14.10.2010, 09:53 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Das Durchsetzungsvermögen schulen Marcel Venema zählt zu den jüngsten Fußballschiedsrichtern im Kreis

Seit einem Jahr als Unparteiischer aktiv: der 14-jährige Marcel Venema, hier mit den Schiedsrichtern Markus Thiel (l.) und Heiner Lohmann.Foto: Tim GallandiSeit einem Jahr als Unparteiischer aktiv: der 14-jährige Marcel Venema, hier mit den Schiedsrichtern Markus Thiel (l.) und Heiner Lohmann.Foto: Tim Gallandi

trg Papenburg. Fußballer sein, das ist für viele Kinder und Jugendliche beliebtes Hobby und künftiger Traumjob zugleich. Schiedsrichter sein dagegen auf den ersten Blick weniger, obwohl das regelmäßige Leiten eines Spiels nicht nur ein Dienst für den Sport ist, sondern auch eine Schule fürs Leben sein kann. Der Einstieg in die Branche der Unparteiischen ist schon im Jugendalter möglich.

Marcel Venema kennt beide Seiten. Der 14-Jährige kickt in der C-Jugend von Eintracht Papenburg – und hat sich nebenbei beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) im Kreis Emsland zum Schiedsrichter schulen lassen. Am kommenden Dienstag, 19. Oktober, beginnt in Lathen eine weitere Ausbildungsreihe für Nachwuchs-Referees.

Wie Marcel erzählt, habe er beim Fußballgucken schon immer interessiert verfolgt, wie die Unparteiischen in kniffligen Situationen entschieden. Durch seinen Cousin, der vor ihm den Schiedsrichter-Schein machte, kam er dann vor rund einem Jahr auf die Idee, selbst Spielleiter zu werden. Ein Entschluss, der in seinem Umfeld auf positive Resonanz gestoßen sei: „Meine Freunde fanden das ganz cool“, sagt der junge Papenburger, „und manche von ihnen wollten es auch werden.“ Bislang seien sie aber beim Spielen geblieben und hätten sich noch nicht zum Pfeifen durchgerungen.

Zum Einsatz kommt der Neuntklässler, der die Papenburger Michaelschule besucht, bislang in Spielen der C-Jugend-Kreisklasse sowie in Kreisliga- und Kreisklassenpartien bei den Frauen, mal als Schiedsrichter, mal als dessen Assistent an der Seitenlinie, etwa in Kreisliga-Begegnungen der Herren. Zu den Vorbildern unter den Schiedsrichtern zählt für Marcel ganz sicher Vereinskamerad Lennart Dornieden, der Partien der A-Jugend-Bundesliga sowie der Oberliga pfeift. Einmal selbst in höheren Klassen auf die Einhaltung der Regeln achten – das kann sich Marcel Venema ebenfalls vorstellen. „Wenn ich’s auch mal so hoch schaffe, will ich die Chance natürlich wahrnehmen.“ Bis dahin genießt er den Spaß am Sport – und die weiteren Vorteile, die sich für Schiedsrichter bieten, etwa den freien Eintritt zu allen Spielen des DFB und die Aufbesserung des Taschengelds.

Markus Thiel und Heiner Lohmann sind im NFV-Kreis Emsland selbst als Schiedsrichter aktiv. Sie skizzieren die wichtigsten Voraussetzungen für diese Tätigkeit: Einsatzbereit müsse man sein und körperlich fit, außerdem die Regeln kennen. Wichtig seien darüber hinaus bestimmte psychologische Faktoren, die der Einsatz auf dem Spielfeld allmählich mit sich bringe: Durchsetzungsvermögen, Schlagfertigkeit und die Fähigkeit, mit Kritik umgehen zu können. Viele Schiedsrichter, so Lohmann, profitierten davon im Berufsleben. Je nach Job gelte es auch dort, sich durchzusetzen, kurzfristig Entscheidungen zu treffen und diese vertreten zu können.

Mögliche Ängste vor einem Sprung ins kalte Wasser seien unbegründet, denn bei den ersten Spielen als Verantwortliche, erklärt Thiel, würden jüngere Schiedsrichter in der Regel von älteren, erfahreneren begleitet. Ehe es so weit ist, müssen die Anwärter zehn jeweils zweistündige Übungsabende absolvieren sowie eine schriftliche Prüfung bestehen.

„Schiedsrichter werden“, sagen Thiel und Lohmann, „kann man auch noch mit 50.“ Bei den Lehrgängen sei aber vor allem die Altersstufe der 30- bis 40-Jährigen kaum vorhanden. Daher sei man froh, dass noch Schiedsrichter über 60 sich bereit erklärten, Partien zu leiten. „Ansonsten könnten nicht mehr alle Spiele besetzt werden.“

Auch Schiedsrichterinnen in spe seien in den Lehrgängen willkommen. Rund ein Dutzend gebe es bislang emslandweit. „Der Frauenfußball ist aber auf dem Vormarsch“, sagt Thiel mit Blick auf die WM in Deutschland im kommenden Jahr.

Der Lehrgang beginnt am Dienstag, 19. Oktober, um 19 Uhr im Clubraum von Raspo Lathen. Infos und Anmeldung bei Markus Thiel unter Tel. 05951/2572 oder E-Mail:markus-thiel@ewetel.net


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