19.04.2017, 18:42 Uhr

Bewährungsstrafe Versuchte Vergewaltigung: 33-Jähriger in Papenburg verurteilt

Wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist ein 33-Jähriger vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Foto: Maike PlaggenborgWegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist ein 33-Jähriger vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Vor dem Amtsgericht Papenburg ist ein 33-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Ihm ist sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung an einer damals 14-Jährigen vorgeworfen worden.

Das dem Angeklagten vorgeworfene Vergehen liegt bereits weit mehr als drei Jahre zurück, wie der Staatsanwalt vortrug. Ende August 2013 soll der Mann das Wohnhaus des Mädchens von ihrer Mutter und Schwester unbemerkt betreten haben und in ihr Schlafzimmer gegangen sein. Der zur Tatzeit 29 Jahre alte Mann habe sie am Rücken berührt. Dann sei sie aufgestanden. Der Mann habe sie an den Oberarmen festgehalten und sie aufgefordert, sie solle sich ausziehen. Der Mann habe seine Hose geöffnet und ihr an die Brust gegriffen. Das Mädchen schrie, so der Staatsanwalt weiter, was die Mutter und Schwester hörten und schließlich ins Zimmer kamen.

Zeugin verließ Gerichtssaal weinend

Die heute 18-jährige Nebenklägerin, die den Gerichtssaal während des Vortrags des Staatsanwaltes unter Tränen verließ, gab später in der Verhandlung eine weitestgehend übereinstimmende Aussage ab – mit zwei Abweichungen. Demnach habe sich der Mann die Hose bis zu den Knien heruntergezogen und sie nicht nur geöffnet. Später gab sie an, sich nicht mehr genau erinnern zu können. Ob er sie an die Brust gefasst habe, konnte sie ebenfalls nicht mehr sagen.

Der Angeklagte dagegen bestritt die ganze Sache vor Gericht. „Ich habe sie nicht berührt“, sagte er. Die Eltern würden seiner Aussage nach auch wissen, dass er nichts gemacht habe. Die Nebenklägerin und ihre Mutter aber würden das seiner Aussage nach behaupten, weil es einst Streit mit ihm gegeben habe. Die jetzt 18-Jährige habe ihn um 20 Euro für Zigaretten gegeben. Darauf habe der Angeklagte sich nicht eingelassen. Darüber sei sie erbost gewesen. Außerdem sei ein Bekannter von ihm mit der Mutter liiert gewesen. Der Angeklagte hat nach Aussage der 18-jährigen Zeugin aber mit ihren Brüdern zu tun gehabt. „Ich habe ihn von Anfang an nicht gemocht“, sagte sie.

Angeklagter: „Die Familie schadet immer meinem Ruf“

Immer wieder betonte der 33-Jährige, dass die Schwester der Zeugin bei einem früheren Verhandlungstermin in dieser Sache ausgesagt habe, dass nichts passiert sei. Die in der Verhandlung verlesene Aussage der Schwester, die bei dieser Verhandlung nicht dabei sein konnte, bestätigte aber eher die Aussagen der Geschädigten. Demnach habe der Angeklagte einen Schlüssel zum Haus gehabt. Nach dem Vorfall sei das Schloss aber ausgewechselt worden. .„Die Familie schadet immer meinem Ruf“, sagte der Angeklagte, der außerdem von einem Anruf der Mutter der Zeugin nach der vergangenen Verhandlung, in dem sie sich bei ihm entschuldigt habe. Die Aussage ließ sich vor Gericht nicht bestätigen.

Staatsanwalt: Zeugin zeige „keine Belastungstendenz“

Sollte der Angeklagte recht damit haben, handele es sich um einen Komplott, führte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer aus. Dafür allerdings gebe es keine Anhaltspunkte, weil die Zeugin „keine Belastungstendenz“ zeige – „im Gegenteil“, so der Ankläger. „Wenn sie den Angeklagten zu unrecht hätte belasten wollen, hätte sie alles wiederholen und weiter aufbauschen können.“ Das aber habe sie nicht getan. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die sexuelle Nötigung mit versuchter Vergewaltigung stattgefunden hat.“ Wegen bereits vorhandener Vorstrafen des Angeklagten sprach der Staatsanwalt sich für ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung aus. Weil der Mann kein Einkommen hat, empfahl er statt einer zusätzlichen Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je zehn Euro 120 Arbeitsstunden.

Der Anwalt des Angeklagten sah den Vorwurf als nicht bewiesen an. Die unterschiedlichen Details würden voneinander abweichen. Das Gericht müsse überzeugt sein, „das heißt, dass keine Zweifel da sein dürfen.“ Er sprach sich daher für einen Freispruch aus. In seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.


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