28.11.2016, 14:58 Uhr

Nachgefragt bei Marco Beckmann Ein Bürgerbesuch aus Ostercappeln in Olsztynek


Ostercappeln. Marco Beckmann ist der Vorsitzende des in diesem Monat gegründeten „Partnerschaftsverein Olsztynek/Ostercappeln“. Der Verein setzt sich für den Aufbau der Partnerschaft mit Olsztynek (Hohenstein) in Polen ein. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich Beckmann zu Aufgaben und Zielen des Vereins.

Der Verein ist gegründet. Welche Schritte stehen jetzt als Nächstes an?

Zuerst einmal wird sich der Vorstand mit den notwendigen Geschäften, insbesondere der Eintragung in das Vereinsregister und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt, befassen. Außerdem werden wir in einer ersten Vorstandssitzung über die allgemeinen Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder sprechen. Wir müssen also erst einmal Dinge erledigen, die jeder Verein erledigen muss. Aber natürlich werden wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Partnerschaft inhaltlich gestalten wollen. Dazu wollen wir in einem ersten Schritt die Vorsitzenden der ortsansässigen Vereine und Verbände ansprechen und gemeinsam mit ihnen ausloten, inwieweit die Partnerschaft für den jeweiligen Verein oder Verband von Interesse ist. Über die Vereine und Verbände lässt sich die Partnerschaft am ehesten mit Leben füllen. Außerdem dürfen wir natürlich auch nicht aufhören, bei den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Ostercappeln um Interesse zu werben.

Welche Vorteile hat eine Vereinsmitgliedschaft für Privatpersonen und Vereine?

Wenn Vereine oder Privatpersonen für sich den Entschluss gefasst haben, dass sie sich für die Partnerschaft interessieren, sind sie durch eine Mitgliedschaft im Verein natürlich am nächsten an der Sache dran. Sie haben über das Stimmrecht ein gewichtiges Mitspracherecht beim Wirken des Vereins und können so natürlich auch Einfluss auf die Gestaltung der Partnerschaft nehmen. Insoweit kann die Mitgliedschaft große Vorteile bieten. Zudem kann nur Vorstandsmitglied werden, wer auch Vereinsmitglied ist. Wer also ganz aktiv ins Geschehen eingreifen möchte, muss Vereinsmitglied werden.

Welche Pflichten haben die Vereinsmitglieder – abgesehen von der Zahlung des Jahresbeitrags?

In der Satzung steht das sehr pathetisch geschrieben. Die Vereinsmitglieder haben die Ziele und Interessen des Vereins zu fördern. Das sollte man aber nicht überbewerten. In erster Linie geht es darum, dass Vereinsmitglieder keine Handlungen vornehmen sollen, die dem Vereinszweck schaden. Weitere Pflichten bestehen – abgesehen von der Beitragszahlung – nicht. Natürlich freuen wir uns über jeden, der tatkräftig mit anpackt, ob als Vorstandsmitglied oder nicht. Wir freuen uns aber auch über jeden, der den Verein nur ideell und/oder finanziell unterstützen möchte. Das kann und soll jedes Mitglied für sich selbst entscheiden.

Gibt es auf polnischer Seite ebenfalls einen Partnerschaftsverein oder soll ein solcher Verein dort gegründet werden?

In Polen werden alle Aufgaben, die mit der Partnerschaft zusammenhängen, in der Regel durch die Mitarbeiter des Rathauses selbst organisiert. Dass hierzu auf einen Verein zurückgegriffen wird, ist selten und – soweit ich weiß – ist das auch in unserem Fall nicht geplant. Sicherlich gibt es Argumente, die für das eine oder für das andere Modell sprechen. Letztlich ist es wichtig, dass innerhalb der jeweiligen Gemeinde Konsens über das gewählte Modell herrscht. Das ist in beiden Gemeinden grundsätzlich der Fall. Deshalb gehe ich davon aus, dass es auf beiden Seiten funktionieren wird, ob mit oder ohne Verein.

Der Ostercappelner Gemeinderat soll im Frühjahr die Begründung einer offiziellen Städtepartnerschaft beschließen. Was bedeutet das für den neu gegründeten Verein?

Zuerst einmal wäre das natürlich eine tolle Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit durch alle Beteiligten. In den letzten drei Jahren ist viel gelaufen und viele Personen – mit kommunalpolitischem Hintergrund und ohne – haben sich darum bemüht. Beide Gemeinden haben deutlich gezeigt, dass sie diese Partnerschaft wollen. Deswegen würden wir uns natürlich freuen, wenn die Kommunalpolitik durch einen entsprechenden Beschluss die bisher geleistete Arbeit bestätigen und uns das Vertrauen für die Zukunft schenken würde. Ein „Ja“ des Rates wäre dann auch ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und weitere Ideen für die inhaltliche Gestaltung der Partnerschaft zu entwickeln. Dann wissen wir, dass der Weg vorgezeichnet ist und können mit den Gemeindeverantwortlichen das weitere Vorgehen erarbeiten. Das wird eine anspruchsvolle Aufgabe, auf die sich der Vorstand freut. Wir freuen uns dabei vor allem auf die angesprochene Zusammenarbeit mit den Mandatsträgern und den Mitgliedern der Verwaltung sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Schließlich soll das Ganze ja eine Partnerschaft der Gemeinde und nicht des Vereins allein sein. Als erste richtige große Aufgabe würde vielleicht ein Bürgerbesuch aus Ostercpapeln in Olsztynek oder aus Olsztynek in Ostercappeln anstehen.

An wen können sich Bürger wenden, die sich für den „Partnerschaftsverein Olsztynek-Ostercappeln“ interessieren?

Wer Interesse am Partnerschaftsverein oder seiner Arbeit hat, kann sich gerne beim Vorstand melden. Die ersten Ansprechpartner sind hier Edeltraut Altemöller-Menke und meine Wenigkeit. Außerdem stehen natürlich auch die weiteren Vorstandsmitglieder gerne für Fragen zur Verfügung und auch das Rathaus der Gemeinde Ostercappeln dient sicherlich gerne als Ansprechpartner.


Der Vereinsvorstand:

Erster Vorsitzender: Marco Beckmann; 2. Vorsitzende: Edeltraut Altemöller-Menke: Schriftführerin: Renate Sperber;: Kassiererin: Christa-Maria Beckmann; Beisitzer: Hans Allenstein, Albrecht Beckmann, Rainer Ellermann, Frank Imbusch, Yannick Moormann und Albert Rattay.

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