10.11.2016, 23:56 Uhr

Sind Männer Dienstleister? Ingo Appelt gastierte im gut besuchten Rosenhof


Osnabrück. Die Beziehungskiste im Wandel der Zeit sezierte Ingo Appelt im Rahmen seiner „Besser…ist besser!“-Tour jetzt in Osnabrück. Aber auch in Bezug auf Politik und Gesellschaft sprach er mal wieder das aus, was andere sich nicht trauen.

Sind Männer ausnahmslos Dienstleister? Menschen, die mit zunehmender Emanzipation der Frau ihrer besseren Hälfte jeden Wunsch von den Augen ablesen und sogleich erfüllen? Denn so ständen die Chancen am besten, irgendwann mal wieder Sex mit ihr haben zu können. Ingo Appelt vertritt diese Meinung in seinem neuen Comedy-Programm „Besser…ist besser!“ Im Rosenhof versammelte der selbsternannte „Konkursverwalter der Männlichkeit“ einmal mehr seine Fangemeinde um sich, um ihr seine Botschaften zu senden.

Auch Trumps Sieg ist Thema

Zunächst beschäftigt er sich jedoch auf provokante Art mit Politik und dem Leben, das um uns herum brandet. Ob die Wahl zum amerikanischen Präsidenten, die Flüchtlingsthematik, die Großbaustellen in Deutschland oder das ständige Gejammer seiner Mitmenschen, zynisch und fast subtil legt er seine verbalen Finger in die Wunden dieser Welt.

„Wissen sie, warum die Flüchtlingswelle abgeebbt ist“, fragt er in die Runde und liefert sogleich seine Antwort. In Bayern habe man nämlich an der Grenze große Schilder aufgestellt mit der Aufschrift: „Wir sind umgezogen! Neue Adresse: Am Bosporus!“ Außerdem definiert er den Begriff „Kreisverkehrsnazi“: „Das sind wir doch alle: Wir fahren rechts rein und rechts wieder raus“.

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Doch schon bald ist er bei seinem Lieblingsthema angelangt: dem Zwischenmenschlichen. Speziell den Beziehungskisten im Wandel der Zeit. Daher trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Dienstleister“. Immer wieder zeigt er darauf, wenn er das Spezifische, das den Mann heute von der Frau unterscheidet, ausklamüsert. Zum Beispiel am Grill, einer der letzten Domänen des Mannes: Immer häufiger sähe man bei den Deutschen einen Elektrogrill auf der Terrasse stehen, auf dem Veganes brutzelt. Dazu würde alkoholfreies Bier getrunken, derweil beim muslimischen Nachbarn bergeweise Adana-Kebap-Fleischspieße und Raki-Schnaps aufgetischt würden.

Bis unter die Gürtellinie

Vor allem in der zweiten Hälfte des Programms landet er dann aber überwiegend unter der Gürtellinie. So kennt man Ingo Appelt: Er spricht aus, was sich sonst keiner traut. Zwischendurch setzt es noch ein paar Persiflagen. Seinen Kollegen Dieter Nuhr lässt er im Supermarkt Wurst bestellen und Til Schweiger imitiert er in seiner Rolle als knallharter Tatort-Kommissar mit unpassender Stimme. In diesem Zusammenhang verweist er auf die amourösen Machenschaften der Mächtigen in unserem Nachbarland Frankreich. Dort habe der Präsident eine Liebesaffäre mit der bekanntesten Schauspielerin des Landes gehabt. Wie müsse man sich das dann hier in Deutschland vorstellen, wenn man davon ausgeht, dass Til Schweiger der bekannteste Darsteller ist, fragt Appelt. Die Bilder, die er damit erzeugt, will man nicht wirklich vor Augen haben.

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Schließlich landet er natürlich bei seiner Paradeparodie: Herbert Grönemeyer. Es setzt Lachsalven, während er wild gestikulierend und genuschelte Töne absondernd über die Bühne wankt. Er setzt sich sogar ans E-Piano und beweist, dass er tatsächlich ein guter Pianist, aber auch ein überaus guter Herbert ist.


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