächst im Mittelpunkt. Wenn auch die Außenhaut aus der Zeit des Hermann Bonnus nicht mehr viel hergibt, so zeigt die Erforschung des Inneren doch etliche Relikte aus der Zeit um 1500. Es wurde deutlich, wie drei Umbaustufen die Entwicklung dieses Hauses vom Zwei- zum Dreiständerbau sich auch heute noch rekonstruieren lässt. Noch existierende Gebäude aus der ländlichen Umgebung machten das deutlich. 1670 entstand die heutige Form des Hauses und 1767 schließlich der Ausbau des Obergeschosses mit der heute noch vorhandenen Barocktreppe. Dendrochronologische Untersuchungen (Breite der Jahresringe, die bei einer Durchbohrung der Balken verglichen werden) halfen, auch andere Bauten auf das Jahr genau zu datieren. So steckt beispielsweise im Haus „Zur Börse“ ein Kerngerüst von 1452 – auch die Knaggen an der Rückseite zeigen ein Alter, das weit über die Datierung des Giebels hinausgeht.

Haus Abeln bedeutendes Vorzeigeobjekt

Ein weiterer Höhepunkt war das Haus Abeln am Markt Ecke Große Kirchstraße. Der Vortragende benannte es nach dem heutigen Besitzer, der sich mit dem Erhalt dieses Gebäudes ein Denkmal gesetzt hat. Von der Kirchstraße aus sind die drei unterschiedlichen Teile der Gebäudereihe deutlich ablesbar, schon jetzt ein bedeutendes Vorzeigeobjekt für Stadtführungen: Der älteste Teil zum Markt von 1509, ein zweigeschossiger Ständerbau, die Mitte mit dem rekonstruierten rundbogigen Tor stammt aus dem Jahre 1738, der hintere Teil schloss sich 1843 an. Bauteile innerhalb des Gebäudes lassen sich auf 1434 datieren.

Es gibt in Quakenbrück noch viel zu erforschen

Erfreulich ist auch das in seiner ursprünglichen Form erhaltene Haus in der Kuhstraße, das einer Restaurierung entgegensieht. Es gibt noch viel zu erforschen in dieser Fachwerkstadt, und die Denkmalpfleger würden es begrüßen, wenn weitere Besitzer ihre Gebäude für Altersbestimmungen zur Verfügung stellen.

Stadt wie ein Bilderbuch bedeutender Baudenkmale

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Stadt Quakenbrück für die weite Umgebung ein Bilderbuch bedeutender Baudenkmale darstellt. Das bewies zum Schluss eine Karte des westlichen Niedersachsen, die alle erforschten Häuser vor 1548 darstellte.


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