26.01.2016, 07:37 Uhr

„Gelbe Säcke Privatsystem“ Kreis weist Kritik an Müllabfuhr in Papenburg zurück

Nach dem Eisregen vor gut 14 Tagen waren auch in Papenburg viele Gelbe Säcke liegengeblieben. Foto: Gerd SchadeNach dem Eisregen vor gut 14 Tagen waren auch in Papenburg viele Gelbe Säcke liegengeblieben. Foto: Gerd Schade

pm/gs Papenburg. Der Landkreis Emsland weist die Beschwerden des Papenburger SPD-Kreistagsabgeordneten Peter Raske an der Müllabfuhr zurück. „Die Kritik am Abfallwirtschaftsbetrieb zielt ins Leere“, heißt es in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung. Raske hatte moniert, dass die Gelben Säcke nach dem Eisregen vor 14 Tagen zum nächsten planmäßigen Abfuhrtermin wieder nicht abgeholt worden seien.

Landrat Reinhard Winter (CDU) reagierte am Montag mit Unverständnis auf die „Unkenntnis“, die aus Raskes Kritik spreche. „Als SPD-Kreistagsabgeordneter, der über die Abfallmüllgebühren mitentschieden hat, müsste Peter Raske eigentlich wissen, dass die Abfuhr der Gelben Säcke nicht zum Sammelsystem des Abfallwirtschaftsbetriebs Landkreis Emsland gehört“, erklärte Winter.

Das Sammelsystem „gelber Wertstoffsack“ sei vielmehr privat organisiert durch die „Grüner Punkt – Duales System Deutschland GmbH“ in Köln, erläutert der Landrat in der Stellungnahme weiter. Diese schreibt demnach die Abfuhr der gelben Säcke alle drei Jahre bundesweit aus und hat für das Emsland derzeit die Theo Augustin Städtereinigung GmbH & Co. KG, Meppen, kreisweit mit der Entsorgung der gelben Wertstoffsäcke beauftragt. „Der AWB ist somit nicht Auftraggeber der Dienstleistung. Aus diesem Grund hat der AWB keinen Einfluss auf die Entsorgung der gelben Wertstoffsäcke“, betont Winter.

Touren nachgeholt

Zudem werde die Entsorgung der Gelben Säcke über Lizenzgebühren, die Verpackungshersteller an das Duale System zahlen, finanziert und nicht über die Abfallgebühren im Emsland. „Mit den Abfallgebühren für Rest- und Biomüll, die der Kreistag beschließt, hat das Sammelsystem ,gelber Wertstoffsack überhaupt nichts zu tun“, stellt Winter klar.

Nach Angaben der Kreisverwaltung konnten die Säcke wegen der großen Mengen am vergangenen Donnerstag im nördlichen Emsland, darunter auch Teile der Stadt Papenburg, nicht vollständig abgefahren werden. „Die Touren wurden am vergangenen Freitag und Samstag nachgeholt. Das Unternehmen bestätigte jetzt auf Nachfrage des Landkreises Emsland, dass nunmehr alle Touren komplett – auch in Papenburg – abgefahren werden konnten“, betont die Kreisverwaltung.

Wegen vereister Straßen hatte sich die Müllabfuhr vor gut zwei Wochen gebietsweise verzögert oder war sogar komplett ausgefallen. In vielen Straßen waren die Anwohner aufgefordert worden, Säcke und Tonnen erst zum nächsten regulären Abfuhrtermin wieder rauszustellen. Weiterer Müll sollte in zusätzliche Säcke gefüllt werden. Der Abfall war vor allem in Seitenstraßen und Wohnsiedlungen liegengeblieben.

Raske hatte gefordert, die Kunden, die vor 14 Tagen nicht bedient worden seien, diesmal bevorzugt zu behandeln und sich über mangelnden Service beklagt. Zudem fragte er nach einer Rückerstattung der Abfallgebühren. Eine Entschuldigung sei jedoch das Mindeste, so der SPD-Politiker.

(Weiterlesen: Papenburger SPD-Kreistagspolitiker schimpft über Müllabfuhr)


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