16.09.2016, 11:39 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Emsüberführung am 18. September 2016 „Genting Dream“ verlässt Papenburger Meyer Werft am Sonntag

Bis zum kommenden Sonntag liegt die „Genting Dream“ noch im Hafen der Papenburger Meyer Werft. Foto: Christoph AssiesBis zum kommenden Sonntag liegt die „Genting Dream“ noch im Hafen der Papenburger Meyer Werft. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die „Genting Dream“, das neue Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft in Papenburg, soll am kommenden Sonntag, 18. September 2016, ab 14 Uhr über die Ems in Richtung Nordsee überführt werden.

Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwochnachmittag mitteilte, soll das 335 Meter lange Kreuzfahrtschiff gegen 14 Uhr die Papenburger Meyer Werft verlassen. Das erste Nadelöhr für das 39,7 Meter breite Schiff wird die 45 Meter breite Dockschleuse sein. Zur besseren Manövrierfähigkeit „lehnt“ sich der Ozeanriese an sogenannten Rollfendern an der Durchfahrt an und passiert mithilfe von riesigen Kunststoffrollen die Durchfahrt.

Überführung der „Genting Dream“: Kein Kran mehr nötig

Um 20 Uhr soll die Friesenbrücke in Weener erreicht werden, die nach einer Havarie kein Hindernis für die „Genting Dream“ ist. Ein Teil, das bisher durch einen Schwimmkran vor jeder Emspassage ausgehängt wurde, wurde vor der Überführung der „Ovation of the Seas“ im März dauerhaft entfernt, bis die Brücke wieder repariert werden kann. Somit entfällt der Einsatz des Kranes vor jeder Emsüberführung eines Papenburger Kreuzfahrtschiffes in Zukunft. Die Jann-Berghaus-Brücke in Leer soll am frühen Abend, gegen 22.15 Uhr erreicht werden.

Das Emssperrwerk bei Gandersum wird für die Überführung nach Angaben des NLWKN an Samstag um 13.30 Uhr geschlossen. Das Kreuzfahrtschiff soll das Bauwerk in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 3 Uhr passieren. Nach einer mehrtägigen Liegezeit im niederländischen Eemshaven geht die in der Papenburger Meyer Werft gebaute „Genting Dream“ auf technische und nautische Probe- und Einstellungsfahrten in der Nordsee. Danach wird das Kreuzfahrtschiff weiter für die Ablieferung vorbereitet, die für den 12. Oktober am Columbus Cruise Center in Bremerhaven terminiert ist. An Bord werden bis dahin die letzten Arbeiten erledigt. Die Crew, die sich schon weitgehend an Bord befindet, macht sich mit den Einrichtungen vertraut.

Manöver für das neue Kreuzfahrtschiff kann sich verschieben

Abhängig von den am Sonntag herrschenden Wetterverhältnissen kann sich das Manöver verschieben. In der vergangenen Woche konnte die Papenburger Meyer Werft noch keine genauen Angaben zum Zeitplan der Passage des Schiffes machen. Eine Rolle für den Termin spielen die Sommerstaubedingungen für das Emssperrwerk, die immer bis zum 15. September gelten. Ab dann ist es nach einem im September 2014 vom NLWKN genehmigten Antrag des Landkreises Emsland möglich, die Ems bis zu 52 Stunden auf bis zu 2,70 Meter über Normalhöhennull aufzustauen, um die Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer Werft in Richtung Nordsee zu überführen.

Laut dem Deutschen Wetterdienst soll es am Sonntag meist trocken bleiben, bei Höchstwerten um 21 Grad. Es werden durchziehende dichte Wolkenfelder erwartet, aber auch freundliche Abschnitte.

Die „Genting Dream“ ist das erste Schiff der neuen Reederei Dream Cruises . Die zum Genting-Konzern gehörende Reederei soll Premium-Marke für den asiatisch-pazifischen Kreuzfahrtmarkt werden.

Wenn der Meyer-Neubau am Sonntag auf der Ems in Richtung Nordsee überführt wird, nutzen die Fachleute des NLWKN gemeinsam mit zwei beauftragten Fachfirmen den Emsstau, um einen Ponton mit darauf montiertem Bohrgerät in den Altarm der Ems bei Vellage einzuschwimmen. Das teilte das Amt für regionale Landesentwicklung (Arle) schon in der vergangenen Woche mit.

Der Grund: Um die Zusammensetzung des dort vorliegenden Bodens zu erkunden, müssen laut Arle Bohrungen erfolgen. Wegen des weichen und schlickigen Grunds an den Uferzonen des Altarms seien im Frühjahr und im Juli zwei Versuche gescheitert, die notwendigen Bodenproben von einem Amphibienfahrzeug aus zu nehmen. Die Amphibienfahrzeuge fanden auf dem Untergrund keinen Halt und schafften es nicht, die vorgesehenen Bohrpunkte zu erreichen. Die Bohrungen sollen bis zu einer Tiefe von fünf Metern unter Geländeniveau reichen.


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