29.11.2016, 16:27 Uhr

Halbzeit auf der Baustelle Römereschstraße in Osnabrück soll früher fertig werden


Osnabrück. Die Bauarbeiten in der Römereschstraße kommen gut voran. Zur Halbzeitbilanz auf der Baustelle kündigen die Tiefbauer an, dass der Verkehr auf der wichtigen Ost-West-Achse durch den Hafen Ende Mai 2017 wieder rollen soll.

Im Viertelstundentakt fahren die Vierachser-Sattelfahrzeuge vor und kippen jeweils 28 Tonnen bituminösen Binder in den Fertiger. Was unter der Elf-Tonnen-Glattmantelwalze zum Vorschein kommt, sieht auf den ersten Blick aus wie eine fertige Straße, es fehlt aber noch die vier Zentimeter starke Deckschicht. Die Autofahrer müssen sich noch ein paar Monate gedulden, denn der Verkehr auf einer halb fertigen Piste würde die Arbeiten nicht nur erschweren, sondern auch in die Länge ziehen, sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau der Stadt Osnabrück.

Wie am Schnürchen

Die Randbereiche müssten noch befestigt werden, vermerkt der Fachdienstleiter, und das bedeute, dass ständig Baufahrzeuge die Fahrbahn blockierten. Und weil es weder Markierungen noch Ampeln gebe, stelle sich auch die Sicherheitsfrage. Schmidt ist zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im Mai 2017 beendet werden können – also mindestens vier Wochen früher als zunächst geplant. Allenfalls ein schwerer Wintereinbruch könnte diesen Zeitplan noch gefährden.

Bislang habe alles wie am Schnürchen geklappt, meint Ralf Klimpel, Oberbauführer und Prokurist von der Firma Dieckmann, die zusammen mit dem Bauunternehmen Clausing eine Arbeitsgemeinschaft für die Römereschstraße bildet. Dabei sei die Straße ja eigentlich nur ein Nebenthema, flachst Klimpel, denn den größten Aufwand habe man dort getrieben, wo es keiner sehe – unter der Erde.

Inliner unter der Erde

Neue Kanäle für Schmutz- und Regenwasser sind entlang der vierspurigen Trasse verlegt worden, zum Teil wurden auch Inliner verwendet. Das sind maßgeschneiderte Kunststoffschläuche, mit denen ältere Betonrohre von innen ausgekleidet werden. Erneuert wurden auch die Leitungen für Gas und Wasser, Strom und Telekommunikation.

An der Kreuzung zur Bundesstraße 68 muss aber noch einmal kräftig gebaggert werden: die Stadtwerke wollen die Hauptleitung für das Trinkwasser aus Thiene und Wittefeld sanieren. Das soll in den nächsten Monaten geschehen, bevor die Sperrung aufgehoben wird.

Radler, die ja weiterhin über die Römereschstraße fahren dürfen, können die Baufortschritte schon in Augenschein nehmen. Die Kreuzung mit der Elbestraße verläuft jetzt geradlinig und nicht mehr versetzt. Dafür mussten eine neue Brücke über die Nette und eine Stützwand entlang der Böschung gebaut werden. Zugleich waren große Erdbewegungen erforderlich, um das Niveau anzugleichen.

Belasteten Boden entsorgt

Bei den Erdarbeiten haben die Tiefbauer tonnenweise belasteten Boden ausgehoben, in dem Teer, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle gefunden wurden. Das war allerdings keine Überraschung, wie Ralf Klimpel betont, denn in der Nachkriegszeit wurde beim Straßenbau häufig auf Schlacke und Schutt zurückgegriffen – belastetes Material, das heute entsorgt werden muss.

4,5 Millionen Euro investiert die Stadt Osnabrück in den Ausbau der Römereschstraße, knapp die Hälfte davon übernehmen Bund und Land mit Geldern aus dem Städtebauförderungsprogramm. Dazu kommen die Ausgaben der Stadtwerke, die aus den Gebühren finanziert werden.

Vierspurig ausgebaut wird nur der östliche Abschnitt der Römereschstraße zwischen der B68 und der Elbestraße. Der westliche Teil von der Kanalbrücke bis zur Eisenbahnunterführung bleibt zweispurig. Die Kosten für die Beseitigung dieser beiden Nadelöhre waren für die Finanzplaner der Stadt nicht darstellbar.


7 Kommentare