19.04.2017, 07:12 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Bedrohung für Vögel und Kleintiere Jägerschaft Osnabrück: Leinenzwang für Katzen „folgerichtig“

Eine Katze erlege jährlich 30 Vögel sowie mehr als 180 Kleintiere wie Frösche und Reptilien, teilt die Jägerschaft mit. Foto: dpaEine Katze erlege jährlich 30 Vögel sowie mehr als 180 Kleintiere wie Frösche und Reptilien, teilt die Jägerschaft mit. Foto: dpa

yjs/pm Osnabrück. Die Jägerschaft Osnabrück erachtet einen Leinenzwang für Katzen während der Brut- und Setzzeit als „folgerichtig“ – schließlich gelte er für die Zeit für Hunde.

Eine Katze erlege jährlich 30 Vögel sowie mehr als 180 Kleintiere wie Frösche und Reptilien, teilt die Jägerschaft mit. Sie bezieht sich auf ein weltweit angelegtes Gutachten der Universität Wien. „Diese Zahlen auf uns übertragen, heißt, dass in Deutschland jährlich mehr als 150 Millionen Vögel und über eine Milliarde Kleintiere von Freigänger- und verwilderten Hauskatzen gefangen/getötet werden“, heißt es in der Mitteilung. Ergebnis der Studie sei: Der Einfluss der Haus- und rund zwei Millionen verwilderten Katzen auf die heimischen Tierarten müsse reguliert werden. „Ein Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit wie bei Hunden wäre folgerichtig“, schreibt die Jägerschaft. „Aber natürlich ist das völlig illusorisch“, sagt ihr Sprecher Peter Ehlers auf Nachfrage unserer Redaktion. „Da muss man auch katzengerecht denken“, ergänzt er.

Appelle an Katzenbesitzer

Daher appelliert die Jägerschaft an die Katzenbesitzer: Sie sollten ihren Katzen während der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) keinen Freigang geben – oder maximal zwei bis drei Stunden am Nachmittag. Auch abseits der Brut- und Setzzeit sollten die Katzen nur stundenweise nach draußen dürfen. Wie soll das gehen? Schließlich kommen Katzen nicht auf Zuruf zurück. „Viele Katzen bleiben ja nicht den ganzen Tag draußen“, sagt Ehlers. Eine Reduzierung der Zeit im Freien würde schon helfen, „jeder kleine Schritt zählt“, sagt er.

Kastrationspflicht in Osnabrück

Zudem müssten Freigänger kastriert oder sterilisiert werden, um den Jagdtrieb zu mindern und ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Das ist in Osnabrück seit August 2012 ohnehin Pflicht, ebenso wie die Kennzeichnung der Freigänger. Der Osnabrücker Katzenschutzbund wertete die Kastrationspflicht unlängst als Erfolg.

Vermehrt ausgesetzte Katzen

Ferner fordert die Jägerschaft Osnabrück, dass frei laufende Katzen ein Glöckchen um den Hals tragen sollten. Diese würden allerdings keine Jungvögel retten. Ungewollte Katzen sollten ihre Besitzer nicht aussetzen. Das werde der Jägerschaft zunehmend gemeldet.

Im Januar dieses Jahres befürwortete der Deutsche Jagdverband eine Katzensteuer, als diese kontrovers diskutiert worden war, forderte eine solche aber nicht.


11 Kommentare