20.04.2017, 14:47 Uhr

Refugee Law Clinic gegründet Kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete in Osnabrück

Der Vorstand der Refugee Law Clinic (von links): Amro Alhaidar, Jörn Simme, Antje Neelen, Tabea Kriesten und Thomas Matthies. Foto: Laura DederichsDer Vorstand der Refugee Law Clinic (von links): Amro Alhaidar, Jörn Simme, Antje Neelen, Tabea Kriesten und Thomas Matthies. Foto: Laura Dederichs

haba Osnabrück. Geflüchtete in Osnabrück unterstützen und ihnen eine kostenlose Rechtsberatung bieten: Zu diesem Zweck ist jetzt die Osnabrücker Refugee Law Clinic gegründet worden.

Bereits im Dezember vergangen Jahres schlossen sich einige Studierende der Universität Osnabrück sowie wissenschaftliche Mitarbeiter und Sozialarbeiter zusammen, um eine Rechtsberatung für Geflüchtete in der Friedensstadt zu etablieren. Angestoßen wurde die Initiative von Tabea Kriesten, die in der Flüchtlingssozialhilfe bei der Caritas und im Jugendamt des Landkreises arbeitet.

Mehrsprachiges Angebot

Zusammen mit Thomas Groß, Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung an der Universität Osnabrück, und Thomas Matthies, der bei Thomas Groß promoviert, überlegte man sich ein spezielles Ausbildungskonzept. Jedem Interessierten soll dabei die Möglichkeit geboten werden, ehrenamtlich und unentgeltlich zu beraten. Man muss demnach kein Jurastudent sein, um helfen zu können. Außerdem wird die Beratung für die Geflüchteten mehrsprachig angeboten. Dafür werden Dolmetscher eingesetzt.

Vereinsgründung im März

Zur Vereinsgründung im März waren insgesamt 18 Personen anwesend, darunter auch mehrere Geflüchtete. Im Vorstand war von Anfang an ein Geflüchteter vertreten, um sich im Interesse der zu Beratenden aufzubauen und damit eine optimale Betreuung zu ermöglichen. In Osnabrück gebe es zwar schon einige Beratungsstellen für Geflüchtete, doch handle es sich dabei meistens um Stellen für Sozialberatung, erklärt die erste Vorsitzende Tabea Kriesten. Rechtsberatung werde nur selten angeboten.

Nachdem Kontakt mit verschiedenen Organisationen und Vereinen aufgenommen wurde, war schnell klar, dass diese Lücke geschlossen werden muss: „Es wird auf jeden Fall noch mehr kostenlose Rechtsberatung gebraucht. Auch im Bereich der Asylverfahrensberatung ist noch immer ein großer Bedarf vorhanden“, beschreibt Tabea Kriesten die aktuelle Lage.

Vorlesung an der Osnabrücker Uni

Der Verein steht in enger Zusammenarbeit mit dem Café Mandela am Rosenplatz und Exil, einem weiteren Osnabrücker Verein, der sich für Geflüchtete einsetzt. Dadurch soll exakt die Rechtsberatung offeriert werden können, die von den Flüchtlingen benötigt wird. Außerdem findet ab diesem Sommersemester die Veranstaltung „Flüchtlingsrecht in der Praxis“ an der Universität Osnabrück statt.

Sie richtet sich an alle Interessierten und soll sicherstellen, dass die zukünftigen Berater über Fachwissen verfügen. Gehalten wird die Vorlesung von Henning Bahr, Fachanwalt für Verwaltungs- und Migrationsrecht. Über die Facebookseite „Refugee Law Clinic Osnabrück“ ist es möglich, sich weiter zu informieren sowie an die Verantwortlichen zu wenden. Man freue sich über jedes neue Vereinsmitglied.


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