29.11.2016, 18:21 Uhr

„Öwer de Hase“ freigegeben Osnabrück feiert „Wiedergeburt“ der Hase


Osnabrück. Die Hase ist wieder sichtbar: Die wassernahe Fußgängerzone „Öwer de Hase“ in Osnabrück ist seit Dienstagabend offiziell freigegeben.

Ein „weiser Beschluss“ sei es gewesen, die Hase zu öffnen, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, bevor er zusammen mit Verleger Hermann Elstermann ein blaues Band auf einer der drei Brücken „Öwer de Hase“ durchschnitt. „Wir feiern hier heute eine Wiedergeburt“, so Griesert weiter, „die Wiedergeburt der Hase im Herzen der Stadt.“ Der Oberbürgermeister erinnerte an die „bewegte Geschichte“ des Stadtflusses, der einiges habe ertragen müssen. Den Gerbern diente er als Abflusskanal, und in der Innenstadt presste die Bebauung den Fluss immer mehr in ein enges Bett. So verschwand auch die Hase zwischen Georgstraße und Wittekindstraße unter einem großen Deckel, um Platz für Autos und den Lieferverkehr zu schaffen.

In den Neunzigerjahren dann das erste Aufatmen: Auf Betreiben von Hermann Elstermann und Immobilienkaufmann Theodor Bergmann wurde der erste Teil der Hase geöffnet. Nun folgte der zweite, 65 Meter lange Abschnitt. „Und der ist noch besser gelungen als der erste“, sagte Griesert.

Brücke musste saniert werden

Hermann Elstermann blickte auf die ersten Gespräche in dieser Sache mit Grieserts Vorgänger Boris Pistorius zurück. Die Stadt habe mitgeteilt, dass die Brückenkonstruktion „ertüchtigt“ werden müsse. Gut eine halbe Million Euro sollte das kosten. Da sei bei ihm und seinem Sohn Dirk der Gedanke gereift, das Geld besser in eine Öffnung zu investieren und der Stadt an dieser Stelle etwas Neues zu geben.

Die Fläche wurde für den Lieferverkehr schon seit 1985 – nach dem Auszug der Zeitungsdruckerei – nicht mehr gebraucht. Fast sechs Jahre seien seither vergangen, und die Umsetzung der Pläne sei „nicht ganz einfach“ gewesen. „Das ist heute ein ganz besonderer Tag für uns, ein Tag der Freude“, sagte Elstermann. Es sei gelungen, „ein Stück der Stadt zu beleben“. Elstermann äußerte seine Hoffnung, dass dieses Projekt einen Anstoß geben möge, auch an anderen Stellen der Stadt zu einer Belebung zu kommen.

Im Zeit- und Kostenrahmen

1,5 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Die Hälfte der Summe tragen die Anlieger. Für die Umsetzung wurde eine eigene Gesellschaft gegründet, deren Geschäfte Jürgen Schmidt vom Bauamt der Stadt führte. Nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Cornelia Müller und Jan Wehberg (Büro Lützow 7, Berlin) ist das offene Hasebett von einer Steg- und Brückenkonstruktion umgeben. Damit wird es möglich, dass die Gehwege zu beiden Seiten über die Wasserlinie hinausragen. Besonderen Pfiff bekommt die neue Hase-Promenade durch vier Bauminseln, bepflanzt mit Felsenbirnen. 130 Tonnen Stahl und 270 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet. Mark Hofschröer, Chef der gleichnamigen Baufirma aus Lingen, und Wolfgang Griesert lobten die Arbeit aller Beteiligten vom Planer bis zum Bauarbeiter: „Das war eine echte Herausforderung hier auf diesem engen Raum“, sagte Hofschröer. Trotzdem sei es gelungen, Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten.


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