18.11.2016, 16:25 Uhr

Musterstrecke am Mittelkanal gemäht Uferbewuchs an Papenburger Kanälen auf dem Prüfstand

Wieder abgemäht ist das Ufer am Mittelkanal in Papenburg. Auf einer Versuchsstrecke waren Gräser angepflanzt worden und die Uferböschungen wurden weniger häufig gemäht, um den Nährstoffeintrag in das Wasser zu reduzieren. Foto: Christoph AssiesWieder abgemäht ist das Ufer am Mittelkanal in Papenburg. Auf einer Versuchsstrecke waren Gräser angepflanzt worden und die Uferböschungen wurden weniger häufig gemäht, um den Nährstoffeintrag in das Wasser zu reduzieren. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Das hohe Gras am Ufer des Mittelkanals in Papenburg ist verschwunden. Eine Musterstrecke von 1,5 Kilometern war im August 2013 bepflanzt worden, um weniger Nährstoffe in den Kanal einzubringen. Im kommenden Frühjahr sollen sich die politischen Gremien der Stadt mit dem Thema Kanalbewuchs befassen.

Der hohe Uferbewuchs stieß nicht bei allen Bürgern auf Verständnis. So hieß es bei der Versammlung des Bürgervereins vom Obenende am vergangenen Mittwochabend von einem Anlieger, die Kanäle hätten „noch nie so schlimm ausgesehen“. Er hoffe, dass nun wieder regelmäßig gemäht werde, so der Anwohner. Der „Wildwuchs“ sorge für ein ungepflegtes Erscheinungsbild und passe nicht zum Rest der Stadt. Positive Bewertungen zum Uferbewuchs auf der Musterstrecke gab es auf der Bürgerversammlung keine. Bei einer Anwohnerbefragung der Verwaltung im Jahr 2014 hatte es dagegen ein gemischtes Stimmungsbild gegeben.

Im Frühjahr berät die Politik über die Ergebnisse

Im Frühjahr beginnen in der Stadt wieder die Mäharbeiten an den Kanälen. Dann soll auch klar sein, wie der Uferbewuchs künftig aussieht. Stadtsprecher Heiko Abbas erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Musterstrecke im Jahr 2013 für drei Jahre angepflanzt worden sei. „In diesem Sommer waren die drei Jahre um und wir haben das Ufer wieder gemäht. In der Verwaltung wird das Versuchsprojekt nun ausgewertet und im Frühjahr zur Beratung in die Politik gehen.“ Dann solle entschieden werden, ob das Mähkonzept beibehalten werde oder der Versuch gegebenenfalls auf weitere Teile des Kanalnetzes ausgedehnt würde, so der Stadtsprecher.

Unterhaltskosten eingespart

Hintergrund des Versuchs ist, die Verkrautung des rund 33 Kilometer langen Kanalnetzes in der Stadt zu mindern. Regelmäßig wuchern in den Kanälen nach Angaben der Stadtverwaltung Pflanzen, die die Bewirtschaftung schwierig machen. Jährlich fallen für die Unterhaltung Kosten in Höhe von mehr als 380.000 Euro an. Um diesen Betrag zu reduzieren, wurde unter anderem mit dem Versuchsprojekt am Mittelkanal statt 20-mal pro Jahr nur noch einmal gemäht. Auf der Strecke wurden 20 verschiedene Gräser und Stauden am Ufer gepflanzt. Durch weniger Mäheinsätze sei laut Abbas der Grasschnitt in dem Kanalabschnitt fast halbiert worden. Somit habe sich auch der Eintrag von Nährstoffen vermindert, was zu weniger Algen und anderen Pflanzen im Wasser führe.

Im August hatte die CDU-Stadtratsfraktion gefordert, den Probelauf am Mittelkanal zu stoppen. Mehrfache Mahd der Böschungen bringe zwar höhere Unterhaltungskosten, trage aber deutlich zur Aufwertung des Stadtbildes bei.


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