31.10.2016, 11:15 Uhr

Millioneninvestition Meyer Werft baut Produktionshalle in Rostock

Bislang war die Neptun-Werft auf den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen spezialisiert. Das soll sich nun ändern. Foto: Neptun-WerftBislang war die Neptun-Werft auf den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen spezialisiert. Das soll sich nun ändern. Foto: Neptun-Werft

Papenburg. Die Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, ein Schwesterunternehmen der Meyer Werft, wird künftig die Maschinenraum-Module für die Kreuzfahrtschiffe in Papenburg und Turku bauen. Dafür errichtet das Unternehmen eine neue Produktionshalle. Sie soll 2018 betriebsbereit sein.

Die Werft kündigte am Montag in einer Pressemitteilung eine Millioneninvestition in zweistelliger Höhe an. Zur exakten Höhe machte sie aber keine Angaben.

Die Neptun Werft werde sich zukünftig darauf konzentrieren, schwimmfähige Maschinenraum-Module für die Kreuzfahrtschiffe in Papenburg und Turku zu bauen, die sozusagen schlüsselfertig dorthin geliefert werden. Bei diesen Modulen handelt es sich der Mitteilung zufolge um hochkomplexe Kraftwerke. Jeder Ozeanriese habe seine eigenen Stadtwerke an Bord. Es liefere die Energie für den Antrieb des Schiffes, aber auch für die komplette elektrische Versorgung des gesamten Hotelbereiches, der Küchen, der öffentlichen Räume und der Klimaanlage. Pro Schiff beläuft sich die installierte Leistung dieser Schiffsgrößen nach Angaben der Werft leicht auf etwa 60.000 bis 80.000 Kilowatt. „Das ist mehr als die doppelte Leistung des Heizkraftwerkes in Schwerin“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bis 2024 entstehen mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe

Die Neptun-Werft war bislang auf den Bau Flusskreuzfahrtschiffen (mehr als 60) sowie anderen Spezialschiffen spezialisiert. Nun beginne eine neue Ära, die eine neue Fertigungsanlage am Standort in Warnemünde erfordere.

Im Verbund der drei Werften in Papenburg, Turku und Rostock-Warnemünde entstehen bis 2024 mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe. Die Neptun Werft werde einschließlich der LNG-Tanks pro Jahr vier Maschinenraum-Module bauen. Jedes Modul werde 140 Meter lang, zwischen 38 und 46 Meter breit und 16 Meter hoch sein. „Wir wollen unsere Produktivität um mindestens 25 Prozent steigern. Insgesamt entspricht der Bau dieser vier maschinenbaulichen Großkomponenten jährlich dem Bau von 12 Flusskreuzfahrtschiffen“, erklärt der Geschäftsführer der Neptun-Werft, Raimon Strunck.

Der neue Hallenkomplex, der jetzt in Warnemünde entsteht, sei speziell für den Bau dieser komplexen Schwimmteile ausgelegt. Die Halle wird etwa 140 Meter lang, 60 Meter breit und 45 Meter hoch sein.

Mehr Arbeitsplätze

„Mit dieser Investition werden wir die Wettbewerbsfähigkeit aller drei Standorte weiter steigern. Unser Auftragsbuch ist riesig und die neuen Schiffe ebenso“, erklärt Werftchef Bernard Meyer. Nach seinen Worten übernimmt die Neptun Werft als Systemlieferant eine wichtige Rolle beim Bau von hochkomplexen Kreuzfahrtschiffen. Der Leistungsumfang, den die Werft zukünftig liefert, werde deutlich steigen und die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hat die Neptun Werft das anspruchsvolle Kompetenzfeld selbst aufgebaut. Sie werde damit zum Systemführer für den Bau dieser „Herzstücke“ der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Nicht nur die Dimensionen hätten sich dramatisch weiterentwickelt, sondern auch die Technologie. Bedingt dadurch, dass die neuen Kreuzfahrtschiffe zukünftig umweltfreundlicher mit LNG (Flüssiggas) und Brennstoffzellentechnologie betrieben würden, werde der technologische Anspruch der Arbeitsplätze auf der Neptun Werft höchsten Ansprüchen gerecht. Wie schon beim Bau der Flusskreuzfahrtschiffe will die Werft durch ausgefeilte Produktionsprozesse Serieneffekte beim Bau der Maschinenraum-Module erreichen.


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