05.11.2016, 17:32 Uhr

Stolz Metaller zu sein 125 Jahre IG Metall Osnabrück


Osnabrück. Seit dem Jahr 1891 kämpft die IG Metall für die Belange der Arbeitnehmer. 800 Mitglieder feierten jetzt in der OsnabrückHalle das 125-jährige Jubiläum der Gewerkschaft, dabei schauten sie auf die vergangenen Jahre zurück, blickten aber auch in die Zukunft.

Burkhard Jasper übernahm für Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Bezirksvorsitzender Hartmut Meine vertrat den Vorsitzenden der IG Metall Jörg Hofmann und das Klemens Brüggemann Ensemble sprang auch spontan ein. Das 125-jährige Jubiläum der IG Metall war schon im Vorfeld ein kleiner Organisationskampf, aufgrund der krankheitsbedingten Ausfälle. Aber das ist die Gewerkschaft gewohnt, schließlich haben sie schon viele große und kleine Kämpfe für die Arbeitnehmerrechte ausgefochten.

Präsent und kompetent

Feierlich startete der Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück Stephan Soldanksi in den Festakt in der OsnabrückHalle. „Was wäre gewesen, wenn sich die mutigen Leute vor 125 Jahren nicht zusammen getan hätten?“, fragte Soldanski, „wahrscheinlich hätten sich die Arbeiter anders zusammen geschlossen, aber nicht besser.“ Die freie organisierte Arbeitnehmervertretung sei seit 125 Jahren präsent, kompetent und kreativ, so Soldanski. Die IG Metall vertritt die Arbeitnehmer der Metall-, Elektro-, Stahl-, Textil, Holz- und Informationsbranche, dazu gehören mehrere Untergruppen. „Die 16500 Mitglieder der IG Metall Osnabrück sind Kraft und Motor der Bewegung“ richtete Stephan Soldanski seine Eröffnungsworte direkt an die Basis. Seit über fünf Jahren verzeichnet die IG Metall einen Gewinn an Mitgliedern und so können sie auch „selbstbewusst Geburtstag feiern“.

Erfolgsrezept der IG Metall

Bürgermeister Burkhard Jasper stellte die außergewöhnliche Leistung der Gewerkschaft in den Mittelpunkt seiner Grußworte, die er für Wolfgang Griesert sprach. Die IG Metall stehe für Kontinuität. „Die Hürden der Epoche haben sie gemeistert, Neues wird in Angriff genommen, das ist das Erfolgsrezept“, sagte Burkhard Jasper.

Ob Lagerarbeiter oder Ingenieur, seit Jahrzehnten steht die IG Metall hinter dem Prinzip „Ein Betrieb, eine Gewerkschaft, ein Traifvertrag.“ In diesem Zusammenhang schlug Bezirksleiter Hartmut Meine kritische Töne an. „Nur 45 Prozent der Arbeitnehmer der BMW Niederlassung Leipzig gehören zur Stammbelegschaft“, informierte Meine beispielhaft. Es wäre an der Zeit, dass sich Leih- und Werkvertragsarbeiter nach dem Prinzip der IG Metall organisieren.

Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie — dafür stehe die IG Metall. „Viele laufen der Fahne hinterher — auch einige Metaller. Wir sagen als IG Metall: die Positionen der AfD sind unerträglich und müssen bekämpft werden“, meinte Hartmut Meine. Gerne blickte er auf die vielen erfolgreichen Kämpfe und Veranstaltungen in der Vergangenheit zurück: Der Streik um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Jahr 1956, der Streik um die 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie, aber auch die im Jahr 2003 organisierte Friedenskette mit über 40000 Teilnehmern.

Höhen und Tiefen der letzten 25 Jahre

Im Anschluss an die Festrede blickten Hermann Sandkämper, ehemaliger Betriebsrat des Stahlwerks Georgsmarienhütte, Monika Friebe, Betriebsrätin und Vertrauensfrau, Rolf Bockelmann, ehemaliger Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück, Helmut Kapczynski, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender Gebrüder Sanders, Robert Weglage, Betriebsratsvorsitzender Oeseder Möbel, Joachim Bigus, VK-Leiter VW Osnabrück zusammen mit Moderator Heiko Schlatermund, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, auf die „Höhen und Tiefen der letzten 25 Jahre“ zurück. Die Talkrunde sprach über geringer werdende Absätze, die Stahlkrise und enorme Umbrüche, auch nach der Insolvenz Karmanns, bei der Tränen geflossen seien. Metaller seien gemeinsam stark gegen Ungerechtigkeit, so die Teilnehmer der Gesprächsrunde.

Nach dem offiziellen Teil der IG Metall Jubiläumsfeier merkte man es deutlich: 125 Jahre alt und kein bisschen die Kampfeslust verloren.


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