22.06.2014, 11:31 Uhr

Flüchtlinge in Mexiko Ausstellung in Papenburg zeigt „Unsichtbare Opfer“

Eröffnet wurde die Ausstellung durch (von links) Jan Peter Bechtluft, Sonja Tiek, Leiterin des Jugendgästehauses, Gerold Siemer und Nadja Barrientos. Foto: Anna KrögerEröffnet wurde die Ausstellung durch (von links) Jan Peter Bechtluft, Sonja Tiek, Leiterin des Jugendgästehauses, Gerold Siemer und Nadja Barrientos. Foto: Anna Kröger

Papenburg. Mit der Hoffnung auf ein neues Leben in den USA verlassen Tausende Menschen jährlich ihre Heimatländer in Zentralamerika und begeben sich auf eine gefahrvolle Reise durch Mexiko. Das Schicksal der Migranten thematisiert die Foto-Wanderausstellung „Unsichtbare Opfer“, die nun anlässlich des Weltflüchtlingstags im Papenburger Jugendgästehaus eröffnet worden ist.

In die Fehnstadt geholt hat die von Amnesty International (ai) initiierte Ausstellung die Papenburger Gruppe der Menschenrechtsorganisation. Zu sehen sind 36 Bildtafeln. Sie dokumentieren eindrucksvoll den mit hohen Risiken verbundenen Weg der Flüchtlinge durch den mexikanischen Staat an die US-Grenze. Bandenkriminalität, hohe Arbeitslosigkeit, Gewalt, Armut – die Gründe, die rund 200000 Menschen jährlich dazu bewegen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren und die gefahrvolle Reise auf sich zu nehmen, seien vielfältig, berichtete Referentin Nadja Barrientos von der Mexiko- und Zentralamerika-Koordinationsgruppe bei Amnesty International. Hauptfortbewegungsmittel um die rund 3000 Kilometer von der Südspitze Mexikos bis zur US-Grenze im Norden zurückzulegen, seien Güterzüge. Von den vielfach aus El Salvador, Honduras oder Guatemala stammenden Migranten wird er nicht ohne Grund „La Bestia“ genannt.

Barrientos zufolge sind die Migranten oftmals tagelang auf dem Dach des rollenden Gefährts unterwegs. Im Süden des Staates erwarte die Reisenden dann der lange Fußweg durch die Wüste, den sie nicht selten mit dem Leben bezahlen, so die Expertin. Räuberische Banden, korrupte mexikanische Beamte und skrupellose Schleuser sind weitere Gefahren.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft. Ebenso wie Gerold Siemer, Sprecher der ai-Ortsgruppe, verwies er darauf, dass die Thematik auch in Europa Anlass zur Sorge bereite. In den Medien seien fast täglich Meldungen über schiffbrüchige Flüchtlinge zu finden, so Siemer. Gerade deshalb hätte die Thematik im Zuge der Europawahl mehr „beackert werden müssen“, kritisierte Bechtluft.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. August zu sehen.


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