02.05.2013, 11:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Nach der letzten Fahrt DA-Abwrackwerft in Papenburg verwertet ausgemusterte Binnenschiffe

<em>Schiffsverwertung:</em> Unser Bild zeigt vor der Halle des Abwrackunternehmens DA in Papenburg die Firmenchefs Martin Deymann und Rolf Augustin (von rechts) sowie die FDP-Politiker Christa Ruhoff, Gerd Henkel und Hans-Michael Goldmann (von links). Foto: Klaus DieckmannSchiffsverwertung: Unser Bild zeigt vor der Halle des Abwrackunternehmens DA in Papenburg die Firmenchefs Martin Deymann und Rolf Augustin (von rechts) sowie die FDP-Politiker Christa Ruhoff, Gerd Henkel und Hans-Michael Goldmann (von links). Foto: Klaus Dieckmann

Papenburg. Auf das Abwracken eines Binnenschiffes pro Woche ist die Kapazität der DA Schiffsverwertung auf dem Gelände des Bera-Hafenterminals in Papenburg ausgelegt. Der vor einem Jahr gegründete Betrieb ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Harener Reeders Martin Deymann und der Augustin-Gruppe mit Stammsitz in Meppen.

Derzeit liege die Auslastung bei zwei bis drei Schiffen pro Monat, zeigte Deymann beim Besuch einer Delegation von FDP-Politikern um den Aschendorfer Bundestagsabgeordneten Hans-Michael Goldmann auf. Man sei auf gutem Weg, sich auf dem Markt zu etablieren. Das Unternehmen sei indes die erste zertifizierte Abwrackwerft für Binnenschiffe in Deutschland. Die Mitbewerber für das Unternehmen machte Deymann vor allem in den benachbarten Niederlanden aus.

1500 Tonnen „Beißkraft“

Ein Markenzeichen der DA Schiffsverwertung sei, dass das Recycling des stählernen Schiffskörpers komplett an Land in einer Halle stattfinde, knüpfte Rolf Augustin, Geschäftsführer der Augustin-Holding, an. Der Rumpf werde im Übrigen nicht mit Schweißgeräten auseinandergebrannt, sondern hydraulisch in Platten von knapp einem Quadratmeter geschnitten. Die „Beißkraft“ der Schere des eingesetzten Baggers betrage 1500 Tonnen. Drei Tage benötigt der Baggerführer nach Darstellung von Augustin, um den Rumpf zu zerkleinern.

Um die Binnenschiffe, die ein Gewicht zwischen 350 und knapp 500 Tonnen aufweisen, an Land zu hieven, setzt der Verwertungsbetrieb einen Ponton ein. Der hebt den Schiffskörper aus dem Wasser. Anschließend wird er per Winde in die 110 Meter lange Abwrackhalle gezogen. Dass das Schiff komplett an Land auseinandergeschnitten werde, sei durchaus eine Besonderheit, unterstrich Deymann. Bei den meisten Mitbewerbern würden die stählernen Rümpfe über eine Slipanlage an Land gezogen und auf der schrägen Rampe schrittweise zertrennt.

Vor dem Gewinnen des recyclingfähigen Metalls – in erster Linie Stahl, aber auch Materialien wie Kupfer und Aluminium – stehen die umweltgerechte Entsorgung unter anderem von Kraftstoffrückständen, die Entrümpelung sowie die Reinigung des entkernten Rumpfes. Den Metallschrott verkauft die Verwertungsfirma an Stahlwerke und Gießereien. Erträge bringen ebenfalls Aggregate, elektronische Geräte und Einrichtungsgegenstände aus den Kabinen.

Die Binnenschiffe, die abgewrackt werden sollen, fallen DA derweil nicht in den Schoß. „Wir müssen die Schiffe in einem Bieterverfahren erwerben“, erläuterte Deymann, in dessen Händen in erster Linie die Akquise von Aufträgen liegt. Die Gründe dafür, warum die Fahrt zur Abwrackwerft führt, seien indessen vielschichtig. Zum Teil würden Schiffe bewusst aus dem Markt genommen, andere wiederum hätten den Ablauf ihrer Lebensdauer erreicht. Auch gäbe es Angebote von Binnenschiffern, die sich aus der Branche zurückziehen wollten, sowie von Banken, die über Schiffe aus einer Insolvenz verfügten.

Zehn Arbeitsplätze

Der Verwertungsbetrieb DA – die Bezeichnung spiegelt die Namen der Firmengründer Deymann und Augustin wider – hält derzeit zehn Arbeitsplätze vor. Die Hälfte der Beschäftigten kommt über Subunternehmen. Der Weg hatte Martin Deymann und Rolf Augustin im Übrigen nach Papenburg geführt, da sie hier auf dem Areal des Bera-Hafenterminals eine entsprechende Halle anmieten konnten. Zudem seien sie bei der Stadt als Inhaber des kommunalen Seehafens mit ihrem Vorhaben zur Schiffsverwertung auf offene Ohren gestoßen. „Wir kommen hier hervorragend zurecht“, würdigten sie auch die gute Zusammenarbeit mit der Hafenmeisterei.


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