28.01.2016, 19:54 Uhr

Neue Ausstellung im Shop Papenburger Amnesty-Gruppe plant weitere Aktionen

Papenburgs Menschenrechtler von Amnesty International mit (von links) Gabriele Hoff, Gruppensprecher Gerold Siemer, Helga Freudenthal, Wolfgang Petrich, Marina Niesmann, Jörg Setzke und Rudolf Siemer. Foto: Hermann-Josef DöbberPapenburgs Menschenrechtler von Amnesty International mit (von links) Gabriele Hoff, Gruppensprecher Gerold Siemer, Helga Freudenthal, Wolfgang Petrich, Marina Niesmann, Jörg Setzke und Rudolf Siemer. Foto: Hermann-Josef Döbber

Papenburg. Die Ortsgruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) aus Papenburg hatte im Hotel „Graf Luckner“ zur Jahresversammlung geladen.

Sprecher Gerold Siemer sagte: „Manchmal zweifeln wir selbst schon einmal. Aber wenn wir dann erfahren, dass ein Mensch, für dessen Freilassung wir uns stark gemacht haben, aus dem Gefängnis freigekommen ist, dann gibt uns das wieder ein stückweit Hoffnung.“

Dem Gruppensprecher zufolge habe auch die Bevölkerung Papenburgs daran ihren Anteil. „Die Einwohner, und davon nicht wenige, unterzeichnen an unseren Infoständen Briefe und Petitionen für die Freilassung von Menschen, die irgendwo in der Welt, meist wegen der Ausübung der Freien Meinungsäußerung, inhaftiert wurden.“

Ein großer Erfolg ist laut Ana Tarwids stets der Briefmarathon im Rahmen des Weihnachtsmarktes an der Nikolaikirche. Dabei wurden fast 1000 Briefe zur Unterstützung verurteilter Menschen verschickt. „Einer davon war der 16-jährige Moses Akatugba, der zum Tode verurteilt wurde für eine Tat, die er nicht begangen hatte, aber gefoltert wurde, bis er endlich gestand.“ Die Freilassung des jungen Nigerianers sei angesichts des öffentlichen Drucks, den Amnesty International aufgebaut hatte, verkündet worden.

Im Fall des inhaftierten Oppositionspolitikers Mikalai Statkevich aus Weißrussland kam ebenfalls nach einem Einsatz von Schülerinnen der ai-Gruppe Papenburg am Staatlichen Gymnasium und am Mariengymnasium der Politiker wieder auf freien Fuß. Die Organisation schenke Menschen in Not und ihren Familien Hoffnung. „Wir sorgen dafür, dass sie nicht vergessen werden“, berichtete Benedickt Papen. Dies geschehe auf verschiedenen Wegen wie Eilaktionen, Briefe gegen das Vergessen, Online-Appelle, Petitionen oder auch den Amnesty-Briefmarathon. Gruppensprecher Siemer fügte hinzu, dass die Amnesty-Gruppe aus Papenburg allein über 5300 Unterschriften auf Petitionen, Briefen und Postkarten verschickt habe.

An eine ganz andere Aktion, an das im November 2015 durchgeführte „3. Rock for Human Rights Konzert“, von Jugendlichen der ai-Gruppe Papenburg geplant, erinnerte Rieke Hoffner, die an der Durchführung beteiligt war. Siemer freute sich, dass mit der öffentlichen Bücher-Telefonzelle, die für den Tausch von Büchern freigegeben wurde, sowie der Eröffnung eines „Amnesty-Shops“ die Papenburger Menschenrechtler dauerhaft im Papenburger Stadtbild präsent sind.

Angedacht für 2016 sind eine neue Ausstellung im Amnesty-Shop und ein Bücherbasar unter der Regie von Rudolf Siemer und Benedickt Papen. Aktuell laufen Bestrebungen, das Amnesty-Mobil nach Papenburg zu bekommen, eine regelmäßige Radiopräsenz auf der Ems-Vechte-Welle zu nutzen und die Neuauflage des Rockkonzerts durchzuführen. Mit Infoständen will die Gruppe wieder auf jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zwischen Werlte und Aschendorf präsent sein.

Infos zu Aktivitäten und Gruppentreffen können auf der Internetseite der Gruppe unter www.amnesty-Papenburg.de in Erfahrung gebracht werden.


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