15.10.2015, 16:58 Uhr

Schulkooperation in Rhede Deutsche und Niederländer lernen gemeinsam Englisch

Der Rheder Schulleiter Otto Büning (Mitte) und seine niederländische Kollegin Dineke Staalstra unterzeichneten im Beisein von Rhedes Bürgermeisters Gerd Conens sowie zahlreicher deutscher und niederländischer Schüler und Lehrkräfte eine Kooperationsvereinbarung. Foto: Jürgen EdenDer Rheder Schulleiter Otto Büning (Mitte) und seine niederländische Kollegin Dineke Staalstra unterzeichneten im Beisein von Rhedes Bürgermeisters Gerd Conens sowie zahlreicher deutscher und niederländischer Schüler und Lehrkräfte eine Kooperationsvereinbarung. Foto: Jürgen Eden

Bellingwedde/Rhede. Vorurteile durch gemeinsamen Spracherwerb und Sport abbauen: Das ist Ziel der neuen grenzüberschreitenden Partnerschaft zwischen der deutschen Ludgerusschule Rhede und dem niederländischen Dollard College Bellingwedde. Nach dem Auslaufen des Modellprojektes unterzeichneten die Leiter beider Schulen jetzt eine neue Vereinbarung.

Die neue Kooperation steht unter dem Titel „Live European – Think European“ und sieht die Ausweitung auf die Jahrgangsstufen sieben bis neun sowie inhaltliche Veränderungen vor. Bisher standen beim grenzüberschreitenden Unterricht Niederländisch oder Deutsch im Fokus. Künftig nehmen alle Schüler der 7. Jahrgangsstufe am gemeinsamen, projektorientierten Englischunterricht an vier Schulstunden pro Woche teil.

„Wir leben in Europa. Die englische Sprache ist die beste Möglichkeit der Verständigung innerhalb der EU“, sagte Rhedes Rektor Otto Büning. Da der Englischunterricht auch Teil des Lernplans sei, sei auch eine Benotung der Leistungen möglich. Das war nach seinen Angaben beim niederländischen Sprachunterricht für Deutsche in den Niederlanden nicht möglich. Zwar fahren die Rheder nun nicht mehr ins Nachbarland, um Niederländisch zu lernen, doch Büning machte deutlich, dass an der Rheder Schule weiterhin die Sprache des Nachbarn gelehrt werden soll. In welcher Form, ist zurzeit allerdings noch offen.

Doch es geht um mehr als nur um Sprache und Sport für die Zwölf- bis 16-Jährigen. Bereits in der Vergangenheit lernten beide Seiten die Geschichte und Lebensweisen der Nachbarn kennen. Man besuchte gemeinsam den Wochenmarkt in Winschoten oder Weihnachtsmärkte in Oldenburg oder Bremen. Auch die Teilnahme an einer Gedenkfeier des ehemaligen Durchgangslagers „Kamp Westerbork“ oder die Mitwirkung an einem Anti-Hooligan-Projekt gab es schon.

Spätestens in der 9. Klasse wird es nach Bünings Worten noch europäischer. Dann ist ein einwöchiges Austauschprojekt mit der polnischen Partnerschule „Gimnazjum Nowogrod Bobrzansky“ geplant. Vorher steht der gemeinsame Profilunterricht im Fach Technik und eventuell auch im Bereich Gesundheit und Soziales an den Berufsbildenden Schulen in Papenburg auf dem Stundenplan. Außerdem sollen sich die Schüler der drei Jahrgänge bei Kooperationen durchgängig bis zur 9. Klasse begegnen, sodass ein echter grenzüberschreitender dauerhafter (auch privater) Kontakt entstehen könnte.

Eine grenzüberschreitende Partnerschaft besteht zwischen den Gemeinden Bellingwolde und Rhede bereits seit 1979. Daraus entwickelte sich 1989 die Schulpartnerschaft zwischen der MAVO-Schule, heute Dollard-College, und der Ludgerusschule. Im Jahr 2004 wurde daraus ein Modellprojekt des niedersächsischen Kultusministeriums, dass nun auslief.


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