04.02.2017, 12:33 Uhr

Führungen zur Vogelbeobachtung Gänse und Schwäne in Scharen in Rhede


Rhede. Rund 6000 Gänse haben Manfred Trzoska und Loek Bosmann im Gebiet zwischen Aschendorf, Tunxdorf, Nenndorf und Teilen Rhedes Ende des Jahres gezählt. Auf einer Gänseführung bringen sie den Leuten die gefiederten Tiere im nördlichen Emsland näher.

Trzoska und Bosmann stehen an der Rheder Brücke, die über die Ems führt. In den Wintermonaten machen sie sich jede Woche auf, um Gänse zu zählen – ehrenamtlich, nur für die Spritkosten bekommen sie einen Zuschuss. Heute haben sie Begleitung. Ein paar Kinder und Erwachsene haben sich zur Gänseführung versammelt, die von der „Arbeitsgemeinschaft Naturschutzverbände Unterems“ angeboten wird.

Gänse mit dem Fernglas beobachten

Die Sonne hat sich bereits vor ein paar Stunden über den Feldern und Wiesen des nördlichen Emslandes erhoben und lässt die Temperatur auf etwas über dem Gefrierpunkt steigen. Perfektes Wetter für die Beobachtung der gefiederten Tiere. Auf mehreren Stopps in dem Gebiet zwischen Aschendorf, Tunxdorf, Nenndorf und Teilen von Rhede, für das die NABU-Mitglieder Trzoska und Bosmann zuständig sind, wollen sie den Gästen die hier lebenden Arten zeigen.

Eine davon ist die Kanadagans. Durch den Feldstecher beobachtet die Schaar von Menschen die größere Schaar von Gänsen. Trzoska zählt rund 20 Kanadagänse und verzeichnet diese auf seiner Karte. „Die brüten hier in der Umgebung. Aufgrund ihrer hohen Nachwuchsrate werden sie oftmals als Plagegeister angesehen“, sagt der Experte. Dabei können die Landwirte nach Angaben von Trzoska Zuschüsse beantragen, wenn sie im Winter Nahrung für die Gänse anbauen. Schwere Schäden würden die Gänse laut Bosmann nicht anrichten: „Die treten zwar alles platt - dafür sind die Stellen dann aber auch gut gedünkt“, schmunzelt der Experte und erklärt, dass sich die Gänse zu sogenannten „Fressgemeinschaften“ auf den Feldern zusammenfinden. Viele der Gänsearten und Schwänearten sind dabei nur in den Wintermonaten im nördlichen Emsland und ziehen im Frühjahr wieder Richtung Norden.

Kaum Nachwuchs in der Vogelbeobachtung

Die beiden Rentner sind schon seit ihrer Jugend in der Vogelbeobachtung aktiv. Bosmann hat in seiner niederländischen Heimat damit begonnen und führt es seit seinem Umzug nach Deutschland im Jahr 2005 fort. Kurze Zeit später wurden Trzoska, der gebürtig aus Dortmund stammt, und er zu einem Team für die Vogelbeobachtung des Naturschutzbundes. „Es gibt eigentlich viel zu wenige, die das machen“, meint Trzoska und Bosmann flachst: „Deshalb müssen wir alten Säcke ran.“

An einer der letzten Stationen in der Nähe von Borsum hat sich eine Gruppe von Zwerg- und Singschwänen auf den Feldern versammelt. Als die Menschen aus den Autos steigen, beginnen viele von ihnen zu watscheln. „Sie haben Angst“, erklärt Bosmann, der immer wieder durch sein Fernglas schaut. Nachdem die Schwäne sich das Verhalten der Menschengruppe ein paar Minuten angeschaut haben, beschließen sie, sich lieber einen neuen Platz in den Feldern Borsums zu suchen. Grüppchen für Grüppchen nimmt das Federvieh ein paar Schritte Anlauf und erhebt sich mit kräftigen Flügelschlägen in die Lüfte.


0 Kommentare