04.08.2014, 19:43 Uhr

Initiative stellt Konzept vor Quakenbrück auf dem Weg zur Radstadt des Nordens


Quakenbrück. Quakenbrück weiterentwickeln möchte die Wirtschaftsgemeinschaft Quakenbrück. Als „Initiative Quakenbrück” will der Zusammenschluss von rund 100 Gewerbetreibenden die Burgmannstadt als „Radstadt des Nordens” bekannt machen.

„Unserer Wirtschaftsgemeinschaft ist es bereits gelungen, für das Vorhaben Unterstützer aus Wirtschaft und Politik zu finden”, erklärt Vorsitzender Jürgen Holterhus. „Unser Ziel ist es, Quakenbrück nachhaltig zu verändern.” Bei der Realisierung soll die örtliche Werbeagentur „Blueprint” helfen.

Quakenbrück schöpfe nur sehr unzureichend das Einkaufs- und Gastronomiepotenzial seiner Besucher ab und habe kaum Konzepte für Veranstaltungen, stellt Frank Uhlig von „Blueprint” fest. Dies hatte seine Agentur im vergangenen Winter in einer Studie über das Positionierungspotenzial der Burgmannstadt herausgefunden.

„Wie in vielen Kleinstädten stehen auch die Gewerbetreibenden in Quakenbrück vor großen Herausforderungen”, erläutert Uhlig. „Der Internethandel zieht die Kundschaft aus den Geschäften, der Fachkräftemangel macht hochwertige Dienstleistung sehr schwierig, und die steigende Mobilität der Menschen jeden Alters steigert den Wettbewerb der kommunalen Standorte untereinander.”

Dem positiven Erscheinungsbild der Stadt mit ihrer historischen Fachwerkkulisse, der idyllischen Umgebung, der guten Infrastruktur, einer zentralen Einkaufsstraße und zahlreichen Freizeit- und Kulturveranstaltungen stünden erhebliche Schwächen entgegen. So fehle es an einer durchgängigen Idee, mit der die Besucher zu mehrtägigen Aufenthalten animiert würden.

„Es fehlt auch ein großer Einkaufsmagnet als Shopping-Anreiz“, ergänzt Jürgen Holterhus. Die Lösung sieht er in einer „klaren Positionierung” Quakenbrücks als „Radstadt des Nordens“. Dadurch sollen der Einzelhandel, die Industrie, der Tourismus und die Gastronomie unter einem Dach gebündelt werden.

So sei für die ersten zwei Jahre die Verbesserung des Gastronomie- und Informationsangebots am Marktplatz geplant, dem zentralen Anlaufpunkt für Touristen und Einheimische. „Wir schlagen einen zentralen WelcomePoint auf oder am Marktplatz vor“, weist Frank Uhlig auf das Bild eines großen roten Pavillons hin. „So könnte es aussehen.“ Auch eine überdimensionale Begrüßungsinstallation am Ortseingang in Form eines roten Fahrradlenkers schwebt den Werbefachleuten vor, die auch zu einem neuen Farbwegweiser und einem Guide mit Einkaufs- und Freizeitangeboten raten und anregen, bestehende Stadtfeste konzeptionell zu überdenken.

Die „Radstadt des Nordens” soll durch die Entwicklung fahrradspezifischer Angebote erfolgen, zu dem auch ein großes Fahrrad-Event gehören soll. Sichtbares Zeichen könnte ein „Quakenbrückfahrrad” werden, das von einheimischen Herstellern designt und produziert wird.

Das gesamte Vorhaben erfordere eine professionelle Leitung durch einen „City Manager“, der die Aufgabe habe, Gewerbetreibende und Bevölkerung zu aktivieren, Ideen auszuarbeiten und Sponsoren und Kooperationspartner zu gewinnen.

Festhalten will die Wirtschaftsgemeinschaft am Frosch als Markenzeichen der Gewerbetreibenden in Quakenbrück. Als städtisches Symbol soll zudem der Burgmann eingesetzt werden. „Frosch und Burgmann müssen Radfahren lernen”, fordert Holterhus. „Wir haben bereits mit vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gesprochen und mit Verantwortlichen für Fördertöpfe – sie alle sind begeistert von unserer Aktion und willig, das Ganze mit ihren Mitteln zu unterstützen.“ Mit der Zusage der Fördergelder rechnen die Kaufleute frühesten im kommenden Winter.

Bis dahin will die Wirtschaftsgemeinschaft einen großen Schritt in eigener Sache gegangen sein. Aus der Wirtschaftsgemeinschaft soll die „Initiative Quakenbrück“ werden. „Wir wollen in Zukunft damit auch der ständigen Verwechslungsgefahr mit der Wirtschaftsagentur Artland entgehen, mit der wir zwar sehr gut zusammenarbeiten, mit der wir ja aber nicht deckungsgleich sind“, so Jürgen Holterhus. Ein Logo gibt es für die neue Vereinigung auch schon.


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