08.10.2016, 10:17 Uhr

Veranstaltung in der HÖB Juniorakademie in Papenburg fördert begabte Schüler


Papenburg. Zusätzlich zum normalen Unterricht in den Ferien lernen? 84 Schüler aus dem Weser-Ems-Gebiet haben sich mit der Teilnahme an der Nordmetall-Juniorakademie dafür entschieden. In der Historisch Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg haben sie acht Tage lang zu verschiedenen Themen geforscht.

„Alle Teilnehmer sind in einem bestimmten Bereich besonders begabt“, erklärte Maren Hawighorst vom Leitungsteam. In der Juniorakademie bekämen sie „Zusatzfutter“, womit sie ihre Begabung weiterentwickeln könnten. Die Schüler wollten selber mehr machen. „Hier treffen sie auf Gleichaltrige auf Augenhöhe, die ebenfalls lernen wollen“, sagte Hawighorst, die selbst Lehrerin in Oldenburg ist und sich dort im Bereich Begabtenförderung engagiert.

Unterschiedliche Begabungen

Acht Tage lang forschen die Schüler, die zwischen 14 und 16 Jahre alt sind, zu bestimmten Themen. Ihre Begabungen liegen in unterschiedlichen Bereichen. Ob Physik, Politik, Musik, Philosophie, Ökologie oder Robotik – für fast jeden ist etwas im Kursangebot dabei. „Im Vorfeld müssen sich die Schüler anmelden. Dazu gehört ein Motivationsschreiben und Nachweise, dass man sich schon bei Wettbewerben oder Ähnlichem mit dem Bereich beschäftigt hat. Außerdem brauchen sie ein Empfehlungsschreiben eines Lehrers“, erklärte Hawighorst. Die jeweiligen Kursleiter wählen dann die Teilnehmer aus. Jeder Kurs hat während der Akademie zwei Kursleiter, die den Rahmen für das Projekt vorgeben. „Bei der Umsetzung sind die Schüler dann aber meist frei“, erklärte die Lehrerin.

So präsentierte zum Beispiel der Politikkurs einen Film im Stile der „Heute Show“ zum Thema „Vorurteile gegenüber Flüchtlingen“. Eine Teilnehmerin des Musikkurses spielte ein selbst komponiertes Stück. Die Robotik-Teilnehmer präsentierten eine Stadt, die mit einem 3-D-Drucker gedruckt wurde. Die Programme für den Druck hatten sie selbst programmiert. Im Kunstkurs gestalteten die Teilnehmer verschiedene Bücher.

Mehr gelernt als in einem halben Schuljahr

„Das alltägliche Anforderungsniveau wird hier gesprengt“, sagte der Leiter der HÖB, Thomas Südbeck. Die Tage seien vollgepackt, oft würden die Teilnehmer von 8.30 bis 22 Uhr an ihren Projekten arbeiten. „Sie sind besonders motiviert. Das zeigt auch, dass sie ihre Ferien für die Teilnahme hier opfern“, so Südbeck. Bei der Präsentation der Ergebnisse in der HÖB zeigte sich Teilnehmer Julian von der Akademie begeistert. Er war das erste Mal dabei. „Ich wollte hier Erfahrungen sammeln und war im Endeffekt positiv überrascht, wie viel Spaß wir in der Gruppe hatten. Wir haben in den Tagen hier mehr gelernt, als in einem halben Schuljahr“, so sein Fazit. Kursleiter Ahlrich van Ohlen ist schon seit mehreren Jahren dabei: „So viele interessierte Schüler hat man oft nicht im Schulalltag“, sagte der ehemalige Lehrer. Der Unterschied sei aber auch, dass in der Akademie nicht wie in der Schule bewertet würde: „Hier darf sich jeder ausprobieren.“

Junge Talente fördern

Unterstützt wurde die Akadamie von der Nordmetall-Stiftung. „Wir wollen junge Talente Fördern. Es ist faszinierend, was die jungen Menschen hier gestalten und wie sie sich mit etwas auseinandersetzten“, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung, Kirsten Wagner.

Auch der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp sah die Akademie als eine positive Vorbereitung für das spätere Leben: „Es ist ein Prozess des lebenslangen Lernens, über die Schule hinaus bis ins Erwachsenenalter.“ Die Schüler würden hier lernen, sich die Fähigkeit zu bewahren, über den Pflichtbereich hinaus etwas zu machen.


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