14.09.2016, 17:33 Uhr

Zukunft von Gasthaus Linnenschmidt Integrativer Leuchtturm im Herzen von Venne


Venne. „Grandios“ nannte Bürgermeister Rainer Ellermann das neue Projekt des Venner Integrationsunternehmens „Initiative Sinnvolle Arbeit“ (ISA), die Übernahme des Traditionsgasthauses Linnenschmidt. In einem ersten Schritt soll ein ISA-Betriebsgebäude entstehen. In einem weiteren das Gasthaus mit seinem kulturellen, gastronomischen und Übernachtungsangebot erhalten und ausgebaut werden, damit Arbeitsplätze für Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung geschaffen werden können.

„Wir platzen aus allen Nähten, unsere jetzigen Büroräume reichen nicht mehr“, sagt ISA-Geschäftsführer Jürgen Linnemann. Schon seit einiger Zeit sei das Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Betriebsstandort. „Wir möchten uns mitten im Ortskern von Venne platzieren und damit einen Beitrag zu inklusiver Sozialraumgestaltung leisten“, so Linnemann weiter. Und so sei die Idee entstanden, bei Doris Linnenschmidt-Herder und Ulrich Herder anzufragen. Das Anliegen stieß bei den beiden auf offene Ohren. „Wir sind in einem Alter, in dem man ans Aufhören denkt“, sagt Doris Linnenschmidt-Herder. Die eigenen Kinder möchten das Gasthaus nicht übernehmen. „Deshalb sind wir glücklich, wenn es in unserem Sinne weitergeführt wird, und dass mit ISA ein inklusives Projekt hier einziehen möchte.“ „Es freut mich, dass Sie so zusammengekommen sind“, sagt Ortsbürgermeisterin Edeltraut Altemöller-Menke an das Ehepaar Linnenschmidt-Herder und den ISA-Geschäftsführer Linnemann gewandt. „Wir können uns glücklich schätzen, wenn es für das traditionsreiche Venner Gasthaus Linnenschmidt eine Zukunft gibt.“

Viele Herausforderungen

„Wir stehen ganz am Anfang. Es gilt, in einem nächsten Schritt Gutachten mit der Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte zu erstellen und die Anerkennung des Projektes als Integrationsunternehmen beim Integrationsamt des Landes Niedersachsen sowie Fördermittel bei der Aktion Mensch zu beantragen. Der Aus- und Umbau soll über Spenden, Fördergelder und Darlehen finanziert werden, was insgesamt noch eine große Herausforderung darstellt. Wenn die Mittel gesichert sind, sollen die Vorhaben zeitnah umgesetzt werden“, erklärt Linnemann das weitere Vorgehen. Es gebe viele Herausforderungen, denn die Gebäude müssten energetisch und im Kern saniert werden. Das Betriebsgebäude, das in dem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Nebengebäude als erstes Projekt ansteht, wird barrierefrei erstellt. Büro- und Schulungsräume für die ISA-Fachdienste „Berufliche Integration“, „Ambulant Betreutes Wohnen“ und den „Familienunterstützenden Dienst“ sollen dort unterkommen. Zudem soll es in dem Gebäude barrierefreien Wohnraum für bis zu acht Personen geben. Auch ein Freizeittreff ist vorgesehen.

Kulturelles Erbe

„Der Architekt, der die Planung übernehmen möchte, muss sich auch mit Denkmalschutz, Barrierefreiheit und vor allem in der Formulierung von EU-Förderanträgen auskennen“, betont Bürgermeister Ellermann. Zurzeit stünden die Chancen gut, an Fördermittel heranzukommen. „Alles, was wir als Ort, Gemeinde und ich als Bürgermeister tun können, um dieses Projekt zu unterstützen, wird getan“, sichert Ellermann zu. „Natürlich möchten wir auch das kulturelle Erbe übernehmen, denn hier schlägt das Herz des Venner Folk Frühlings und wir stehen in der Verantwortung, die 400-jährige Tradition des Hauses fortzusetzen“, sagt Linnemann. Alle Veranstaltungen und Vereinstreffen sollen fortgeführt und erweitert werden. „Es ist uns wichtig, auch die Dorfgemeinschaft mit einzubeziehen, ebenso Handwerksbetriebe aus der Region“, betont der ISA-Geschäftsführer. Natürlich werden auch Fachkräfte, die mit der Zielgruppe harmonieren, gesucht. „Wer beispielsweise später die Küche leitet, sollte möglichst frühzeitig dabei sein, um seine Erfahrungen im inklusiven Bereich in die Planung einfließen zu lassen“, sagt Linnemann. „Viel Arbeit kommt auf uns zu, aber wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Idee gemeinsam umsetzen können.“


Informationsabend und Mitgliederversammlung

ISA lädt Mitglieder und Interessierte zu einer öffentlichen Versammlung am Dienstag, 20. September, um 18 Uhr ins Gasthaus Linnenschmidt ein. Die Tagesordnung ist auf der Homepage unter www.isa-venne.de einsehbar. – ISA wurde 2010 in Venne gegründet und ist ein Fachdienst zur Förderung sozialer und beruflicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Bei ISA werden zurzeit 45 Personen im Rahmen verschiedener Dienstleistungen betreut. ISA beschäftigt mittlerweile 16 Mitarbeiter. Weitere Informationen telefonisch unter 05476/2149860 oder per E-Mail unter info@isa-venne.de

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