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18.04.2017, 20:56 Uhr KOMMENTAR

Gegendemo in Osnabrück: Zu viel Aufmerksamkeit für die AfD

Kommentar von Sandra Dorn

30 bis 40 Anhänger kamen zur AfD – mehr nicht. Foto: Hermann Pentermann30 bis 40 Anhänger kamen zur AfD – mehr nicht. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Stellen Sie sich bitte einmal folgendes Szenario vor: Ein menschenleerer Markt, darauf ein kümmerlich zur Bühne umfunktionierter Lkw, von dem aus die AfD-Granden Beatrix von Storch und Armin Paul Hampel ihre rechten Parolen in die Welt posaunen, davor 30 bis 40 AfD-Anhänger – und sonst nichts: Wie schön wäre das! Was für ein peinlicher Start in den Bundestagswahlkampf!

Stattdessen hat die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ die Bühne bekommen, die sie erwartet hat: Pfeifkonzerte, Hunderte Gegendemonstranten, ein riesiges Polizeiaufgebot. Kurz: Aufmerksamkeit.

Das ist der negative Effekt einer an sich tollen Sache: Osnabrück kann stolz darauf sein, dass seine Bürger zu Hunderten gegen rechtes Gedankengut auf die Straße gehen und für Toleranz kämpfen. Gut so! Aber klüger wäre es, Gegendemonstrationen zeitlich und örtlich losgelöst von AfD-Auftritten abzuhalten.

Die Partei hat es im vergangenen Jahr in der Stadt doch nicht einmal geschafft, Kandidaten für die Kommunalwahl aufzustellen – darüber hinaus hat sich der Kreisverband durch parteiinterne Macht- und Richtungskämpfe fast komplett selbst zerlegt.

So viel Aufmerksamkeit, wie sie am Dienstag bekam, hat die AfD gar nicht verdient. Soll die Partei sich durch ihre Parolen und Mausausrutscher doch selbst ins Aus schießen.


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