16.09.2014, 17:13 Uhr

Aktion der Natur-Ranger Bunte Wildblumenwiese im Artland nach Tübinger Vorbild

Zwei Wildblumenwiesen hat das Team Wasserhausen von Sielmanns Natur-Ranger im vergangenen Jahr auf Flächen der Stadt Quakenbrück angelegt. Foto: Natur-RangerZwei Wildblumenwiesen hat das Team Wasserhausen von Sielmanns Natur-Ranger im vergangenen Jahr auf Flächen der Stadt Quakenbrück angelegt. Foto: Natur-Ranger

Quakenbrück. Zwei Wildblumenwiesen hat das Team Wasserhausen der Sielmanns Natur-Ranger im vergangenen Jahr auf Flächen der Stadt Quakenbrück angelegt. Manch ein Mitbürger hat die Wiese im Laufe der Jahreszeiten beobachten und verschiedene Blühaspekte genießen können.

Die Initiative von Hannes und Gerrit Öhm zur Anlage von Wildblumenwiesen ist seit Sommer 2014 Mitglied in der Initiative Bunte Wiese. Die neue Initiative „Bunte Wiese Artland“ profitiert von der jahrelangen Erfahrung und dem wissenschaftlichen Fundament der an der Universität Tübingen gegründeten Initiative. Die Ziele der „Bunten Wiese“ sind die Förderung der Artenvielfalt, die naturschutzfachliche Optimierung und Begleitung der Pflege von öffentlichen Grünflächen, gemeinschaftlicher Arten- und Biotopschutz sowie die Mobilisierung von anderen öffentlichen Einrichtungen, Betrieben und Privatpersonen, um ähnliche Projekte zu initiieren.

In Tübingen bestehen bisher mittlerweile 29 sogenannte Modellwiesen auf Flächen der Stadt und der Universität. Die Verwaltung der Stadt pflegt die betreffenden Flächen nach dem Konzept, das von der Universität erstellt wurde. Studenten begleiten die Flächen durch wissenschaftliche Untersuchungen und führen Öffentlichkeitsarbeit durch.

Die bisher zwölf angefertigten wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen belegen anschaulich den ökologischen Mehrwert extensiv gepflegter Wiesen. Unter anderem wurden Untersuchungen zur Auswirkung der Mahd auf verschiedene Artengruppen wie Wanzen, Heuschrecken oder Schmetterlingen auf den Modellflächen im Laufe von Abschlussarbeiten an der Universität an der Universität Tübingen durchgeführt.

Die Wiesenflächen der „Bunten Wiese Artland“ werden im Spätsommer oder frühen Herbst gemäht. Die Mahd ist für eine dauerhafte Wildblumenwiese wichtig, damit die verschiedenen Kräuter im nächsten Jahr wieder genügend Luft haben, um zu wachsen, und gleichzeitig verhindert wird, dass sich Büsche und Bäume auf der Wiese ansiedeln.

Das Mahdgut wird von der Wiese entfernt, damit keine Nährstoffrückführung geschieht - typische Wiesenpflanzen bevorzugen eher magere Böden und würden sonst von Gräsern verdrängt .

Kai Hippe, Ranger des Teams Wasserhausen der Sielmanns Natur-Ranger, sorgt sich auch außerhalb der Team-Treffen um die Wiesen, indem er sie regelmäßig nach der Schule besucht. Damit die Rosetten der zweijährigen Pflanzen geschont werden, darf nicht auf Rasenlänge gemäht werden, mindestens acht Zentimeter sind optimal. Da es der Stadt und Samtgemeinde mit den vorhandenen Gerätschaften nicht möglich ist, die Wiese entsprechend dieser Anforderungen zu mähen, unterstützen Landwirte aus dem Artland und Dieter Lübbe das Projekt: Durch die Familie Poesthorst und Hermann Massmann bekommen die Ranger dieses Jahr Unterstützung bei der Mahd.

Auch Dieter Oldenhage war eine sehr wichtige Hilfe beim Anlegen der Wiese, bei der Bodenbearbeitung und Einsaat im Frühjahr 2013.

Beim Anbringen von Informationsschildern engagierte der Quakenbrücker Thomas Schneidhorst sich für das Projekt. Dafür bedankt sich das Team Wasserhausen der Natur-Ranger.

Die Initiatoren um Gerrit Öhm freuen sich auch sehr über die Kooperation mit dem Artland-Gymnasium Quakenbrück. Bereits diesen Sommer wurden gemeinsame Exkursionen zum Thema „Nachtaktive Insekten“ durchgeführt. Die Sielmanns Natur-Ranger engagieren sich in Form einer Kooperation mit der Naturkunde-Arbeitsgemeinschaft im Rahmen der aktuellen UN-Dekade Biologischen Vielfalt für die Anlage von Wildblumenwiesen.

Hannes Öhm begrüßt zudem die Fortsetzung des Programms zur Schaffung von Ackersäumen Badbergens: „Vielfältiger Einsatz von Initiativen birgt die Chance, das Artland für Tier- und Pflanzenarten, aber auch für den Tourismus anziehender zu gestalten.“

Blühsteifen, Ackersäume und Wildblumenwiesen – manch einen mag die Vielzahl der Begriffe verwirren. „Letztendlich geht es allen um dasselbe Ziel: den Erhalt der heimischen Artenvielfalt“,erklärt Hannes weiter. Blühstreifen seien mit einjährigen Pflanzenarten eher interessant für Bienen, Hummel und als Äsungsstreifen für Wild. Saumstreifen und Wildblumenwiesen sind als langfristigere Projekte gedacht und haben somit eine andere Artenzusammensetzung, bei der regionales Saatgut besonders wichtig ist.


0 Kommentare