17.02.2017, 17:53 Uhr

Kulturausschuss stimmt für Verfahren Suche nach Alternativen für Osnabrücker Nazi-Straßennamen

Die Giesbert-Bergerhoff-Straße in Atter ist eine von drei Straßen, die einen neuen Namen bekommen sollen. Foto: Jörn MartensDie Giesbert-Bergerhoff-Straße in Atter ist eine von drei Straßen, die einen neuen Namen bekommen sollen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Dass drei Osnabrücker Straßennamen mit NS-Vergangenheit geändert werden sollen, stand für den Kulturausschuss am Donnerstag außer Frage. Strittig war für die Fraktionen allerdings, wieviel Mitspracherecht die Anwohner bei der Suche nach neuen Namen haben sollen.

Sie einigten sich darauf, nicht nur geeignete Ideen von Vereinen und Institutionen in den betroffenen Stadtteilen zu berücksichtigen, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Auch die Bürgerforen sollen eingebunden werden. Das Thema geht noch durch weitere Ausschüsse, bis der Rat in seiner Sitzung am 14. März über den Start des Verfahrens entscheidet.

Carl Diem, Giebert Bergerhoff, Heinrich Röper

Drei Straßen tragen die Namen von Männern, die zwischen 1933 und 1945 offensiv hinter Hitlers Ideologie standen: Die Carl-Diem-Straße in der Wüste, die Giesbert-Bergerhoff-Straße in Atter und der Heinrich-Röper-Weg im Stadtteil Schölerberg. Fünf Jahre, nachdem der Rat den Auftrag erteilt hatte, alle Straßennamen im Stadtgebiet zu überprüfen, sollen diese drei nun umbenannt werden. Die Entscheidung, welche Alternativ-Namen es letztlich werden, fällt der Rat voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte.

Anwohner einbinden oder nicht?

Brigitte Neumann (CDU), die die Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag leitete, forderte, dass die Verwaltung Namensvorschläge macht, die dann mit den Anwohnern diskutiert werden. Thomas Klein (Grüne) bremste: „Ich sehe die Gefahr, dass das eine Diskussion wird, bei der die Sache nochmal infrage gestellt wird.“ Schließlich hätten die Anwohner schon den Aufwand, ihre Personalausweise und Fahrzeugscheine ändern zu müssen. „Wir müssen in dem Verfahren doch jetzt vorankommen“, befand nach einigem Hin und Her Heiko Schlatermund (SPD). In die Diskussion schaltete sich der neue Stadtvorstand Wolfgang Beckermann ein. Wenn die Namensdiskussionen unendlich geführt würden, entstünden dadurch mehr Kosten, gab er zu bedenken.

Bürgerforen einbinden

Der Vorschlag, die Bürgerforen einzubinden, kam von dem von der SPD hinzugewählten Ausschussmitglied Gero Peters. Dort können sich dann auch Anwohner zu Wort melden.


0 Kommentare