20.04.2017, 18:42 Uhr

Drangsal nicht beim Festival Änderungen und zusätzliches Programm beim Popsalon

Springen für Drangsal ein: Lea Porcelain mit Julien Bracht und Markus Nikolaus. Foto: Mickie Rosi RichterSpringen für Drangsal ein: Lea Porcelain mit Julien Bracht und Markus Nikolaus. Foto: Mickie Rosi Richter

Osnabrück. Lea Porcelain heißt die Band, die am Samstag für Drangsal einspringt, der sein Konzert beim Popsalon in der Lagerhalle kurzfristig absagen musste. In der Kleinen Freiheit gibt es derweil zwei zusätzliche Programmpunkte.

Pech? Schicksal? „Kann passieren“ hakt Guido Remmert vom Veranstalterteam Zukunftsmusik die Tatsache ab, dass Drangsal wegen eines Problems mit den Stimmbändern seinen von vielen erwarteten Auftritt beim Popsalon kurzfristig absagen musste. 2014 war Remmert schon einmal etwas Ähnliches passiert: Weil sich Jonas Schubert, Sänger und Zeremonienmeister der Band OK Kid, das Knie zerschmettert hatte, musste er seinen Gig einen Tag vor dem Popsalon absagen. Wie auch damals setzte sich Remmert jetzt nach der Absage von Drangsal mit seinen Kollegen Falk Schlukat und Chris Vorberg zusammen, um über Alternativen nachzudenken. „Falk erinnerte sich, etwas von Lea Porcelain gehört zu haben. Also hängten wir uns ans Telefon, um zu erfahren, ob man die Band auf die Schnelle buchen kann“, beschreibt Remmert die Notfall-Vorgehensweise. Es klappte: Obwohl Julien Bracht und Markus Nikolaus, die Masterminds von Lea Porcelain, mit ihrem Postpunk-Indie-Wave international aufgestellt sind und sich momentan gern nach England orientieren, sagten sie kurzfristig ihre Teilnahme am Popsalon zu.

Am Samstag wird sich also herausstellen, ob die ursprünglich aus Frankfurt stammenden Musiker ein adäquater Ersatz für Drangsal sind. Die Zielgruppe dürfte jedenfalls eine ähnliche sein: Lea Porcelain zelebrieren einen sehr britischen, melancholisch-düsteren Wave-Sound, der am ehesten an Joy Division erinnert. In ihren Videos agieren meist ziemlich fertige Charaktere in schrägen Kulissen. Nach Osnabrück kommen die beiden mit Schlagzeuger und Bassist zum Quartett angereichert, um ihr Debütalbum „Hymns To The Night“ vorzustellen, das Mitte Juni erscheinen soll.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass die Resonanz auf den 7. Popsalon sehr gut ist, wurde das Programm übrigens erweitert. Zusätzlich zu den im Programmheft abgedruckten Bands und Künstlern treten in der Kleinen Freiheit zwei weitere Acts auf: am Freitag und Samstag ab 20 Uhr. Sorgenkind nennt sich der Rapper, der aus der Battle-Szene stammt. Seinen Namen gab er sich nicht, weil es ihm stets schlecht geht und er daher traurige Texte reimt. Nein, Sorgen bereitet er unbeabsichtigt anderen Leuten, weil er nach eigener Einschätzung unzuverlässig und verpeilt ist. Er mag Kollegen wie Marteria, Casper oder auch Clueso und wenn er vom HipHop abschalten will, hört er sich Postpunkbands wie Sum 41 an.

Aus der Schweiz kommen zwei Frauen in den Popsalon, die dem zweistimmigen Gesang verfallen sind. Eine gewisse Melancholie macht sich breit, wenn Nora Steiner und Madlaina Pollina ihre Songs über Gott, den Teufel und die Welt singen. Derweil darf man am Samstag darüber rätseln, ob Faber, der nach den Frauen in der Freiheit auftritt, mit Madlaina verwandt ist. Der lebt nämlich ebenfalls in Zürich und heißt eigentlich Julian Pollina…


Popsalon vom 20. bis 22. April: Clubfestival in der Kleinen Freiheit, in der Lagerhalle, im Haus der Jugend, dem Glanz & Gloria und dem Stadtgalerie Café. Programm und Infos unter www.pop-salon.de

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