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20.03.2017, 21:11 Uhr KOMMENTAR

Zum Ringen um die Friesenbrücke: Glaubwürdigkeit verspielt

Kommentar von Gerd Schade

Reparatur oder Neubau? Seit Monaten ringen Bund und Land um diese Frage und die Finanzierung. Foto: Lars Klemmer/dpaReparatur oder Neubau? Seit Monaten ringen Bund und Land um diese Frage und die Finanzierung. Foto: Lars Klemmer/dpa

Papenburg. Das Tauziehen um einen Neubau der Friesenbrücke bei Weener geht nach dem nächsten ergebnislosen Spitzengespräch weiter. Wie peinlich. Ein Kommentar.

Außer Spesen wieder nichts gewesen: Die Hängepartie um die vor mehr als einem Jahr bei einer Schiffskollision zerstörte Friesenbrücke über die Ems bei Weener bleibt weiter nur noch peinlich.

Dass das ernüchternde Ergebnis im Ringen zwischen Bund und Land ist, dass es wieder kein Ergebnis gibt, nagt gefährlich an der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Politik, aber auch der Wirtschaft. Im Grunde sind sie bereits verspielt. Inzwischen ist so viel Wasser die Ems heruntergeflossen, dass alle Beteiligten ausreichend Zeit für eine Entscheidung hatten. Von ihnen darf erwartet werden, dass sie schneller erkennen, was machbar ist und was nicht.

Hinter den Kulissen gibt es offenbar mächtig Krach. Dass der Bund nun bis Ostern eine Beteiligung an den Mehrkosten prüfen will, riecht in den Monaten vor der Bundestags- und der Landtagswahl außerdem stark nach Hinhaltetaktik. Wieso hat er das nicht längst getan? Klar ist, dass dadurch wieder wertvolle Zeit verstreicht, in der eine riesige Lücke in der Brücke klafft. Das Ringen um den Wiederaufbau taugt aber nicht als Wahlkampfthema – schon gar nicht, wenn er auf dem Rücken der Menschen in der Region ausgetragen wird, die weiter auf unbestimmte Zeit lange Umwege in Kauf nehmen müssen, um von der einen auf die andere Seite der Ems zu gelangen.


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