31.10.2016, 06:23 Uhr

Ab Montag neue Anlaufstelle Helping Hands zieht von Aschendorf nach Lathen


Aschendorf/Lathen. Die Dörpener Hilfsorganisation Helping Hands bricht ihre Zelte in Aschendorf endgültig ab. Ab Montag, 31. Oktober 2016, ist das Gelände des früheren Gastronomieservice-Unternehmens Köttker in Lathen offiziell neues Domizil des Vereins und auch Anlaufstelle für Sachspenden.

Das Packen sind die ehrenamtlichen Helfer ja gewohnt. In den vergangenen Tagen und vor allem am Wochenende ging es ausnahmsweise aber nicht um den nächsten humanitären Hilfstransport, sondern um den Umzug. Denn trotz des jüngsten Rekord-Transportes mit zehn 40-Tonnen-Lkw nach Rumänien waren die ehemaligen Steilmann-Hallen in Aschendorf nicht komplett geräumt. Hier hatte der Verein seit Ende 2002 sein Zuhause. Nun muss alles raus, denn die Hallen sind inzwischen abbruchreif.

„Es regnet an mehreren Stellen rein. Wir hatten an drei Stellen Lecks in der Decke. Eine Reparatur lohnt sich aber nicht mehr“, berichtet Helping-Hands-Vorsitzender Hansi Brake. Sowohl Steilmann als auch der Surwolder Unternehmer Ludwig Jansen, der die Hallen zwischenzeitlich übernommen hatte, hatten dem Verein die Gebäude mietfrei überlassen. Dafür sind Brake und seine Mitstreiter sehr dankbar.

Nun aber brechen sie zu neuen Ufern auf. Der Kaufpreis in Höhe von rund 300.000 Euro für das frühere Köttker-Gelände an der Hermann-Kemper-Straße 4 in Lathen soll mithilfe eines im Juli gegründeten Fördervereins zusammengetragen werden. In seinem künftigen Zuhause hat der Verein noch mehr Platz als bisher. Das 10.000 Quadratmeter große Areal umfasst unter anderem (Gefrier-)Kühlhäuser, eine Lagerhalle mit Rampen und Büro.

Zu den ersten Neuerungen am neuen Standort zählt die Einrichtung eines Cafés in einem umgebauten Bauwagen für Leute, die Sachspenden bringen. Denn auch in Lathen gilt: Die Helfer, die seit mehr als 20 Jahren humanitäre Hilfe in Osteuropa mit dem Schwerpunkt Rumänien leisten, benötigen auch in Zukunft vor allem Bekleidung. „Das bleibt das A & O“, sagt Brake. Zudem bittet der Vereinschef darum, jeder Spende eine Tüte Nudeln beizulegen. „Das ist sozusagen Pflicht“, betont der Vereinschef. So kamen in den vergangenen Jahren zusätzlich tonnenweise Lebensmittelspenden zusammen, die unter anderem an Kinderheime geliefert wurden.

Apropos Tonnen: Das Gesamtgewicht des Umzugsmaterials beziffert Brake auf rund vier Tonnen. Darunter sind beispielsweise noch nicht verpackte Kleidungsstücke, Schuhe, Geschirr, aber auch Schulmöbel und Kirchenbänke sowie 600 Matratzen aus der zentralen Flüchtlingsnotunterkunft des Landkreises Emsland auf dem Gelände der früheren ADO-Gardinenwerke. Am Wochenende waren mehr als 20 Umzugshelfer im Einsatz. Nach wie vor mittendrin Willi Beranik. Er packt auch trotz seiner inzwischen 89 Jahre weiter kräftig mit an.

Und doch war die Arbeit auch trotz großzügiger Hilfe der Unternehmen Wocken (Haren), Hermes und Efken (beide Neubörger), die Lkw beziehungsweise Gabelstapler zur Verfügung stellen, nicht komplett zu bewältigen. „Wir werden auch die kommende Woche noch brauchen“, sagt Brake. Ohne die kostenlose Hilfe der Firmen wäre der Umzug für den Verein allein weder logistisch zu stemmen, noch zu bezahlen. Die Meyer Werft stellte leihweise fünf Container zur Verfügung.

Brake ist sich darüber im Klaren, dass der Verein durch den Umzug treue Sachspender aus Papenburg und Umgebung verlieren wird. „Wir haben aber allen gesagt, dass es auch andere tolle Organisationen wie das Rote Kreuz und die Malteser gibt und dass wir uns freuen, wenn sie trotzdem einmal im Jahr nach Lathen kommen.“ Den Spendern ist Brake dankbar. „Die Menschen hatten Vertrauen und waren treu. Trotz der Flüchtlingskrise haben wir beispielsweise nicht ein Hemd weniger bekommen.“

Dass sich der Verein in Lathen nicht etablieren könnte, fürchtet Brake nicht, im Gegenteil. „Unsere Arbeit ist bekannt. Auch dort werden die Leute kommen“. Überdies ließen sich neue Potenziale wie beispielsweise in Haren erschließen.

Der nächste Hilfstransport nach Rumänien (Termin: 21. April 2017) wird erstmals vom neuen Domizil aus rollen. Schon jetzt steht Brake zufolge fest, dass mindestens sechs Lkw bepackt werden.

Die Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr, zusätzlich montags von 19 bis 21 Uhr. Weitere Infos und Kontakt: Weitere Infos und Kontakt: 01 76 / 96 02 80 84 (Hansi Brake), Internet: www.helping-hands-ev.de


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