13.10.2016, 08:03 Uhr

Alten- und Pflegeheime betroffen Fälle von Krätze im nördlichen Emsland

Im Marien Hospital in Papenburg wurden seit dem Sommer mehrere Fälle von Skabies, der sogenannten Krätze, behandelt. Foto: dpaIm Marien Hospital in Papenburg wurden seit dem Sommer mehrere Fälle von Skabies, der sogenannten Krätze, behandelt. Foto: dpa

Papenburg. Im nördlichen Emsland sind seit dem Sommer mehrere Fälle der Hautkrankheit Skabies, der sogenannten Krätze, aufgetreten. Wie das Gesundheitsamt des Landkreises mitteilt, waren davon auch Alten- und Pflegeheime betroffen.

Landkreissprecherin Anja Rohde bestätigte auf Anfrage das Auftreten der Hautkrankheit, die durch die sogenannten Krätzmilben verursacht wird. Es seien Fälle im Krankenhaus Papenburg erkannt worden, so Rohde.

Dies bestätigte auch die Sprecherin des Marien Hospitals Papenburg Aschendorf, Silke Hilgemeier. Derzeit werde ein Patient, der an Skabies leide, behandelt. „Seit dem Sommer wurden immer mal wieder Patienten mit den Symptomen eingeliefert“, teilt Hilgemeier weiter mit. Nachdem die Fälle von Skabies erkannt worden seien, wurde sofort auch der Landkreis informiert, so die Hospitalssprecherin weiter.

Marita Bäcker, Pflegedirektorin im Marien Hospital, berichtet: „Unsere Mitarbeiter sind informiert und geschult, welche hygienischen Maßnahmen sie bei einem vorliegenden Fall von Skabies zu beachten haben, um eine Ansteckung zu verhindern.“

Gut behandelbar

Bei Skabies handelt es sich laut Rohde um eine durch Salbe und Tabletten gut behandelbare Hauterkrankung, die in der Regel direkt von Mensch zu Mensch durch engen Hautkontakt – ein Händelschütteln reicht in der Regel jedoch nicht aus – übertragen wird. Die Krätzmilben können auch indirekt über die Kleidung, Bettwäsche, Matratzen, Handtücher und Plüschtiere übertragen werden.

Rohde ergänzt, dass die Krankheit zumeist bei älteren und chronisch erkrankten Personen auftrete. Aktuell sei kein Kind betroffen. Erkrankte Personen sollten in jedem Fall den Hautarzt aufsuchen. Kleider, Bettwäsche, Handtücher und weitere Gegenstände mit längerem Körperkontakt sollten Hygienemaßnahmen (Waschen bei 60 Grad Celsius) unterzogen werden. Auch die Umgebung sollte speziell gereinigt werden. Darüber hinaus seien enge Kontaktpersonen zu ermitteln und ebenfalls zu behandeln.

Mitteilungspflicht

Für den Fall, dass Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten betroffen sind, besteht laut Rohde eine Mitteilungspflicht der Person oder dem Sorgeberechtigten gegenüber der Leitung der Einrichtung. Diese wiederrum sei verpflichtet, das Gesundheitsamt zu informieren.

Erkrankte und mögliche Erkrankte müssten bis nach der ordnungsgemäßen Behandlung separiert werden. Eine Isolation Betroffener sei bei der gewöhnlichen Skabies nicht notwendig, teilt die Kreissprecherin weiter mit.

Im Rahmen der infektionshygienischen Begehung der Kindergärten durch den Landkreis Emsland werde das Thema Skabies in Bezug auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie etwa der Wäscheaufbereitung mit den Leitungen der Einrichtungen besprochen. Ebenso werde den Einrichtungen ein entsprechendes Informationsblatt ausgehändigt.

Ansprechpartner beim Landkreis

Für Fragen von Bürgern zum Thema Skabies steht der Landkreis Emsland, Ansprechpartner Stefan Schulte, unter der Rufnummer 05931/441200 zur Verfügung.

Skabies-Fälle träten sporadisch immer wieder auf und seien aufgrund des Vorkommens der Milben grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, so Rohde. So werden jährlich Einzelfälle dem Gesundheitsamt des Landkreises Emsland bekannt. Eine Meldepflicht bestehe allerdings lediglich für Gemeinschaftseinrichtungen oder bei gehäuftem Auftreten in einer Einrichtung.


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