18.03.2014, 13:36 Uhr

Projekte vorgestellt Forschung in Schwagstorf für Landwirte

Junge Forscher und Lehrkräfte. Im Bild vorne von links, Pia Hengelbrock, Eva Stückmann und Lena Endebrock; dahinter Kevin Pawlak, Niels Meyer-Holtkamp und Friedrich Held. Hinten Henrik Leewe. Foto: Willi SchmutteJunge Forscher und Lehrkräfte. Im Bild vorne von links, Pia Hengelbrock, Eva Stückmann und Lena Endebrock; dahinter Kevin Pawlak, Niels Meyer-Holtkamp und Friedrich Held. Hinten Henrik Leewe. Foto: Willi Schmutte

WS Schwagstorf. Lernen, Forschen und mit Projekten schrittweise Verbesserungen erzielen, das ist es, was den Weg in ihr Berufsleben begleitet. Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen aus Osnabrück-Haste setzen das um. Sie besuchen die zweijährige Fachschule Agrarwirtschaft und haben mit Friedrich Held, Fachlehrer für Agrarwirtschaft aus Schwagstorf, einen Mentor, der sie fördert und fordert. Und der hat wiederum mit seinem Lehrerkollegen Henrik Leewe aus Diepholz eine tatkräftige Unterstützung bei der Projektarbeit.

Welches Stroh nimmt mehr Flüssigkeit auf? Auf welchem Boden bringt das Saatgut den wirtschaftlichsten Ertrag? Welche Stallart dient der Tiergesundheit? Eva Stückmann aus Spenge, Pia Hengelbrock aus Bissendorf, Lena Endebrock aus Schleptrup sowie Kevin Pawlak und Niels Meyer-Holtkamp, beide aus Venne, trafen sich bei ihrem Lehrer in Schwagstorf, um ihre Ausarbeitungen vorzustellen. Auch Lehrerkollege Henrik Leewe war gekommen.

„Jugend forscht“, unter diesem Leitwort stehen die Aktivitäten, die Versuche und Ausarbeitungen der ehrgeizigen jungen Leute. Etwas Messbares erzielen, Ergebnisse auswerten, etwas in ihre Arbeitswelt mitzunehmen, – darum geht es.

Was bewegt eine junge Frau aus der Stadt, in der Landwirtschaft zu arbeiten?

Pia Hengelbrock aus Osnabrück hatte den Gärtnerberuf erlernt. Diese Fachrichtung gehört ebenfalls zur Agrarwirtschaft. Dann erkannte sie, dass erst eine landwirtschaftliche Ausbildung ihrem Berufsziel entsprechen würde. In Bissendorf fand sie den richtigen Hof. 120 Milchkühe mit einer Leistung von 30 Litern, 4,4 Prozent Fett, 3,5 Prozent Eiweiß, Fütterung mit einer Totalmischration. „Mehr Wert wird auf gesunde Kühe gelegt“, so die junge Landwirtin, die ihre Facharbeit zum Thema Fütterung geschrieben hatte.

Die Tiere werden im Boxenlaufstall gehalten, und den täglichen Weidegang können die Kühe selbst entscheiden. „Was passiert im Pansen der Kuh?“ Das war die Frage. Um den ph-Wert zu ermitteln, eine mögliche Übersäuerung festzustellen, arbeitete Pia Hengelbrock mit einer Sonde. Die Ergebnisse, je nach Fütterung, wertete sie aus und konnte so das Futter entsprechend zusammensetzen.

Konzipieren und Bauen eines neuen Kälberstalles, das hatte sich Lena Endebrock zur Aufgabe gemacht. Das war praktisch, denn auf dem Hof mit Milchvieh und Bullenmast war der vorhandene Kälberstall durch einen neuen zu ersetzen.

Mit einer Firma hatte sie alles erarbeitet und war zu einem optimalen Ergebnis – Neubau eines offenen Stalls – gekommen. „Durch die weitaus bessere Luft in diesem Gebäude kann nämlich eine Gesundheitsoptimierung bei den Tieren erreicht werden“, hat sie festgestellt. Mit der über dieses Thema geschriebenen Facharbeit erreichte sie übrigens im Bereich Arbeitsmarkt Platz eins in der Region Weser-Ems-Süd und konnte sich für den Landesentscheid in Clausthal-Zellerfeld qualifizieren.

Eva Stückemann aus Spenge, von einem Lohunternehmen kommend, hatte sich die sogenannte Unterfußdüngung beim Mais vorgenommen. Die Systeme Premaster und Strip-Till hatte sie dabei unter die Lupe genommen. Untersuchungsgegenstände waren unter anderem die Bodenverdichtung, die Wurzelausbildung und die der Kolben?

Und zu guter Letzt waren die Ertragsunterschiede wichtig. Kevin Pawlak hatte als Thema die Gegenüberstellung von Mais und Gras als Energiepflanzen für die Biogasanlagen gewählt. Faktoren wie (hohe) Pachtpreise und die Saatgut-Preise spielen eine Rolle. Aber auch die Frage „Was wächst wo besser?“. Die Hybrid-Grassorte „Sarvasi“, aus Ungarn kommend, stand bei ihm auf dem Prüfstand. Gegenüber dem herkömmlichen Mais sind hier zwei Ernten im Jahr möglich.

Qualität der Ackerböden

Auch Niels Meyer-Holtkamp beschäftigte sich mit Ackerböden. Welcher Boden ist für Roggen, welcher für Triticale besser geeignet? Am Puls der Natur, so könnte man die Projektarbeit der Berufsschülerinnen und -schüler nennen. Die Absolventen der Fachschule Agrarwirtschaft beeindruckten mit großer Fachkenntnis – und mit ebenso großem Enthusiasmus für ihren späteren Beruf.

Fachlehrer Friedrich Held stellte abschließend fest, dass die zweijährige Fachschule Agrarwirtschaft, Klasse 1, noch über freie Plätze verfügt. Interessierte sind also willkommen.


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