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30.11.2016, 15:05 Uhr HETZJAGD UNTER TÜRKEN

Demokratische Grundsätze nicht verinnerlicht

Kommentar von Sebastian Stricker

Die Hetzjagd unter Türken in Osnabrück und Umgebung beweist: Erdogans Anhänger haben die demokratischen Grundwerte unseres Landes nicht verinnerlicht. Foto: David EbenerDie Hetzjagd unter Türken in Osnabrück und Umgebung beweist: Erdogans Anhänger haben die demokratischen Grundwerte unseres Landes nicht verinnerlicht. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Türkei ist nur scheinbar weit weg. Wie die Hetzjagd unter Türken in Osnabrück und Umgebung beweist, sind die fürchterlichen Folgen der Krise am Bosporus längst auch hier spürbar.

Stellen wir fest: Erdogans willfährige Anhänger, die teils seit mehreren Generationen, sogar als deutsche Staatsbürger gut und gerne unter uns leben, haben die obersten, unantastbaren Grundwerte unseres Landes nicht verinnerlicht. Im Gegenteil: Sie treten die freiheitlich-demokratische Grundordnung mit Füßen – aufgewiegelt von einem despotischen Machthaber, der ihren falschen Nationalstolz für seine Zwecke zu nutzen versteht.

Wer die Schilderungen der verfolgten Minderheit hört, kann Parallelen zur Nazizeit in Deutschland nicht von der Hand weisen. Umso erschütternder, dass viele in Kenntnis der Geschichte wegsehen. Allerhöchste Anerkennung sei deshalb jedem Opfer zuteil, das Widerstand zeigt. Sich trotz Gefahren für Leib und Leben nicht einschüchtern lässt und wegduckt. Das große Schweigen bricht, die Probleme benennt, dem Rechtsstaat vertraut. Leider bringen nur die wenigsten Betroffenen so viel Mut auf.

Ein Mann aus Osnabrück hat es geschafft. Einer von 31, deren Namen auf einer Liste stehen, die in Georgsmarienhütte kursiert. Einer von mutmaßlich Zigtausenden, die hierzulande damit rechnen müssen, ebenfalls von ihresgleichen denunziert zu werden.


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