22.04.2017, 05:54 Uhr

Banken und Sparkassen So sind die Konditionen für Girokonten in Osnabrück

Bargeldauszahlungen am Geldautomaten sind längst nicht in allen Girokonto-Modellen kostenlos. Foto: dpaBargeldauszahlungen am Geldautomaten sind längst nicht in allen Girokonto-Modellen kostenlos. Foto: dpa

Osnabrück. Schluss mit gratis? Verbraucherschützer befürchten, dass Banken auf die Niedrigzinsphase zunehmend mit einer Erhöhung von Gebühren für Bankdienstleistungen reagieren. Wir haben uns deshalb die aktuellen Gebühren der Geldinstitute in und um Osnabrück einmal genau angesehen.

Das unabhängige Finanzportal Biallo hatte jüngst die Kontogebühren von Sparkassen geprüft und dabei ein besonderes Augenmerk auf Gebühren für Bargeldauszahlungen an Geldautomaten gelegt. Mit dem Ergebnis: Zehn Prozent der Sparkassen hätten bereits solche Kontomodelle. Verbraucherschützer äußerten daraufhin die Befürchtung, dass diese Praxis Schule machen könnte.

Fazit unseres Checks der Konditionen von Banken und Sparkasse in und unmittelbar um Osnabrück: Es gibt durchaus jetzt schon einige Kontomodelle, bei denen Gebühren für Bargeldauszahlungen an Geldautomaten verlangt werden.

Nur darauf zu schauen, ob dafür Kosten anfallen, hieße aber zu kurz zu springen. Auch die Frage, wie hoch die monatliche Grundgebühr für ein Girokonto ist, hilft alleine nicht viel weiter, denn es gibt auch Banken, die weder für das eine noch für das andere Geld nehmen, dafür aber für andere Leistungen saftige Gebühren verlangen.

Abhängig vom eigenen Umgang mit dem Geld auf dem Girokonto lohnt auch der Blick auf die Dispo- und Überziehungszinsen, denn ein kostenloses Girokonto oder eins mit günstiger monatlicher Kontoführungsgebühr ist oft mit höheren Zinsen verbunden. Für alle, die viel unterwegs sind, empfiehlt sich außerdem zu prüfen, wie gut das Geldautomatennetz des favorisierten Geldinstituts ausgebaut ist.

Was Kunden tun sollten

Jede Bank hat ihr eigenes Gebührensystem. Wer sicher gehen will, das für ihn am besten geeignetste Girokonto zu bekommen, muss zwei Dinge tun: 1.) die Angebote der Geldinstitute genau studieren, 2.) erfassen, wie die eigenen monatlichen Kontobewegungen im Durchschnitt sind, und was man vom Angebot der Banken nutzen will und wie oft. Es lohnt sich, bei der Prüfung der Kontomodelle auch auf die kleinen Sternchen zu achten, die auf wichtige Informationen im Kleingedruckten verweisen. So knüpft manches Geldinstitut die kostenlose oder günstige Kontoführung an einen bestimmten monatlichen Betrag, der auf das Girokonto eingehen muss.

So sieht es im Tarifdschungel aus

Beispiel: Die Postbank erhebt für ihr Konto „Giro extra plus“ keine Kontoführungsgebühr, wenn der Kontoinhaber über einen monatlichen Geldeingang ab 3000 Euro verfügt. Wer weniger verdient, bezahlt 9,90 Euro monatlich. Auch die Sparkasse Osnabrück bietet ein Konto an, das einen monatlich eingehenden Festbetrag belohnt: Im Modell „Girokonto online“ wird keine Kontoführungsgebühr verlangt, wenn ein Betrag von mindestens 950 Euro monatlich eingeht. Ist das nicht der Fall, kostet die Kontoführung 4,90 Euro. Bei der Commerzbank ist das Girokonto ab einem Betrag von 1200 Euro monatlich kostenlos.

Die Beispiele machen aber auch deutlich, dass die monatliche Kontogebühr allein keinen Aussagewert hat. So fallen im erwähnten Kontomodell der Commerzbank - mit Ausnahme von Überweisungen auf Papier - keine Gebühren für Bewegungen auf dem Konto an. Im Online-Kontomodell der Sparkasse kosten Geldauszahlungen am Automaten hingegen 15 Cent. Dieser Betrag wird in diesem Girokonto-Modell auch für Überweisungen, Lastschrifteinzüge und Online-Überweisungen erhoben. Bis zu einem Betrag von 1,50 Euro sind diese Leistungen aber frei.Ein genauer Blick auf die Konditionen und der Abgleich mit dem eigenen Umgang mit dem Girokonto sind also unerlässlich.

Girokontomodelle - diese Konditionen sollten Sie prüfen:

  • Wie hoch ist die monatliche Grundgebühr?
  • Ist eine EC-Karte darin enthalten?
  • Ist die Höhe der Grundgebühr an einen monatlich eingehenden festen Geldbetrag geknüpft?
  • Für welche Leistungen verlangt das Geldinstitut über die monatliche Grundgebühr hinaus Geld?
  • Wie groß sind das Filialnetz und das Geldautomatennetz der Bank oder der Cash-Group, der die Bank angehört?
  • Wie hoch sind die Zinsen für den Dispositionskredit (= der vereinbarte Betrag, bis zu dem ein Konto negativ belastet werden darf)?
  • Wie hoch sind die Zinsen für die Kontoüberziehung? (= unvereinbartes Überziehen eines Kontos)
  • Welche Sicherheitsstandards werden für Online-Banking angeboten?

Das beste Girokonto - was Sie sich fragen sollten:

  • Wie oft im Monat hole ich Geld am Geldautomaten?
  • Ist es für mich wichtig, dass die Bank deutschlandweit ein großes Netz an Geldautomaten vorhält, weil ich oft unterwegs bin und an verschiedenen Orten Geld ziehe?
  • Wie viele Kontobewegungen habe ich durchschnittlich im Monat?
  • Erledige ich meine Bankgeschäfte vorwiegend oder ausschließlich online?
  • Benutze ich die sogenannte beleghafte Überweisung, also einen Überweisungsschein aus Papier, den ich bei der Bank abgebe?
  • Benutze ich für Überweisungen den SB-Automaten des Geldinstituts oder den Dienst an der Kasse?
  • Welche der in teurere Girokontomodellen enthaltenen Leistungen werde ich nutzen? (Unterkonten, Rabatt bei Reisebuchungen, Vergünstigungen fürs Busticket, Rabatte bei Veranstaltungen etc.)
  • Lege ich Wert auf Versicherungsleistungen in Verbindung mit meiner Kreditkarte?
  • Muss ich öfter Daueraufträge ändern?
  • Sind für mich die Konditionen für Dispozinsen von Bedeutung, weil das Konto öfter im Minus ist?
  • Möchte ich beim Online-Konto den obersten Sicherheitsstandard?
  • Gibt es einen festen Betrag, der monatlich auf mein Konto eingeht, und wie hoch ist er?
  • Benötige ich eine Kreditkarte?

Das sind die Konditionen für Girokonten:

Wir haben uns durch den Dschungel der Kontomodelle der größten Geldinstitute in und um Osnabrück bewegt. Die Angaben basieren auf den Informationen der Internetauftritte der Geldinstitute (ohne Gewähr). Die Gebühr fürs Geldabheben am Automaten bezieht sich auf die Geldautomaten des jeweiligen Geldinstituts und Automaten der Gruppe, in der es sich mit anderen zusammengeschlossen hat. Die Liste der Geldinstitute erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Sparkasse Osnabrück:

Mit vier Girokontomodellen und je einem für junge Leute und für Kinder bietet die Sparkasse Osnabrück sechs Kontovarianten an. Beim „Girokonto online“ ohne monatliche Grundgebühr bei Gehaltseingang ab 950 Euro kosten das Abheben von Geld am Automat, Überweisungen und Lastschrifteinzüge jeweils 15 Cent. Zehn dieser Leistungen im Wert von 1,50 Euro sind frei. Fürs Modell „Giro-Basis“ erhebt die Sparkasse eine monatliche Gebühr von 2,90 Euro. Diverse Leistungen kosten extra, darunter auch Auszahlungen am Geldautomaten (35 Cent). Das gilt auch für Online-Überweisungen, Lastschrifteinzüge und Gutschriften. Die Kontoführungsgebühr im Modell „Giro-Live Komfort“ beträgt 7,90 Euro, beim leistungsstärkeren Modell „Giro-Live Premium“ 14,90 Euro. Bei beiden Modellen fallen keine weiteren Kosten für Bargeldauszahlungen oder andere Leistungen an. Im teuersten Modell sind unter anderen Leistungen im Bereich Reisebuchungen, Ticketbestellungen und Vergünstigungen beim Bus-Abo enthalten.

Volksbank Osnabrück:

Die Volksbank Osnabrück bietet drei Girokontomodelle an, über deren Konditionen sie nicht im Internet informiert. Für das „VR-Family-Konto“ wird eine monatliche Gebühr von 7 Euro erhoben, Gutschriften und Belastungen, Online-Überweisungen, die Ausführung von Daueraufträgen und die Verfügung von Bargeld am Automaten sind darin enthalten. Wer seine Überweisung am SB-Terminal der Volksbank erledigt, zahlt dafür 30 Cent, auf Papier kostet sie zwei Euro pro Stück. Das „VR-Privat-Konto“ kostet monatlich 4 Euro, Gutschriften und Belastungen kosten je 30 Cent, dasselbe gilt für Überweisungen online oder am SB-Terminal. Überweisungen auf Papier kosten 75 Cent die Ausführung eines Dauerauftrages 30 Cent. Das „VR-Online-Konto“ schafft mit einer Grundgebühr von 3,50 Euro monatlich und kostenfreien Gutschriften und Belastungen sowie Online-Überweisungen Anreize für Kunden, ihre Bankgeschäfte online zu erledigen. Wer doch eine Überweisung am SB-Terminal erledigt, bezahlt 30 Cent, für Überweisungen auf Papier 2 Euro. Für 2 Euro pro Monat kann eine Software für sicheren Online-Zahlungsverkehr und Kontoverwaltung genutzt werden.

Commerzbank:

Die Commerzbank bietet Kunden, die über einen monatlichen Eingang von mindestens 1200 Euro verfügen, ein kostenloses Girokonto an. Nur für eine Überweisung auf einem Papier-Überweisungsträger werden 1,50 Euro fällig, alle anderen üblichen Leistungen sind inklusive. Die Premium-Variante des Girokontos bei der Commerzbank kostet 9,90 Euro monatlich. Darin enthalten sind auch Kreditkarten, Versicherungsleistungen sowie eine 12-monatige Amazon-Prime-Mitgliedschaft.

Oldenburgische Landesbank:

Fünf verschiedenen Kontomodelle offeriert die Oldenburgische Landesbank ihren Kunden. Abgesehen von einem Girokonto für junge Leute bis 27 Jahre, das keine Grundgebühr hat, gibt es bei der OLB eine kostenlose Variante mit dem „Girokonto online“ für zwei Jahre, danach wird auch dieses Angebot kostenpflichtig. In der kostenlosen Zeit ist es an einen monatlichen Eingang von 1000 Euro geknüpft. Einzig für Überweisungen in Papierform wird Gebühr erhoben (2 Euro). Das „Girokonto Kompakt“ hat eine Grundgebühr von 5,90 Euro pro Monat, in der jede Form der Überweisung enthalten ist, auch auf Papier. Im „Girokonto Clasic“ mit einer Grundgebühr von 9,90 Euro ist eine Kreditkarte enthalten. Die Premium-Variante kostet 14,90 Euro pro Monat und enthält weitere Leistungen wie Rabatte bei Reisebuchungen. Bei allen OLB-Kontomodellen fallen keine Gebühren für Bargeldauszahlungen an Automaten oder andere Leistungen an.

Deutsche Bank:

Drei Kontomodelle bietet die Deutsche Bank an. Kostenlos ist auch hier das „Junge Konto“ für Schüler, Auszubildende und Studenten. Neukunden bekommen auch die beiden Varianten „Best-Konto“ und „Aktiv-Konto“ für 12 und 6 Monate kostenlos, nach Ablauf der Frist erhebt die Bank für die leistungsstärkere Variante (mit Kreditkarte und Rabatten bei Reisebuchungen) 9,99 Euro Monatsgebühr und 4,99 Euro fürs „Aktiv-Konto“, bei dem sich auszahlt, Überweisungen nur online oder am SB-Terminal zu erledigen (1,50 Euro pro beleghafter Überweisung).

Targobank:

Wer bei der Targobank ständig 10000 Euro auf dem Girokonto liegen hat oder über einen monatlichen Eingang von 600 Euro verfügt, kann das kostenlose „Online-Konto“ wählen. Bei geringerem Geldeingang kostet die Variante 3,95 Euro pro Monat. Auch das kostenlose „Komfort-Konto“ ist an monatliche Geldeingänge (2000 Euro) oder eine Einlage (25000 Euro) gekoppelt. Das höhere Geldvolumen wird mit weiteren Leistungen, darunter ein kostenloses Wertpapierdepot belohnt. Das Premium-Konto mit weiteren Leistungen ist bei einer Einlage von 50000 Euro kostenlos. Bei allen Modellen ist das Bargeldabheben am Automaten kostenfrei.

Sparda Bank Münster:

Das Konto „Sparda-Giro-Online“ hat keine Grundgebühr und keine Gebühren für Online-Aktionen und Bargeldauszahlungen. Überweisungen auf Papier oder die Einrichtung eines Dauerauftrages am Schalter schlagen mit jeweils 3,50 Euro zu Buche. In allen Modellen ist die EC-Karte mit 12 Euro pro Jahr zu berechnen. Das „Sparda-Giro-Flex“-Modell kostet 3,99 Euro pro Monat, Überweisungen und Buchungen sind kostenlos, auch, wenn sie auf Papier erfolgen. Für 5,99 Euro Grundgebühr ist im Girokonto „Sparda-Giro-Basis“ im ersten Jahr eine Kreditkarte enthalten.

VR Bank Kreis Steinfurt:

Fünf Girokontomodelle bietet die VR-Bank Kreis Steinfurt an. Bei den Modellen „VR-Classic“ und „VR-Online“ fallen 15 Cent pro Bargeldausgabe am Automaten an. In beiden Modellen mit einer monatlichen Grundgebühr von 3,90 Euro sind weitere Bankleistungen kostenpflichtig. Wer eine Buchung am SB-Terminal vornimmt, bezahlt im Classic-Modell 49 Cent, im Online-Modell 98 Cent. Für beleglose Buchungen werden 39 bzw. 5 Cent fällig. Das Online-Modell Plus mit einer Grundgebühr von 6,90 Euro hat keine Kosten für Geldauszahlungen. Für eine Grundgebühr von 9,90 Euro sind im Modell „VR-Komfort Plus“ alle üblichen Bankleistungen enthalten, im Modell „VR-Premium-Plus für 13,90 Euro monatlich auch eine Kreditkarte.

Volksbank Westerkappeln-Wersen:

Wer beim Konto „Giro-Online“ der Volksbank Westerkappeln-Wersen für eine monatliche Grundgebühr von 6,50 Euro alles online erledigt, zahlt nichts extra. „Giro-Classic“ ist ein Konto mit einer Grundgebühr von 4 Euro. Mit Ausnahme von Auszügen fallen darin für alle Bankleistungen Gebühren an: von 10 Cent für eine Online-Überweisung bis 80 Cent für eine beleghafte Überweisung. Das Geldziehen am Automaten kostet 30 Cent. Im Modell „Giro-Komfort“ mit der Grundgebühr von 12 Euro sind alle Bankleistungen inklusive. Mit „Giro-Smart“ bietet die Volksbank ein kostenloses Modell für junge Leute an.

Hypovereinsbank:

Das „HVB Aktiv-Konto“ der Hypovereinsbank hat einen monatlichen Grundpreis von 2,90 Euro. 5 Euro kommen pro Jahr für eine EC-Karte dazu. Online-Überweisungen sind kostenlos, die Nutzung des SB-Terminals oder beleghafte Überweisungen kosten 2,50 Euro. Für 7,90 Euro pro Monat kann der Nutzer des „HVB Plus-Kontos“ alle Formen von Überweisungen ohne weitere Kosten tätigen. In der Exklusiv-Variante des Girokontos für 14,90 Euro sind neben einer Kreditkarte weitere Leistungen wie Versicherungen und Rabatte bei Reisebuchungen enthalten. Die Bank hat auch ein kostenloses Startmodell für junge Leute. In keinem der Modelle kostet Geldabheben am Automaten etwas.

Volksbank Georgsmarienhütte-Hagen-Bissendorf:

Zu einem monatlichen Grundpreis von 5 Euro können Kunden im Konto „VR-Kompakt“ der Volksbank Georgsmarienhütte-Hagen-Bissendorf zehn Überweisungen kostenlos am SB-Terminal der Bank erledigen, zudem sind 20 Kontobewegungen enthalten. Jeder weitere sogenannte Geschäftsvorfall wird mit 39 Cent berechnet. Bargeldverfügungen an Automaten sind unbegrenzt kostenlos. 7,50 Euro pro Jahr fällt in diesem Modell für eine EC-Karte an. Im Modell „VR-Premium“ mit einer Grundgebühr von 8,90 Euro sind Bankleistungen bis zu 30 Geschäftsvorfällen enthalten. 4,50 Euro ist die Grundgebühr fürs Kontomodell „VR-Direkt“ in dem 40 Geschäftsvorfälle inklusive sind. 50 Cent pro Monat kostet der höchste Sicherheitsstandard beim Online-Banking. Für Bargeldauszahlungen gibt es in keinem dieser Modelle Gebühren.

Volksbank Bramgau-Wittlage:

Das Modell „Konto Individuell“ der Volksbank Bramgau-Wittlage hat einen Grundpreis von 3,90 Euro pro Monat. Für Online-Überweisungen werden 15 Cent erhoben, für Überweisungen auf Papier 35 Cent. Wer 8,90 Euro im Monat für das „Konto Komfort“ zahlt, hat diese Leistungen inklusive. In der Online-Variante „Konto Direkt“ für eine monatliche Gebühr von 3,90 Euro sind Online-Überweistungen kostenlos, für Bankgeschäfte in Papierform fallen 2 Euro pro Aktion an. Für junge Leute gibt es eine Variante ohne monatliche Grundgebühr. Für Geldauszahlungen an Automaten werden in keinem der Modelle Gebühren erhoben.


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