29.11.2016, 18:35 Uhr

Ausschuss votiert einstimmig Brücke in Papenburg wird zu „Wilhelm-Polak-Platz“

Wilhelm-Polak-Platz heißt künftig diese Brücke über den Hauptkanal am Papenburger Untenende. Foto: Christoph AssiesWilhelm-Polak-Platz heißt künftig diese Brücke über den Hauptkanal am Papenburger Untenende. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Der Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturausschuss der Stadt Papenburg hat am Montagabend einstimmig beschlossen, die Brücke über den Hauptkanal in Höhe des Deverwegs als „Wilhelm-Polak-Platz“ zu benennen. Im Frühjahr 2017 soll eine Gedenktafel für den Papenburger Holocaust-Überlebenden enthüllt werden.

Ausschussvorsitzender Burkhard Remmers (CDU) sagte vor der Abstimmung, er sei froh, dass mit der Benennung der Brücke ein weiterer Aspekt der Erinnerungskultur in Papenburg hinzukomme. „Wir haben die Stolpersteine in der Stadt, wir haben den Gedenkstein am früheren Synagogenstandort und nun den ,Wilhelm-Polak-Platz´. Ich bin froh, dass wir in Absprache mit der Familie Polak zu einer guten Lösung gekommen sind“, so Remmers.

Ohne Diskussion schlossen sich die Ausschussmitglieder mit einem einstimmigen Votum dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an, den Kreuzungsbereich von Hauptkanal rechts und links, des Deverwegs und der Dechant-Schütte-Straße als Wilhelm-Polak-Platz zu benennen. Im kommenden Frühjahr soll es Remmers zufolge eine „würdige Veranstaltung“ zur Enthüllung einer Gedenktafel geben.

Vorschlag der Stadt letztlich zugestimmt

Remmers erteilte Polaks Witwe Inna, die zu den Gästen der Ausschusssitzung zählte, nach der Abstimmung das Wort. Sie habe sich der Entscheidung ihrer Kinder gefügt, die dem Vorschlag der Stadt letztlich zugestimmt hätten. „Eine Straße nach meinem Mann zu benennen, wäre aber wohl das Größte auch für ihn gewesen“, so Polak. Ohne Namen und genaue Einzelheiten zu nennen, griff sie einen Ratsabgeordneten scharf an: Wegen „persönlicher Befindlichkeiten eines Ratsherren“ sei es zu einer „peinlichen Debatte“ im Vorfeld der Benennung gekommen. Die Erinnerungskultur in Papenburg kritisierte sie. Es habe nicht nur ihren Mann gegeben, an den in Papenburg erinnert werden müsse. „Es werden viele nicht gewürdigt, die es auch verdient hätten“, so Inna Polak.

Brief der Familie an den Stadtrat

In einem Brief, den die Hinterbliebenen des im Jahr 2015 verstorbenen Wilhelm Polak im Mai dieses Jahres an alle Mitglieder des Stadtrates geschickt hatten , machte die Familie zunächst deutlich, dass für sie nur der jetzige Deverweg 1-7 für eine Benennung nach Wilhelm Polak infrage komme. Dort stehe das Stammhaus der Familie aus dem 18. Jahrhundert, hieß es in dem von Polaks Witwe Inna, seinen Kindern Esther Argentato und Oliver Polak sowie seiner in New York lebenden Schwester Ilse unterzeichneten Schreiben.

Das war jedoch aus Sicht der Stadtverwaltung nicht möglich. Laut Bürgermeister Jan Peter Bechtluft hätte bei der Umbenennung eines Teilabschnitts des Deverwegs zwischen Hauptkanal rechts und der Straße „Am Ems-Center“ die komplette Nummerierung der Häuser im weiteren Verlauf des Deverwegs geändert werden müssen. Die Stadtverwaltung hatte stattdessen vorgeschlagen, den Teilabschnitt des Deverwegs zwischen der Dechant-Schütte-Straße und dem Hauptkanal links in „Wilhelm-Polak-Weg“ umzubenennen. Das war nach Angaben von Bechtuft aber seitens der Familie nicht gewünscht gewesen.


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