19.04.2017, 12:21 Uhr

„Zichmal“ und „atakta“ Die lustigsten Fehler beim Osnabrücker Diktatwettbewerb


Osnabrück Schüler, Eltern und Lehrer aus Osnabrück, Bramsche und Bersenbrück haben sich der dritten Osnabrücker Ausgabe des Großen Diktatwettbewerbs gestellt. Dass man dabei viel falsch machen konnte, zeigt eine Auswahl der kuriosesten Fehler.

„Ich sage es mal so: Keiner muss sich schämen, nicht null Fehler zu haben“, erklärte Christina Noack, Germanistikprofessorin an der Universität Osnabrück, bevor sie den Teilnehmern kurz vor den Osterferien das Diktat in der Aula des Gymnasiums „In der Wüste“ vorlas. Dementsprechend frei stellten neun der Teilnehmer im Anschluss an die Veranstaltung ihre korrigierten Texte unserer Redaktion zur Verfügung. Bilanz der Beispiele: Bis zu 42 Fehler auf 209 Wörtern, wobei pro Wort oder Ausdruck höchstens ein Missgeschick gezählt wurde.

Bindestriche und Großschreibung

Schon die Überschrift sorgte für Verwirrung und diverse Schreibvorschläge: Ist es „Der Tag des sich Duellierens“, „sich-Duellierens“ oder „sich duellierens“? – Dass es tatsächlich „Der Tag des Sichduellierens“ heißt, wusste in unserer Auswahl niemand. Zu den Herausforderungen bei Groß- und Klein- sowie Zusammen- und Getrenntschreibung kamen noch Fremdwörter.

(Weiterlesen: Apostrophitis greift um sich – Eigentlich altbacken?)

Fremdwörter

Sich bei diesen im Zweifelsfall aufs Hörverständnis zu verlassen, erwies sich als Stolperfalle. Während die Schreibweisen „Clynch“, „Klinsch“ und sogar „Klintsch“ noch erahnen lassen, dass es um einen „Clinch“ geht, ist es bei „atakta“ schon schwieriger. Gemeint war „ad acta“. Das Wort „Sympathisanten“ sorgte ebenfalls für Rätselraten bezüglich der Verwendung der Buchstaben „h“ und „e“. Auch einen „Sympantisanten“ gab es.

Ungebräuchliches

Eine häufige Fehlerquelle war die Formulierung „tipptopp“. Dass gerade die Schüler mehrheitlich nicht wussten, dass diese keinen Bindestrich in der Mitte benötigt, kann man ihnen nicht ankreiden. Denn höchstens ihre Eltern benutzen diesen leicht veralteten Ausdruck wohl noch. Ähnlich verhält es sich mit dem Ergebnis eines Fußballspiels, das im Text genannt wurde. Selbst Sportredakteure begnügen sich normalerweise damit, „9:8-Niederlage“ zu schreiben. Doch die Teilnehmer des Diktatwettbewerbs durften keine Ziffern verwenden – und so entschieden sich die meisten für eine „neun zu acht Niederlage“. Dass „Neun-zu-acht-Niederlage“ korrekt ist, erschließt sich auf den ersten Blick nicht.

(Weiterlesen: Das „Deppenleerzeichen“ greift um sich)

Regionale Aussprache

Nicht nur das Thema des Diktats war regional geprägt – es ging um das traditionelle Fußballspiel zwischen dem Gymnasium Carolinum in Osnabrück und dem Paulinum in Münster. Auch bei den Fehlern waren die Eigenheiten der Region erkennbar, konkret, wenn sich eine leicht schludrige Aussprache als Fehlerquelle erwies. Wieso heißt es denn nicht „zichmal“, wenn es schließlich alle hier so sagen? Und wer betont schon das „r“ in „Turnier“? Auch beim Verb „herumschicken“ ersparen sich viele im Alltag die erste Silbe.

Unterstützung vom Dudenverlag

Die Wettbewerbsteilnehmer waren aber keineswegs „irgentwelche dahergelaufenen Deletanten“, obwohl sich einer für diese Schreibweise entschied. Das Diktat hatte es nämlich in sich: Die Osnabrücker Bohnenkamp-Stiftung, die den Wettbewerb organisierte, entwickelte es zusammen mit dem Duden-Verlag. Kein Wunder, dass auf die 209 Wörter 72 ausführliche Anmerkungen zur Rechtschreibung kamen.

Fast 80 Anmeldungen gab es in den drei teilnehmenden Gruppen Schüler, Eltern, Lehrer. Die Teilnehmer kamen vom gastgebenden Gymnasium, der Ursulaschule und der Bertha-von-Suttner-Realschule in Osnabrück sowie den Bramscher und Bersenbrücker Gymnasien. Alle, die es aufs Treppchen schafften, dürfen am 19. Mai beim Diktatwettbewerb teilnehmen, der während des Deutschen Stiftungstags in Osnabrück stattfindet.

(Weiterlesen: Zweiter Diktatwettbewerb „Osnabrück schreibt“)


Die Sieger

Schüler: 1. Sebastian Schröter, Gymnasium „In der Wüste“ (11 Fehler), 2. Anna Richter, Greselius-Gymnasium Bramsche, und Pauline von Höne, Gymnasium Bersenbrück (14 Fehler), 3. Alicia Deman und Carla Schmitz, Gymnasium „In der Wüste“ (17 Fehler).

Lehrer: 1. Andreas Schreiber, Gymnasium Bersenbrück (7 Fehler), 2. Tobias Meyer und Uta Logemann, Ursulaschule (9 Fehler), 3. Thomas Allewelt, Gymnasium „In der Wüste“ (10 Fehler).

Eltern: 1. Tanja Wesner, Bertha-von-Suttner-Realschule (8 Fehler), 2. Tatjana von Höne, Gymnasium Bersenbrück (10 Fehler), 3. Julia Heutling, Ursulaschule (11 Fehler).

0 Kommentare