21.03.2017, 13:11 Uhr

Bohrungen an der Alten Werft Forschungsgruppe sucht den Papenburger Befestigungsgraben


Papenburg. Dem Befestigungsgraben der Papenburg auf der Spur: Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Forschungsgruppe Archäologie und Naturwissenschaften mit der Geschichte der Fehnstadt. Bohrungen auf dem Gelände der Alten Werft sollen nun Erkenntnisse über die genaue Lage der mittelalterlichen Papenburg geben.

An mehreren Stellen bohrt sich am Dienstag die Rammsonde der Firma Bunte in das Erdreich. In unterschiedlichen Tiefen holt sie dabei Bodenproben hervor. „Wir suchen den Querschnitt des Befestigungsgrabens“, erklärt Naturwissenschaftler Hans-Joachim Albers. Bis zu sechs Meter tief gleitet die Sonde in den nassen Boden. „Für eine Rekonstruktion des Querschnittes und eine räumliche Vorstellung benötigen wir die Bohrungen an unterschiedlichen Standorten auf dem Gelände.“

„1795 war der Graben noch vorhanden“

Interessant ist dabei für die Forschungsgruppe, welche Beschaffenheit der Boden vorweist. Daraus können sie Erkenntnisse ziehen, ob noch etwas vom Befestigungsgraben erhalten geblieben ist. Dass es diesen überhaupt gab, steht nicht zur Debatte. „1795 war der Graben noch vorhanden“, berichtet Vermessungstechniker Hans-Gerd Walker. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Gelände allerdings durch die Meyer-Werft genutzt. „Es besteht die Gefahr, dass dadurch alle Spuren im Untergrund verloren gegangen sind“, so Walker. Aber dieses Risiko gehen die Forscher ein. Albers: „Alle Arbeiten, die wir unternehmen, stehen immer unter diesem Vorbehalt.“

Vom Urkataster auf modernes Kartenwerk

Der Weg hin zu den jetzt durchgeführten Bohrungen war allerdings lang. Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich die etwa zehnköpfige Gruppe mit den Vorbereitungen. Vermessungstechniker Walker übertrug den Befestigungsgraben von alten Karten des Urkatasters auf modernes Kartenwerk. Dadurch gelang es, die heutige Lage des Grabens genau zu vermessen.

Wie lange die Suche dauern wird, kann keiner sagen. „Es kann schnell gehen, es kann sich aber auch zu einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen entwickeln“, erklärt Albers. Für die Bohrungen wurde erst mal ein Tag angesetzt. „Wir sind alle überzeugt, dass da noch was ist“, zeigt sich Walker optimistisch.

Verbindung nach Leer

Erstmalig erwähnt wurde die Papenburg nach Auskunft der Forscher im Jahr 1431. „Zum damaligen Zeitpunkt flüchtete Focko Ukena von seiner Burg in Leer zur Papenburg“, berichtet Albers. . Für die Gruppe war diese Verbindung genügend Motiv, erfolgreich in Leer nach dem Standort der Fockenburg zu suchen. „Jetzt mündet die Arbeit in der Suche nach der genauen Lage der Papenburg“, so der Naturwissenschaftler.

Stärkung der kulturellen Identität

Was die Gruppe, die sich aus Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammensetzt, antreibt, ist die Stärkung der kulturellen Identität. „Jeder bringt bei uns sein Wissen ein und leistet dadurch seinen Beitrag“, so Albers. Unterstützt werden die Forscher dabei auch von der Stadt Papenburg. Albers: „Dafür sind wir dankbar und es ermöglicht uns, einen Beitrag zur städtischen Kultur zu leisten.“


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