20.04.2017, 14:17 Uhr

Ärzte auf der Maiwoche Maries Heartbreak Orchestra am 9. Mai auf dem Nikolaiort


Osnabrück. Es können nicht viele Ärzte, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger behaupten, dass ihnen regelmäßig zugejubelt wird. Bei den Mitgliedern des „MHO“ ist das so. Die Abkürzung steht nicht für Marienhospital, sondern für Maries Heartbreak Orchestra. Am 9. Mai spielt die Band während der Maiwoche auf der Nikolaiort-Bühne.

Maries Heartbreak Orchestra (MHO) besteht aus medizinischem Personal, das sonst in Krankenhäusern arbeitet. Aber nach Feierabend machen sie zusammen Musik – sogar so gut, dass es mittlerweile eine Fangemeinde der Gruppe gibt, die wahrscheinlich am 9. Mai zum Nikolaiort pilgert.

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Die Geschichte des MHO begann vor einem Dutzend Jahren beim Mittagessen. Das Tischgespräch wurde von einem anstehenden Betriebsfest bestimmt. Das war ein willkommener Anlass für die Gründung einer Band. Die praktizierenden Ärzte wurden zu musizierenden Ärzten. „Wir wollten uns nach der Arbeit den Kopf frei blasen“, gibt Keyboarder Dr. Wilhelm Kampmann, Oberarzt der Kinderheilkunde, als Grund für die Gründung der Band an.

Durchbruch im Alando-Palais

Doch es war nicht nur der Ausgleich zur Arbeit, der die Mediziner antrieb. Sie wollten ihre Sache auch gut machen. Alle spielten vor und während ihres Studiums in Bands und diese musikalische Ausbildung kam beim ersten Auftritt auf dem besagten Betriebsfest zum Tragen. Alando-Chef Frederik Heede, in dessen Diskothek gefeiert wurde, engagierte das MHO vom Fleck weg für weitere Auftritte.

In Heedes Mai-Dome und seinem Mai-Dorf spielte das MHO mehrere Male. Der Auftritt am 9. Mai auf dem Nikolaiort ist der neunte auf der Maiwoche. Dort wird es wohl eng. „Unsere Fan-Gemeinde ist so groß, dass der Nikolaiort voll wird“, sagt Saxofonist Dr. Hubert Riese, Pflegedirektor des Marienhospitals Ankum-Bersenbrück, unbescheiden.

Acht Auftritte pro Jahr

Die Anhängergruppe rekrutierte sich zunächst aus Kollegen der Niels-Stensen-Kliniken. Doch der Ruf der Band hallte darüber hinaus. Wenn es die Dienstpläne zulassen, spielt das MHO etwa acht Auftritte pro Jahr. Und jedes Mal kommen ein paar neue Fans hinzu. „Die Zeiten, in denen wir Stars werden wollten, sind aber vorbei“, versichert Schlagzeuger Dr. Johannes Strodt, Oberarzt der Anästhesie. Immerhin können er und seine Kollegen umgehend Erste Hilfe leisten, falls mal ein Fan vor Entzückung in Ohnmacht fallen sollte.

Diejenigen, die bei Bewusstsein bleiben, werden Coversongs von AC/DC bis Lionel Richie hören. Diese Bandbreite von Hard Rock bis Kuschel-Soul spielen die Musiker ohne digitale Unterstützung, erklären sie stolz. Dabei sollen die Songs nicht Eins-zu-Eins wie im Original klingen. „Wir wollen ihnen unsere eigene Note geben“, sagt Bassist Prof. Dr. Christoph Greiner, Chefarzt am Marienhospital Osnabrück.

Abschalten nach dem Klinik-Alltag

Dass die Damen und Herren, deren Aufgabe es ist, Menschenleben zu retten, auch ein Stück wie „Highway to Hell“ spielen, begründen sie damit, dass sie sich auch selbst auf die Schippe nehmen können. Andererseits hat zum Beispiel der UFO-Klassiker „Doctor, Doctor“ keinen Eingang ins Repertoire gefunden, wie die rockenden Ärzte sagen: „Unsere Musik hat nichts mit unserem Beruf zu tun. Nach dem Klinik-Alltag schalten wir ab.“

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Die Maiwoche 2017 findet von Freitag, 5. Mai, bis Sonntag, 14. Mai, statt. Auf fünf Bühnen und im Alando-Maidorf am Markt gibt es täglich Livemusik. Am zweiten Wochenende bietet das Hasestraßenfest ein zusätzliches Programm. Für Donnerstag, 4. Mai, ist ein Warmlaufen geplant.

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