05.05.2014, 00:00 Uhr

Zwei Grundlagen Gößling geht auf einen alten Rufnamen zurück

Etwa 1600 Personen tragen den Nachnamen Gößling, der auch in den Schreibungen Gössling, Goessling und Goeßling erscheint. Symbolfoto: dpaEtwa 1600 Personen tragen den Nachnamen Gößling, der auch in den Schreibungen Gössling, Goessling und Goeßling erscheint. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unser Leser Holger Gößling aus Fresenburg ist schon länger auf der Suche nach der Bedeutung seines Familiennamens. Bislang ist er noch nicht fündig geworden.

Etwa 1600 Personen tragen den Nachnamen Gößling, der auch in den Schreibungen Gössling, Goessling und Goeßling erscheint. Der Name ist überwiegend in Nordwestdeutschland anzutreffen. Das stärkste Nest von Gößling zeigt sich im ostwestfälischen Kreis Herford. Es gibt mehrere Namenvarianten wie Gösling, Göhsling, Goßling, Gossling, Gosseling, Gosselink, Goßelink, Gosling und Goseling, die allesamt seltener sind als Gößling. Die meisten Namensformen gibt es auch in den Niederlanden, dort kommen noch die Namen Goselink, Gozeling und Goosselink dazu.

Die Erklärung von Gößling, Gösling, Gosling usw. stößt durchaus auf Schwierigkeiten, vor allem deswegen, weil der Name erst relativ spät bezeugt ist. Zwei verschiedene Möglichkeiten sind zu ermitteln.

Erstens handelt es sich um eine der zahlreichen Bildungen mit -ing, die auf den Vatersnamen bezogen sind. Dann ist Gößling/Gössling verkürzt aus Gösseling (heute ausgestorben, historisch bezeugt), und die Bedeutung ist „Sohn von Gössel“. Bei der nicht umgelauteten Namensform Goßling/Gossling ist die ältere Form des Namens noch als Gosseling, Gosselink und Goßelink erhalten.

Gössel, Gossel ist ein männlicher Rufname, der bei den Friesen noch bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich war. Gössel/Gossel gehört als Kosename zu den Rufnamen mit dem Namenwort Gôz- (germanisch Gauta-), das auf den Volksnamen der Goten bezogen war. Vor allem ist hier an den Männernamen Goswin zu denken. In Nordwestdeutschland ist Gössel/Gossel zwar schon sehr früh bezeugt („Gösselin“ 1135 in Köln), ist danach aber nur sporadisch nachzuweisen (zum Beispiel durch „Gossel Doven“ 1585 in Mehle bei Hildesheim). In Ostfriesland und in den angrenzenden Regionen sowie in Westfriesland und in den Niederlanden gehen die Familiennamen Gößling, Gösling, Gossling, Gosling usw. wahrscheinlich auf den Rufnamen zurück.

In mehreren Fällen ist historisch bezeugt, dass auch eine andere Grundlage der Namen in Frage kommt: So hießen beispielsweise die Inhaber einer Hofstätte in Detmold-Brokhausen 1507 „Hans Goschalking“ und 1590 „Gerke Goseling“. Der Hof Gosseling in Hilten im Landkreis Grafschaft Bentheim hieß 1332 „Gosschalking“. Hier wurde der Name Gosschalking = Godschalking („Sohn von Godeskalk/Gottschalk“) zu Gos(s)eling abgeschliffen. Der gleiche Ursprung ist für die 1498/99 im Münsterland bezeugten Namen Gos(s)elinck und Goslinck anzunehmen.

Alle Teile unserer Serie Namensforscher finden Sie unter www.noz.de/lokales/papenburg/Namensforscher


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