20.04.2017, 18:04 Uhr

Persönlicher Jazz: „De Profundis“ Natalia Mateo stellt im Lutherhaus neues Album vor

Natalia Mateo bei ihrem letzten Konzert im Lutherhaus. Vor zwei Jahren war das. Foto: Thomas OsterfeldNatalia Mateo bei ihrem letzten Konzert im Lutherhaus. Vor zwei Jahren war das. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Auf ihrem neuen Album „De Profundis“ geht Natalia Mateo ihren polnischen Wurzeln nach. Herausgekommen ist sehr persönliche Musik, die sie am Sonntag, 23. April, im Lutherhaus vorstellt.

Zerbrechlich klingt die Musik auf dem neuen Album von Natalia Mateo. Ihre Stimme, flirrende Klänge, ein bisschen Perkussion. Der Bass gibt einen Hauch von Sicherheit, aber „Bandoska“, ein polnisches Traditional, bleibt filigran und verletzlich. Und so geht es weiter mit „Eternity“ nach einem Gedichtdes britischen Dichters William Blake: Sonniger Drive, und Tiki-Taka-Perkussion aus Mateos Mund klingen gut gelaunt. Aber die Musik der letztjährigen Echo-Gewinnerin bleibt durchsichtig, dass man die Adern zu sehen glaubt: Die Jazzsängerin aus Polen mit Osnabrücker IfM-Sozialisation lässt einen ins Herz schauen. „De Profundis“ heißt das Album, wie der Beginn des 130. Psalms. Polnisch-katholischer Jazz also? Nein. Mateo singt eigene Lieder auf eigene polnische Texte, von Pilgern und Gebeten und knüpft damit an den religiösen Geist ihrer polnischen Heimat an. Sie befreit, zusammen mit ihrer Band, sehr jazzrockig den Dolly-Parton-Hit „I Will Always Love You“ von seiner Rührseligkeit. Sie singt, ächzt, flüstert, und die Band schneidert Klanggewänder, die sitzen wie angegossen: sehr fein.


Natalia Mateo:

  • „De Profundis“ CD, ersch. bei Act.
  • Releasekonzert: Sonntag, 23.4., 20 Uhr, Lutherhaus. Tickets: www.lutherhaus.info

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