17.11.2016, 23:11 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Kreisch-Alarm Lukas Rieger im Rosenhof – Fans schon vor dem Konzert ohnmächtig


Osnabrück . Die Älteren schütteln den Kopf: „Lukas wer?“ Die Jüngeren sehen in ihm einen Sänger, Mädchenschwarm oder erfolgreichen Selbstvermarkter. Der 17-jährige Lukas Rieger ist ein Youtube-Star, und er startete am Donnerstag seine „Compass Tour“ im Osnabrücker Rosenhof. Die Teenies waren begeistert, wobei die ersten schon vor dem eigentlichen Konzert ohnmächtig wurden und aus dem Konzertsaal getragen werden mussten.

Der Einlass für das Konzert von Lukas Rieger begann zwar erst um 18 Uhr, doch die ersten Konzertbesucher standen schon gegen 13.30 Uhr vor dem ehemaligen Kino am Rosenplatz. Rund 150 Rieger-Fans hatten ein Vip-Ticket und konnten den jungen Sänger um 16 Uhr persönlich treffen. Doch bereits um 15 Uhr warteten auch die ersten Fans ohne Vip-Ticket vor den Türen des Rosenhofs. Gegen 17 Uhr kam Heinz Wessner mit Frau, Tochter und Enkelin Lotta (9) sowie deren Freundin Lilli (9) und deren Mutter. „Der Künstler ist unser Neffe“, verkündete der Lastruper, der Rieger bisher nur auf privaten Feiern hatte singen hören. Auch Lotta hatte ihren Groß-Cousin noch nicht auf der Bühne gesehen und war ganz gespannt. Ebenfalls kaum abwarten, dass es endlich los ging konnten Emily (12) und Akosua (12). (Weiterlesen: Von Lehrte nach Los Angeles: Das Phänomen Lukas Rieger)

Warten auf den Star

Doch wie alle anderen auch, mussten die beiden Mädchen sich noch ein bisschen gedulden, bis Rieger auftrat. Ab 19 Uhr gehörte die Bühne zunächst Aaron Floyd sowie „Bars and Melody 143“. Und schon bei deren Auftritten fielen die ersten Mädchen in Ohnmacht und mussten aus dem Saal getragen werden – ohne, dass sie Rieger gesehen oder gehört hatten. Dann gab es noch eine kurze Pause, in der einige Fans sangen: „Lukas wir lieben dich so arg“. Viele fingen auch immer wieder an zu kreischen, weil sie dachten, Rieger käme. Doch es waren „nur“ Bühnentechniker. Das Warten zehrte bei einigen an den Nerven. Sie versuchten, mit „Lukas, Lukas“-Gesängen ihren Star schneller auf die Bühne zu locken.

Ohrenbetäubendes Kreischen

Dann endlich war es soweit: Ein Einspieler auf der großen Bühnenleinwand zeigte Riegers „Gang auf dem Weg zur Bühne“. Die Nervosität im Saal stieg. Ein Countdown begann, und das Kreischen der Fans wurde ohrenbetäubend laut. „Mama nimm auf“, rief Emily ihrer Mutter zu, die versprochen hatte mit dem Handy zu filmen. Sie war nicht die Einzige. Wer weiter hinten saß, schaute in ein Meer von Handys. Einige nahmen mit WhatsApp die Musik auf, manche machten Fotos, die meisten aber filmten und verbreiteten die Filme oftmals direkt über Sozialmedia-Plattformen wie Snapchat, WhatsApp, Instagram oder Facebook. Rieger fragte sein Publikum: „Seid ihr gut drauf?“ Alle riefen so laut sie konnten: „Ja!“ Kurz danach beim Song „If you love me let me know“ knallte die Konfetti-Kanone und das Kreischen der Fans übertönte beinahe die Musik.

Handys voll im Einsatz

Akosua und Emily standen nicht weit auseinander, wie alle anderen Fans tanzten, hüpften und sangen sie begeistert mit. So mancher Erwachsener schaute sich erstaunt um, andere grinsten und erinnerten sich vielleicht an ihr erstes, eigenes Konzert. Derweil coverte Rieger den Justin-Biber-Song „Love Yourself“. Und als der 17-jährige Sänger zum ersten Mal ein Handy einer jungen Konzertbesucherin mit auf die Bühne nahm und damit sowohl sich selbst beim Singen als auch das Publikum filmte, setzte das laute Kreischen wieder ein. Viele hofften wahrscheinlich nun, dass ihr Handy das Nächste werden würde, dass ihr Star auf die Bühne holte. Doch dieser rief, bevor er den Song „Human“ anstimmte: „Ich will die Flashlights eurer Handy sehen!“ So mancher Erwachsene dachte wehmütig an die Zeit zurück, als auf Konzerten Feuerzeuge in die Luft gestreckt wurden. Jetzt wurden jedoch Handys hoch gehalten, und ein Mädchen hinter Emily stöhnte: „Mein Handy ist überhitzt, das braucht eine Pause.“ Andere sorgten sich derweil um leere Akkus oder volle Handyspeicher, die den Konzertgenuss schmälerten.

Die Show begeistert

Bei seiner Bühnenshow wurde Rieger unter anderem von vier Tänzern, einem DJ und einem Gitarristen unterstützt. Außerdem tauchten Herzen in allen möglichen grafischen Formen auf der großen Leinwand auf, beispielsweise beim klassischen Pop-Song „Number one“. Und nicht nur Rieger formte mit seinen Händen ein Herz, als er sang: „Baby you the only one“. Seine weiblichen Fans antworteten begeistert mit der gleichen Geste. Und der Sänger erntete erneute ein lautes Gekreische, als er erklärte, wie dankbar er sei: „Das ist ein toller Touranfang hier, ihr seid die Stars heute Abend!“ Sein Onkel gönnte sich derweil eine Pause im Vorraum des Rosenhofes, wo viele Eltern auf das Ende des Konzerts wartete. „Das macht er hervorragend, diese Performance ist beeindruckend“, urteilte Wessener und fügte schmunzelnd hinzu: „Da kann man doch ein bisschen Stolz sein.“ Zur Zugabe düste er schnell wieder in den Konzertsaal: „Zur Unterstützung“, rief Riegers Onkel. Auch Emily und Akosua erklärten unabhängig voneinander, ihnen habe das Konzert „sehr gut“ gefallen. Für Emily war das Beste: „Als er rausgekommen ist und das Konfetti.“ Akosua fand toll: „Wenn er mit uns redet. Und er war so, wie ich ihn mir vorgestellt habe.“


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