01.12.2016, 19:22 Uhr

Festakt im Soziokulturellen Zentrum Lagerhalle: 40 Jahre jung und nötiger denn je


Osnabrück. Ein runder Geburtstag darf auch ordentlich gefeiert werden. Deshalb gab es im Saal der Lagerhalle gewichtige Reden, hochkarätige Musik und Kultur für alle.

Vielleicht hat ja kein Format die Idee der Lagerhalle so in die Jetztzeit überführt, wie das Rudelsingen. Niederschwelliger geht Kultur kaum, und für alle ist es auch. Also singen alle im Saal „Country Roads“ als Geburtstagsständchen, angeleitet von David Rauterberg an  der Gitarre. Oder sind es doch eher die Liebeslieder aus Georgien oder Mazedonien, die Sängerin Natalia Vanishvili und Gitarrist Edin Mujkanovic von der Band Cicinatela darbieten, die Musik fremder Kulturen? Weiterlesen: Rudelsingen - eine Erfolgsmodell

Es funktioniert

Nun: Es ist nicht das „Oder“, das das soziokulturelle Zentrum ausmacht. Es ist das „Und“: Das Eine schließt das Andere nicht aus, sondern ergänzt es. Und das funktioniert. Deshalb darf die Lagerhalle  freudig und selbstbewusst ihren 40. Geburtstag feiern, mit allem, was dazugehört: Gäste, Festreden, Musik, ein Moderator (Florian Rzepkowski), Büffett, Party.

Andrea Hoops, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kultur überbringt Grüße eben dieses Ministeriums, Michael Hagedorn spricht für die Stadt Osnabrück. Gemeinsamer Tenor: In den politischen Gremien sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene hat man sich sehr bewusst entschieden, in Osnabrück ein  soziokulturelles Zentrum einzurichten. Beide bekennen sich dazu, beide Versprechen die Unterstützung für die Zukunft - und man darf wohl davon ausgehen, dass beide nicht nur höfliche Geburtstaggrüße in den Saal der Lagerhalle gebracht haben. Denn weder aus dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt ist die Lagerhalle wegzudenken, noch aus der des Landes. Von Anfang an hat die Lagerhalle Osnabrück nämlich auch mitgewirkt, die soziokulturellen Zentren auf Landes- wie auf Bundesebene in Verbandsstrukturen zu vernetzen. Hagedorn weißt darauf hin, wie der „Zusammenhalt in der Gesellschaft bedroht“ sei: „Deshalb brauchen wir die Lagerhalle mehr denn je.“ Weiterlesen: Der Heimatabend zum 40. der Lagerhalle

„Richter hat uns ins kalte Wasser geworfen“

Zwei Namen fallen im Zusammenhang mit der Gründung immer wieder: Reinhard Richter und Siegfried Hummel, Kulturamtsleiter der eine, Dezernent der andere. Die beiden haben die Lagerhalle als soziokulturelles Zentrum maßgeblich auf den Weg gebracht - nicht durch inhaltliche Vorgaben, sondern indem sie Rahmenbedingungen schufen. „Richter hat uns ins kalte Wasser geworfen“, sagt Ingo Paetzke, der erste Vorsitzende des 1976 neu gegründeten Vereins Lagerhalle e.V. „Und siehe da: es lief“. Damals betont linksgerichtet, heute in der Mitte der Gesellschaft, wie Hagedorn sagt. Aber nach wie vor gilt: Kultur für alle.


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