08.11.2016, 15:02 Uhr

Matthias Brüggemann gewählt Deutliches Votum für neuen Quakenbrücker Bürgermeister


Quakenbrück. Matthias Brüggemann ist neuer Bürgermeister der Stadt Quakenbrück. In geheimer Wahl stimmen 27 von 30 Ratsmitgliedern für den CDU-Politiker. Künftig gibt es drei gleichberechtigte Stellvertreter.

Eine halbe Stunde nach Beginn der konstituierenden Sitzung des Stadtrates naht der erste Höhepunkt an diesem Abend: die Wahl des neuen Quakenbrücker Bürgermeisters. Darauf warten die Zuhörer, unter denen sich auch Altbürgermeister Wolfgang Becker und Klaus Alves, der vor 25 Jahren gewählt wurde, befinden.

Geheime Wahl „Zeichen des Vertrauens“

Als ältestes Ratsmitglied übernimmt Eckhard Schiffer (Bündnis 90/Die Grünen) die Sitzungsleitung von Bürgermeister Paul Gärtner, der als letzte Amtshandlung die Verpflichtung der 30 anwesenden Ratsmitglieder – ein Mandatsträger der SPD fehlt entschuldigt – förmlich verpflichtete. Schiffer manövriert den Rat durch die geheime Wahl, die CDU-Fraktionschef Christian Calderone beantragt. Diese will er als „Zeichen des Vertrauens“, nicht aber als „Zeichen des Misstrauens“ verstanden wissen.

Nur ein Bewerber bei Bürgermeisterwahl

Eigentlich könnte der Rat auch offen abstimmen, weil es mit Matthias Brüggemann (CDU) nur einen Bewerber für das Bürgermeisteramt gibt. Sein Fraktionskollege sei der geeignete Kandidat, er habe bei der Kommunalwahl „die mit Abstand meisten Stimmen erhalten“, er sei vernetzt in der Vereinswelt und der Quakenbrücker Gesellschaft. „Matthias Brüggemann wird ein guter Bürgermeister sein“, verspricht Calderone.

CDU führte keine Gespräche mit den Linken

Wie die Zusammenarbeit im neuen Rat aussehen wird, hat er kurz zuvor verraten. Die CDU habe mit SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen „in guter Stimmung und in vertrauensvollem Miteinander Gespräche geführt“, bei denen es bei vielen Themen große inhaltliche Übereinstimmungen gegeben habe. Stadtumbau West mit Überplanung der Bahnbrache, die Öffnung des Fußgängertunnels, eine zweite ebenerdige Bahnüberquerung, die Fortsetzung des Sanierungsprogramms „Soziale Stadt“, der Erhalt des Stadtbildes und die Stärkung bürgerschaftlichen Engagements seien Ziele, die in dieser Konstellation in den kommenden fünf Jahren zu erreichen seien.

Brüggemann: Ich bin Erster unter Gleichen

Applaus brandet auf, als Eckhard Schiffer das Wahlergebnis bekannt gibt: Brüggemann erhält 27 Jastimmen, zwei Mitglieder votieren gegen ihn, es gibt eine Enthaltung. „Mit Dankbarkeit und Demut“ nehme er die Wahl zum Bürgermeister an. Er verspricht, dass er „Erster unter Gleichen ist“ und dass „der Mensch das Amt formen wird, nicht das Amt den Menschen“. Damit er immer höre, was die Quakenbrück sagten, überreicht ihm der CDU-Fraktionschef die Nachbildung eines antiken Hörrohrs.

Drei gleichberechtigte Stellvertreter

Dem neuen Bürgermeister stehen künftig drei gleichberechtigte Stellvertreter zur Seite: Gewählt werden Emma Weiss (CDU), Tülay Tsolak (SPD) und Rainer Mock (SPD).

Claus Peter Poppe bleibt Stadtdirektor

Einstimmig beschließt der Quakenbrücker Stadtrat, Claus Peter Poppe zum Stadtdirektor zu ernennen. „Wir wollen dich auch künftig Stadtdirektor nennen“, lobt Calderone die Arbeit des Artländer Samtgemeindebürgermeisters. Zum stellvertretenden Stadtdirektor beruft der Rat – ebenfalls einstimmig – den Ersten Samtgemeinderat Frank Wuller.

Stadtrat richtet drei Fachausschüsse

Einigkeit herrscht auch über Anzahl und Besetzung der Fachausschüsse. Je elf Mitglieder hat der Ausschuss für Planen und Bauen, der Ausschuss für Soziales, Jugend und Kultur sowie der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Städtepartnerschaften.


Der Rat der Stadt Quakenbrück

31 Mitglieder zählt der Stadtrat Quakenbrück. Stärkste Fraktion ist die CDU mit zehn Sitzen, die SPD ist mit neun Mandaten vertreten, die Parte Die Linke mit sieben. Drei Ratsvertreter stellt die Partei Bündnis 90/Die Grünen, die FDP zwei.

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