15.10.2015, 12:36 Uhr

Akademie für Begabte Schüler forschen in den Herbstferien in Papenburg

Mit dem Tablet gesteuert: Die Teilnehmer des Robotik-Kurses zeigten 2014 den anderen das Modellauto, das sie selbst konstruiert haben. Foto: Juliane HornMit dem Tablet gesteuert: Die Teilnehmer des Robotik-Kurses zeigten 2014 den anderen das Modellauto, das sie selbst konstruiert haben. Foto: Juliane Horn

Papenburg. Auch in den Ferien früh aufstehen wollen 88 Jugendliche aus der Region Weser-Ems ab Freitag in Papenburg. Sie nehmen an einer „Juniorakademie“ der Nordmetall-Stiftung in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) teil.

Während sich viele ihrer Altersgenossen aufs Ausschlafen freuen, sehen die besonders begabten Jugendlichen acht arbeitsreichen Tagen entgegen. „Vielfalt entdecken – Neues schaffen“ lautet das Motto der Akademie.

Die Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 von 37 Gymnasien und Gesamtschulen können dabei aus sieben Kursen auswählen. Das Programm bietet mit Kunst oder Komposition über Physik und Robotik bis hin zum Politik-Kurs „Zuwanderung, Flucht und Asyl als Herausforderung globaler Migration“ verschiedene Themen zum Forschen, Lernen und Diskutieren. Am Donnerstag, 22. Oktober, findet ab 15 Uhr eine große Schlusspräsentation statt, bei der die Teilnehmer alle Ergebnisse auch aus den anderen Kursen erfahren.

Nico Fickinger, Vorstand der fördernden Nordmetall-Stiftung, begrüßt das Konzept. „In der Juniorakademie beschäftigen sich die Jugendlichen neben Robotik oder Kunst auch mit aktuellen weltpolitischen Ereignissen wie der Flüchtlingswelle“, erklärt Fickinger. „Dieses vernetzte Denken passt ausgezeichnet zu unserer dynamischen und innovativen deutschen Metall- und Elektroindustrie. Deswegen haben wir auch als Arbeitgeber ein besonderes Interesse daran, begabte und interessierte Jugendliche breit und interdisziplinär zu fördern.“ Nordmetall ist ein Arbeitgeberverband für 250 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland. Die Stiftung existiert seit 2004. Im Online-Klub www.nordbord.de finden naturwissenschaftlich-technisch interessierte Jugendliche ein Angebot an Experimenten, Informationen und Austausch mit Gleichgesinnten.

Für die Akademie in Papenburg konnten sich Schüler bis zu den Sommerferien bewerben. Mit mehr als 180 Bewerbungen gab es nach Angaben der Stiftung wieder mehr als doppelt so viel Interessierte wie Plätze. Gefragt waren Jugendliche mit vielfältigen Interessen und schneller Auffassungsgabe. Mit einer Empfehlung der Schule oder eines Lehrers oder beispielsweise der erfolgreichen Teilnahme an bestimmten Schülerwettbewerben konnte man eine besondere Leistungsfähigkeit nachweisen. Ausgewählt wurden die Teilnehmer von Fachberatern der Landesschulbehörde.

HÖB-Leiter Thomas Südbeck erläutert die Motivation der Bildungsstätte für das Programm: „Bei der Juniorakademie können sich begabte Jugendliche mit ähnlichen Talenten austauschen, auseinandersetzen und sich dabei weiterentwickeln. Mit der Förderung durch die Nordmetall-Stiftung können wir ihnen eine Woche voller Programm anbieten, für die sie in anderen Bundesländern das Doppelte oder Dreifache zahlen müssen.“ Gefördert wird das Projekt auch vom Kultusministerium des Landes Niedersachsen. So verbleibt für die Teilnehmer ein Kostenbeitrag von 145 Euro.

Die HÖB veranstaltet die Akademie zum achten Mal. Das Projekt findet statt im Rahmen der „Deutschen JuniorAkademien“, einer länderübergreifenden Initiative zur Förderung von besonders leistungsfähigen und motivierten Jugendlichen der Sekundarstufe I, koordiniert vom Verein Bildung und Begabung.


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