30.11.2016, 21:00 Uhr

13 Fahrzeuge plus Ladestationen Stadtwerke Osnabrück starten Elektrobus-Ausschreibung

Für die Kölner Verkehrsbetriebe baute der niederländische Hersteller VDL einen völlig neuen, elektrischen Gelenkbus. Fahrzeuge dieser Art gibt es nicht von der Stange. Ab 2018 sollen sie aber auch durch Osnabrück fahren. Foto: KVB/RGBproducties.nlFür die Kölner Verkehrsbetriebe baute der niederländische Hersteller VDL einen völlig neuen, elektrischen Gelenkbus. Fahrzeuge dieser Art gibt es nicht von der Stange. Ab 2018 sollen sie aber auch durch Osnabrück fahren. Foto: KVB/RGBproducties.nl

Osnabrück. Der angekündigte Umstieg von Diesel- auf Elektrobusse in Osnabrück rückt näher. Die Stadtwerke wollen ein System von zunächst 13 Fahrzeugen plus Ladestationen ausschreiben. Die Einwilligung des Aufsichtsrats wurde für Mittwochabend erwartet.

Mit der europaweiten Ausschreibung beginne „die elektromobile Zukunft des Osnabrücker Nahverkehrs“, teilte das Unternehmen mit. Bis 2020 wollen die Stadtwerke Osnabrück insgesamt 40 Elektrobusse kaufen. Bereits 2018 soll mit der Linie 41 (Voxtrup–Haste) eine der wichtigsten innerstädtischen Verbindungen rein elektrisch funktionieren. In den folgenden Jahren sollen dann schrittweise weitere Buslinien elektrifiziert werden, die den Angaben zufolge „auch bis ins Osnabrücker Umland verkehren“.

Riesige Einsparungen möglich

Mit diesem Konzept wähnt sich der kommunale Verkehrsbetrieb national in der Vorreiterrolle. Bereits seit 2011 schaffen die Osnabrücker Stadtwerke bewusst keine neuen Dieselbusse mehr an. Bei einer üblichen Betriebsdauer von 15 Jahren pro Fahrzeug dürften also um das Jahr 2026 herum die letzten Stinker ausgemustert werden.

Vom geplanten Komplettwechsel auf eine emissionsfreie ÖPNV-Flotte versprechen sich die Verantwortlichen nicht nur deutlich leisere und umweltfreundlichere Busse, sondern auch wesentlich geringere Ausgaben bei der Energiebeschaffung. So muss für die heutigen, mit Verbrennungsmotoren ausgerüsteten Fahrzeuge, regelmäßig Diesel in großen Mengen eingekauft werden. Strom stellen die Stadtwerke hingegen selber her. Jährliche Einsparungen von bis zu 70 Prozent sind hier nach Informationen unserer Redaktion drin.

Entscheidung im Sommer 2017

„Jetzt geht es los – tatsächlich und ja, auch endlich“, zitieren die Stadtwerke ihren Vorstand Stephan Rolfes in der am Mittwoch verbreiteten Mitteilung. Ausgeschrieben werde ein Elektrobus-System, bestehend aus batteriebetriebenen Gelenkbussen (Stückpreis zurzeit etwa 650.000 Euro, fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus) und Schnellladestationen zur Errichtung an bestimmten Endhaltestellen und auf dem Betriebshof. Die Kombination soll „ein Ergebnis aus einem Guss“ liefern, heißt es weiter. (Weiterlesen: Land gibt über drei Millionen Euro für Osnabrücker E-Busse)

Bushersteller, die sich für den großen Markt in Osnabrück interessieren, müssen sich also mit Lieferanten von Ladeinfrastrukturen zusammentun, sofern sie über das notwendige Know-how bei den Schnittstellen nicht selbst verfügen. Die Stadtwerke Osnabrück rechnen mit einem Abschluss des Ausschreibungsverfahrens nach etwa neun Monaten. „Im Sommer 2017 soll feststehen, welcher Hersteller die neuen Elektrobusse nach Osnabrück liefert.“

Zweistufiges Auswahlverfahren

Zum Verfahren: Es wird ein Verhandlungsverfahren mit vorherigem Aufruf zum Wettbewerb durchgeführt. Von den Bietern werde in einem ersten Schritt erwartet, dass sie ihre wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit darlegen. Dazu gehöre unter anderem der Nachweis einer Referenz über die Fertigung, Auslieferung und Inbetriebnahme von mindestens einem schnellladefähigen Batterie-Gelenkbus und einem weiteren gleichen Bus – oder einem anderen, rein elektrisch betriebenen Gelenkbus in Europa. Ein identischer Nachweis für mindestens eine elektrische Schnellladestation ist ebenfalls gefordert. Bieter, welche die Kriterien erfüllen, werden zur Teilnahme an dem Ausschreibungsverfahren zugelassen und erhalten anschließend die Ausschreibungsunterlagen.


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