20.04.2017, 11:38 Uhr

Außergewöhnlicher Brutplatz Was machen die Teichhühner mitten in der Hase in Osnabrück?

Ein Teichhuhn brütet am Wehr an der Pernickelmühle in Osnabrück. Foto: David EbenerEin Teichhuhn brütet am Wehr an der Pernickelmühle in Osnabrück. Foto: David Ebener

jvf Osnabrück. An der Wehranlage bei der Pernickelmühle in Osnabrück hat sich Schwemmholz angesammelt. Zwei Teichhühner haben deshalb an einem Pfeiler der Fußgänger- und Radfahrer-Brücke über die Hase ein Nest errichtet – ein außergewöhnlicher Brutplatz.

Seit ein paar Tagen bietet sich Fußgängern und Radfahrern bei der Pernickelmühle in Osnabrück ein außergewöhnliches Bild. Mitten in der Hase, an einem Pfeiler der Fußgänger- und Radfahrer-Brücke, schwimmt ein Nest, streng bewacht von zwei Teichhühnern.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man unter der Wasseroberfläche kleinere und größere Äste, die sich vor der Brücke angesammelt haben. Sie bieten das Fundament des Nestes.

Brutzeit beträgt 19 bis 22 Tage

Der Osnabrücker Biologe Axel Degen erklärt, dass Teichhühner ihre Nester meist versteckt im Schilf oder in Büschen am Wasser anlegen. „Sie sind nur gelegentlich so freistehend“, sagt er zum Nest mitten in der Hase. Das Teichhuhn sei aber ein weitverbreiteter Brutvogel an der Hase.

Im Nest an der Fußgänger- und Radfahrer-Brücke befinden sich zwei Eier. Laut Degen beträgt die Brutzeit 19 bis 22 Tage. „Danach werden die Jungvögel drei bis vier Wochen gefüttert“, erklärt er, „nach etwa 50 Tagen werden sie dann flügge.“

Ein Teichhuhn brütet am Wehr an der Pernickelmühle in Osnabrück. Foto: David Ebener

Roter Schnabel als Erkennungsmerkmal

Teichhühner sind Allesfresser und ernähren sich unter anderem von Samen, Knospen, Gräsern, Insekten und Weichteilen. Sie gehören zur Gattung der Teichrallen und sind fast in ganz Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika verbreitet. Ihr typisches Erkennungsmerkmal ist der rote Schnabel mit der gelben Spitze.


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